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Servicestelle Inklusion informiert im städtischen Ausschuss

Auf dem Weg zu einer inklusiven Rastatter Stadtgesellschaft

Die städtische Servicestelle Inklusion hat am Montag den Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur der Stadt Rastatt über das abgelaufene Jahr und die aktuellen Handlungsfelder des „Aktionsplanes Inklusion 2019 bis 2023“ informiert.

Ganz im Sinne der Barrierefreiheit umgebaut: Die Städtische Galerie Fruchthalle erhielt im Zuge einer Neugestaltung eine neue Eingangstür und einen neuen Vorplatz. Öffentliche Gebäude und Orte der Kultur sollen „offen für alle“ sein. Foto: Stadt Rastatt

Seit 2013 befindet sich Rastatt in einem Entwicklungsprozess zur kommunalen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und damit auf dem Weg „zu einer inklusiven Stadtgesellschaft“, wie Margrit Wagner-Körber in ihrem Jahresbericht sagte.

Am Montag informierte die Leiterin der städtischen Servicestelle Inklusion den Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur über das abgelaufene Jahr und die aktuellen Handlungsfelder des „Aktionsplanes Inklusion 2019 bis 2023“, die da lauten: Barrierefreiheit, Mobilität und Teilhabe an Kultur, Freizeit und Sport, Partizipation, Frühkindliche Bildung, Erziehung, Betreuung und Wohnen.

Inklusion ist ein gesellschaftlicher Prozess unter Einbindung der Bürger. Die Stadt kann nicht alles leisten.
Arne Pfirrmann, Bürgermeister der Stadt Karlsruhe

„Inklusion ist ein gesellschaftlicher Prozess unter Einbindung der Bürger. Die Stadt kann nicht alles leisten“, unterstrich Bürgermeister Arne Pfirrmann. Bereits mit dem ersten kommunalen Aktionsplan Inklusion für die Jahre 2016 bis 2018 hatte die Stadt ein Handlungsprogramm, um die Situation für Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern und gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen.

Von 230 Maßnahmen wurden in dieser Zeit 154 umgesetzt. Die Gesamtkosten lagen bei rund 9,4 Millionen Euro. Noch nicht erledigte Maßnahmen wurden in die Fortschreibung 2019 bis 2023 übernommen.

Basis war laut Wagner-Körber die Beteiligung von Menschen mit Behinderung als „Experten in eigener Sache“ und die wissenschaftliche Begleitung durch Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

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2019 wurden von 69 Maßnahmen 56 umgesetzt

Die Servicestelle Inklusion ist laut Wagner-Körber sowohl Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung als auch „Geschäftsstelle“ des Expertenkreises Inklusion, der in aller Regel dreimal jährlich tagt und alle Aktionen dieser städtischen Interessenvertretung unterstützt.

Zum aktuellen Umsetzungsstand teilte sie mit, dass 2019 von 69 Maßnahmen 56 umgesetzt werden konnten. Die Gesamtkosten lagen bei rund einer Million Euro. Nicht erledigte Maßnahmen werden in die Folgejahre vorgetragen.

„Die Erfolgsquote von 80 Prozent im vorigen Jahr zeigt, dass es gelungen ist, eine inklusive Haltung innerhalb der Stadtverwaltung strukturell zu verankern“, betonte die Leiterin der Servicestelle.

Hinsichtlich der Einbindung der „Experten in eigener Sache“ bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen verwies Wagner-Körber unter anderem auf barrierefreie Toiletten, Bushaltestellen, Angebote, Informationen, Straßenplanungen oder das interaktive Portal „Rastatt inklusiv“.

Modellprojekt „Daheim Wohnen in Rastatt“ gut angelaufen

Besonders hob Wagner-Körber das neue Handlungsfeld „Inklusives Wohnen im Quartier“ hervor und verwies dabei auf das 2017 gestartete, inzwischen preisgekrönte Modellprojekt „Daheim Wohnen in Rastatt“, dessen Leitung der Servicestelle obliegt.

Mit Bürgerbeteiligung und stetiger Vernetzung der Kooperationspartner seien im Quartier Zay Teilprojekte entwickelt, Angebote für Senioren fortgeführt und vom DRK-Ortsverein zusätzlich die Seniorengymnastik und das Angebot „Gedächtnistraining“ ins Leben gerufen worden. Gute Erfahrungen gesammelt habe man auch mit dem Treffpunkt „Lesezaychen“ und dem Bürgertelefon des Bürgervereins Gartenstadt Zay. Was sich im Zay bewährt hat, soll auch bei der Entwicklung anderer Stadtteile bedacht werden.

Diskussion über geglättetes Kopfsteinplaster im Schlossehrenhof

Diskutiert wurde in der Sitzung über die Probefläche des geglätteten Kopfsteinplasters im Ehrenhof des Rastatter Schlosses „auf Ersuchen von Vermögen und Bau Baden-Württemberg“. Karl-Ludwig Hauns (Freie Wähler) meinte: „Da besteht Nachbesserungsbedarf.“

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Wagner-Körber gab ihm Recht: „Die Besucher meinen auch, dass das nicht der wahre Jakob ist.“ Bürgermeister Arne Pfirrmann erklärte: „Das Land hat vielleicht andere Standards. Aber selbst vor dem Schloss Versailles, das als Vorbild für unser Schloss diente, gibt es einen glatten Streifen für Menschen mit Behinderung.“

Man müsse nur oft genug darauf hinweisen, sozusagen nach dem Motto „steter Tropfen glättet den Stein“, so Pfirrmann.



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