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Ein Jahr im Winterquartier

Artisten und Tiere des Zirkus Bely in Rastatt treten wieder auf

Ab Samstag, 19. September, spielt der Zirkus Bely jeden Samstag und Sonntag bis einschließlich 15. November auf dem Rastatter Merzeau Gelände, wo er seit vielen Jahren sein Winterquartier hat.

Endlich geht es wieder los: Ab dem 19. September gibt der Zirkus Bely jeden Samstag und Sonntag eine Vorstellung auf dem Merzeau Gelände in Rastatt. Foto: Stephan Friedrich

Von unserem Mitarbeiter Stephan Friedrich

„Wenn man von zwei Spieltagen Anfang März absieht, war das die längste Winterpause in der Geschichte unseres Zirkus“, sagt Marina Frank und lacht, obwohl ihr zum Lachen eigentlich gar nicht zu Mute ist.

Die Chefin des Zirkus Bely hat große Sorgen. Seit mehr als zehn Monaten hat das Familienunternehmen coronabedingt keine Vorstellungen mehr gegeben. „Und keine Vorstellungen heißt bei uns: keine Einnahmen“, betont Marina Frank.

Die Zwangspause wurde kreativ genutzt

Umso erleichterter zeigt sie sich, dass die Saison 2020 jetzt doch noch gestartet werden darf. Ab Samstag, 19. September, spielt der Zirkus Bely jeden Samstag und Sonntag bis einschließlich 15. November auf dem Rastatter Merzeau Gelände, wo er seit vielen Jahren sein Winterquartier hat.

Wir alle sind gewohnt mit unseren Touren von Ort zu Ort zu reisen.
Marina Frank, Chefin des Zirkus Bely

Aus diesem Winterquartier ist 2020 ein Sommerquartier geworden, das nahtlos in die Winterpause übergehen wird. Nach aktuellem Stand bleibt das rollenden Zirkusunternehmen bis Anfang März in Rastatt und hofft, dann wieder wie gewohnt auf Tour gehen zu können. „Wir alle sind gewohnt mit unseren Touren von Ort zu Ort zu reisen“, sagt Marina Frank und erzählt von ganz neuen Erfahrungen, die sie in diesem Sommer gemacht hat: „Vor allem für meine Kinder und Enkel war es eine große Umstellung“.

Wir waren froh, dass wir wieder auf das Gelände des Winterquartiers zurück durften.
Marina Frank, Chefin des Zirkus Bely

Dass es in diesem Jahr bis weit in den Herbst hinein nur zwei Vorstellungen geben würde, war Anfang März noch nicht absehbar. Motiviert wurde da auf dem Rastatter Festplatz gerade das große Zirkuszelt aufgebaut und mit letztem Feinschliff an den neuen Nummern für den Saisonstart gearbeitet. Doch nach nur zwei Vorstellungen kam Corona. „Wir durften keine Vorstellungen mehr spielen und waren froh, dass wir wieder auf das Gelände des Winterquartiers zurück durften“, sagt Marina Frank.

Für die zahlreichen Tiere wurde ein Außengehege gebaut. Die Zirkuschefin berichtet, dass pro Tag rund vier große Rundballen an Heu verbraucht werden. Aufgrund der weggebrochenen Einnahmen mussten entsprechend Schulden aufgenommen werden. In der Zwangspause haben die Artisten und Tiertrainer fleißig an neuen Nummern gearbeitet. So wird bei der verspäteten Saisonpremiere bereits die neunten Zirkusgeneration mitwirken. Der kleine Maddox tritt unter anderem als Clown auf: „Endlich geht es wieder los“, sagt er.

Für die Sicherheit der Zuschauer wurde ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet, dass unter anderem eine Maskenpflicht im Eingangsbereich des Zirkuszeltes vorsieht. Da das große Zelt bis zu 600 Besuchern Platz bietet, können die vorgeschriebenen Abstände zwischen Besuchern verschiedener Haushalte gut eingehalten werden.

Zu sehen sein wird ab dem 19. September ein buntes Programm mit verschiedenen Pferdedressuren, artistischen Nummern an den fliegenden Tüchern und am Ringtrapez sowie einige Auftritte der Clowncrew. Nino Frank wird die Teller tanzen lassen und Harry Alfredo plant als Höhepunkt des Programms den bekannten Sulki-Sprung auf den Rücken eines trabenden Pferdes. Nicht im Programm fehlen dürfen die Kamele, die im Sommer gleich sechs Mal Nachwuchs bekommen haben. „Für einige Tiere ist auch noch eine Patenschaft zu vergeben“, berichtet Marina Frank.

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