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Ein Plausch mit Stammkunden gehört dazu

Auch auf dem Rastatter Reisigplatz gilt die neue Maskenpflicht und eine Besucherbegrenzung

In aller Regel disziplinert zeigen sich die Besucher des Rastatter Reisigplatzes. Auch für sie gilt die neue Maskenpflicht. Maximal drei bis fünf Fahrzeuge werden gleichzeitig auf das Gelände gelassen. Viele Kunden kennt Josef Ungelbach, der die Abläufe auf dem Platz überwacht, persönlich.

Alles im Griff: Knut Zeitsmann (Zweiter von rechts) und Josef Ungelbach (rechts) kontrollieren die Abläufe auf dem Rastatter Reisigplatz. Foto: Hans-Jürgen Collet

Fröhlich winkend reckt ein Mann seine Hand aus dem Autofenster: „Schönes Wochenende“ schallt es über das Gelände und Josef Ungelbach lächelt zurück. Er ist seit über zwei Jahren der Mann, der die Abläufe auf dem Rastatter Reisigplatz organisiert. „Er hat hier alles im Griff, ist pünktlich, zuverlässig und ehrlich“, sagt Knut Zeitsmann, bei der Stadt Rastatt als Kundenbereichsleiter auch für die Stadtreinigung zuständig.

An diesem trüben Samstagmorgen hält sich der Betrieb auf dem Reisigplatz in Grenzen. „In den nächsten Monaten wird hier wieder deutlich mehr los sein“, glaubt Ungelbach mit Blick auf die bald startende Vegetationsperiode.

Statt Blumen, Grünpflanzen oder Rasenschnitt haben die meisten Besucher in ihren Anhängern und Abfallsäcken jetzt noch Zweige und Äste geladen, die nur bis Ende Februar stark gestutzt werden dürfen.

Manchmal kann man kaum zuschauen, wenn man die Rangiermanöver sieht.
Friedrich Behringer, Bsucher des Reisigplatzes

Friedrich Behringer kommt mit einer vollen Anhängerladung. Darin sind die Überreste einer Trauerweide: „Ich habe sie radikal heruntergeschnitten, nur mit der Hand, mit der Kettensäge wäre das zu gefährlich“, sagt er. Mit unverkennbarer Routine steuert Behringer seinen Anhänger ganz nahe an den großen Berg von Grünschnitt aller Art heran, der am Ende des Reisigplatzes aufgeschüttet ist.

Nur wenige Minuten braucht er, bis die üppige Menge an Zweigen entladen ist. Aus seinen vielen Besuchen auf dem Areal hat er eine wichtige Erkenntnis gewonnen: „Es müsste ein Führerschein eingeführt werden für Leute, die mit so einem Anhänger fahren. Manchmal kann man kaum zuschauen, wenn man die Rangiermanöver sieht.“

Nebenan steht Herbert Kraft. Er bringt sein Grüngut in Abfallsäcken mit: „Sie dürfen nicht zu schwer sein, deshalb komme ich einmal pro Woche vorbei“, sagt er und spendet den Verantwortlichen der Stadt ein dickes Lob: „Hier ist alles gut geregelt.“ Einiges an Laub und verdorrten Ästen bringt Michael Müller mit – in einem überdimensional großen Anhänger: „Darin transportiere ich auch Möbelstücke, nicht nur Grünschnitt“, erläutert er.

Es gefällt mir, Kontakt mit den Leuten zu haben.
Josef Ungelbach, Chef des Reisigplatzes

„Wir haben hier zum größten Teil Stammkunden“, sagt Ungelbach. Mit seinen 72 Jahren, davon über 41 Jahre in Diensten der Stadt Rastatt, hat er längst das Rentenalter erreicht, jüngst aber erneut sein Engagement als Chef des Reisigplatzes verlängert. Und warum? „Es gefällt mir einfach, Kontakt mit den Leuten zu haben, man spricht auch über private Dinge und ist ständig in der frischen Luft.“

Mithin gibt es kaum jemanden, der den Reisigplatz ansteuert und den Ungelbach nicht kennt. Bei „Neulingen“ kontrolliert er die Autokennzeichen: „Es dürfen eigentlich nur Einwohner von Rastatt den Platz nutzen. Wenn jemand mit Karlsruher oder Stuttgarter Kennzeichen kommt, wird er abgewiesen.“

Beim Entladen müssen Abstände eingehalten werden

Seit einigen Tagen gilt auch auf dem Reisigplatz die Pflicht, OP- oder FFP2-Masken zu tragen. „Die meisten halten sich daran und es ist auch eine Sache der Gewohnheit“, lässt Ungelbach wissen, dass er nur selten auf die neuen Vorgaben hinweisen muss.

„Derzeit lassen wir maximal drei bis fünf Autos gleichzeitig auf das Gelände“, betont Zeitsmann, wobei Ungelbach die Fahrzeuge so dirigiert, dass beim Entladen die nötigen Abstände eingehalten werden können. „Das läuft einwandfrei“, versichert er. In der Regel werde von den Wartenden vor dem Eingangstor die nötige Geduld klaglos aufgebracht.

Der Reisigplatz ist keine Mülldeponie.
Josef Ungelbach, Chef des Reisigplatzes

Abtransportiert werde das Grüngut etwa alle zwei Monate durch ein externes Unternehmen: „Es wird geschreddert und findet als Brenn- oder Baumaterial wieder Verwendung“, erklärt Zeitsmann. Und: „Im vergangenen Jahr lag die Grünschnittmenge etwa ein Viertel unter der Bilanz im Jahr zuvor.“

Ein Grund dafür könnten die eingeschränkten Öffnungszeiten beim ersten Lockdown gewesen sein, mutmaßt er. Dass gelegentlich noch Plastikmüll zwischen dem Grünzeug zu finden ist, sei im Übrigen eher selten. Ungelbach: „Dann spreche ich mit den Leuten uns sage, dass Plastik in die Gelbe Tonne gehört, denn der Reisigplatz ist keine Mülldeponie“.

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