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Außerdem fehlt Straßenschild

Anwohner in Rastatt klagen über gefährlichen Müllberg aus Paletten

Eine lange Mängel-Liste schreiben die Anwohner der Stadtvillen am Auenwald. Gefahr sehen sie vor allem durch rostige Nägel in einem Berg aus Paletten. Auch fehlende Straßenschilder und eine fehlerhafte Wasserrinne reklamieren sie. Die Stadt Rastatt und der Bauträger versprechen jetzt rasche Abhilfe.

Kein guter Spielplatz: Der kleine Niklas steht vor einem Berg aus Paletten mit rostigen Nägeln. Foto: Dederichs

Eine lange Mängel-Liste schreiben die Anwohner der Stadtvillen am Auenwald in Rastatt. Gefahr sehen sie vor allem durch rostige Nägel in einem Berg aus Paletten. Auch fehlende Straßenschilder und eine fehlerhafte Wasserrinne reklamieren sie. Die Stadt Rastatt und der Bauträger versprechen jetzt rasche Abhilfe.

Die mannshohen Schutt- und Palettenberge mit rostigen Nägeln sind für die Anwohner am schlimmsten. „Hier spielen kleine Kinder“, sagt Robert Meßmer, „hier ist Gefahr in Verzug“. Jedoch, der ungesicherte Müll steht nur am Anfang einer langen Mängelliste für das Wohngebiet der Stadtvillen am Auenwald. Meßmer und weitere Eigentümer klagen daneben über einen See, der umzukippen droht. Außerdem über fehlende Verkehrsschilder, offene Wasserrinnen und über Parkplätze, die seit Monaten mit Pflastersteinen belagert sind.

Die Sparkasse Rastatt-Gernsbach ist kein Verursacher des Müllbergs.
Ralf Wunsch, Vertriebsmanager der Sparkasse Rastatt-Gernsbach

Tatsächlich türmen sich auf einem unbebauten Grundstück in der Käthe-Kollwitz-Straße Sand, Betonreste, Plastik-Teile und vor allem Paletten mit rostigen Krampen. Die Sparkasse Rastatt-Gernsbach ist Eigentümerin der gegenüberliegenden Wohnhäuser.

Nach Aussage der verärgerten Anwohner stammt der Schutt vom Bau dieser Gebäude. Dem widerspricht Vertriebsmanager Ralf Wunsch: „Die Sparkasse Rastatt-Gernsbach und auch kein von der Sparkasse beauftragtes Unternehmen ist in dieser Angelegenheit Verursacher des ’Müllbergs’.“

Polizei ist der Vorgang nicht bekannt

Mit der Stadt Rastatt und der Baufirma haben die Bewohner nach eigenen Worten ebenfalls mehrfach versucht, die Angelegenheit zu klären. Vergeblich. Auch die Polizei sei schon vor Ort gewesen. Die dortige Pressestelle schreibt jedoch auf Anfrage, den Kollegen des Polizeireviers Rastatt sei „der Vorgang nicht bekannt“.

Einmal kam der Notarzt, der hat die richtige Straße zuerst gar nicht gefunden.
Marilyn Herrmann, Wohnungseigentümerin

Weiterer Kritikpunkt ist eine Wasserrinne in der Hanna-Nagel-Straße. Anwohner Robert Meßmer erläutert das Problem. „Zum einen läuft das Wasser nicht ab, zum anderen ist das gefährlich. Kinder bleiben mit ihren Fahrrädern stecken, ein Kind ist schon gestürzt.“

Auch das Fehlen von Straßenschildern sehen die Anwohner kritisch. Das habe bereits zu Problemen geführt, sagt Marilyn Herrmann. „Einmal kam der Notarzt, der hat die richtige Straße zuerst gar nicht gefunden.“

Wie von den Betroffenen beschrieben, stapeln sich Pflastersteine auf einer öffentlichen PKW-Stellfläche. Ein zweiter Stellplatz ist zwar eingeschottert, jedoch noch nicht gepflastert. „Der eine Parkplatz ist nicht fertiggestellt und auf dem anderen steht seit drei Monaten das Baumaterial“, klagt Jozo Mervelj. „Das ist eine Frechheit.“

Wenn die LBBW ein bisschen Verantwortung übernehmen würde, wäre alles längst erledigt.
Robert Meßmer, Wohnungseigentümer

Insbesondere vom Träger für die Erschließung des Baugebiets, der LBBW Immobilien, fühlen sich die Eigentümer „im Stich gelassen“. Anwohner Robert Meßmer sagt, „wenn die ein bisschen Verantwortung übernehmen würden, wäre alles längst erledigt“. Zu den unerledigten Punkten gehört ferner ein künstlicher See. Der sollte seit einem Jahr durch eine Wasserstraße gespeist werden. Bisher sei das Wasser lediglich an einem einzigen Wochenende durch die Rinne gelaufen. Deutlich sichtbar vermehren sich im See Algen. Die Anwohner befürchten, dass der See bald „kippen“ könnte. So sagt Anwohnerin Marilyn Herrmann: „Die Blaualgen kommen erst im Sommer. Wenn dann kein Frischwasser fließt, fängt das hier zu kochen an.“

LBBW Immobilien entschuldigt sich

Nicht überall, aber in vielen Punkten scheint für die Anwohner jetzt Land in Sicht. Heike Vetter von der Pressestelle der Stadt Rastatt sagt, die Stadt habe die Mängel „bereits im Blick und wird der Sache entschieden nachgehen“. Gegenüber dieser Zeitung drückt die LBBW drückt ihr Bedauern aus. „Es tut uns leid, dass die Anwohner Beschwerden wegen der aktuellen Situation haben. Die LBBW Immobilien tut alles, um das erfolgreiche Bauvorhaben so schnell wie möglich abzuschließen“, schreibt Pressesprecherin Aleksandra Boländer.

Die fehlerhafte Wasserrinne will das Unternehmen demnach richten. Nicht so einfach ist es dagegen mit dem Parkplatz in der Käthe-Kollwitz-Straße. Der Grund: Ein Anwohner habe die gesetzte Gabionenwand überbaut. „Aus Sicherheitsgründen können wir den Parkplatz deshalb zurzeit nicht fertigstellen“, sagt Boländer von der LBBW. Gemeinsam mit der Stadt arbeite das Unternehmen an einer Lösung. Ebenfalls in Abstimmung mit der Stadt entstehe derzeit der Schilderplan.

Es ist also eine Fehlinformation, dass der Teich zu kippen droht.
Aleksandra Boländer, Pressesprecherin der LBBW Immobilien

Mit dem anderen Parkplatz müssen sich die Anwohner ebenfalls noch gedulden. Die Pressesprecherin schreibt, die LBBW habe die Fläche zum Lagern von Baumaterial von der Stadt angemietet. Eine gute Nachricht hat die Pressesprecherin dann noch für den Teich: Die Wasserqualität sei gut. „Es ist also eine Fehlinformation, dass der Teich zu kippen droht.“

Palettenberg soll schnellstmöglich entfernt werden

Nicht zuletzt sollte auch der größte Aufreger, der ungesicherte Müllberg mitsamt seinen Paletten, bald Geschichte sein. So schreibt Heike Vetter von der Pressestelle der Stadt Rastatt: „Das Ordnungsamt nimmt Kontakt mit der Abfallbehörde und der Baubehörde auf, damit der Müll schnellstmöglich entfernt wird.“

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