Skip to main content

Entwürfe werden überarbeitet

Umstrittenes Baugebiet in Rastatt-Rauental: Erneute Planänderung könnte Wogen glätten

43 Einfamilienhäuser, acht Doppelhaushälften und vier Mehrfamilienhäuser: Für ein kleines Dorf wie Rastatt-Rauental sind die Dimensionen des Neubaugebiets „Vogelsand“ groß. Anwohner wehren sich gegen das Vorhaben. Die Stadtverwaltung lässt jetzt einen Plan erarbeiten, der die Wogen glätten soll.

Blick vom künftigen Baugebiet auf die Oberwaldhalle: Am südlichen Ortsrand von Rauental ist das Areal „Vogelsand“ geplant. Foto: Hans-Jürgen Collet

Im Streit um das Baugebiet „Vogelsand“ in Rauental zeichnet sich eine Lösung ab. Am südlichen Ortsrand sollen 43 Einfamilienhäuser, acht Doppelhaushälften und vier Mehrfamilienhäuser entstehen.

Doch gegen die bisherigen Pläne wehren sich Anwohner. Derzeit lässt die Stadtverwaltung das Konzept überarbeiten und könnte den größten Kritikpunkt entschärfen.

Jürgen Hettel saß am vergangenen Donnerstag wieder in den Besucherreihen des Rastatter Gemeinderats in der Badner Halle. Er ist das Sprachrohr der „Vogelsand“-Kritiker und hat nach eigener Aussage 62 Unterschriften gegen die Planung gesammelt. Im Gemeinderat stand das Vorhaben nun abermals auf der Tagesordnung.

Mehrfamilienhäuser gegenüber der Sporthalle geplant

Hettel wohnt im Spargelweg. Er betont, dass er nicht grundsätzlich etwas gegen das Baugebiet hat, das in seiner unmittelbaren Nachbarschaft entstehen soll. Mittlerweile hat er dort sogar selbst ein Grundstück gekauft.

Ihn und die Unterzeichner seiner Liste stört ein Detail, das sich im Lauf der Planung geändert hat. Bei den ersten Plänen, die 2019 erstellt wurden, lagen die Mehrfamilienhäuser mitten im Neubaugebiet. Inzwischen sind sie an den Rand gerückt und bilden gegenüber der benachbarten Oberwaldhalle einen Riegel.

Die Verkehrssicherheit würde stark abnehmen.
Jürgen Hettel, Anwohner

Dieser Riegel soll verhindern, dass die künftigen „Vogelsand“-Bewohner zu stark unter Lärm aus der Sporthalle leiden, in der regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Gemäß des alten Entwurfs wäre die Zufahrt zum kompletten Neubaugebiet über die Hauptstraße erfolgt. Nach den neuen Plänen müssen aber Bewohner und Besucher der Mehrfamilienhäuser über die Straße „Am Vogelsand“ fahren und damit durch das Quartier, in dem auch Hettel wohnt.

Die Betroffenen befürchten eine starke Verkehrszunahme und eine Gefahr für Schulkinder, andere Fußgänger und Radfahrer. „Die Verkehrssicherheit würde stark abnehmen“, sagt Hettel. Doch jetzt gibt es für ihn Hoffnung.

OB Pütsch lässt alternative Erschließung prüfen

Was sich bereits in einer Sitzung des Ortschaftsrats am 22. September angedeutet hatte, konkretisierte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch am vergangenen Donnerstag im Gemeinderat. Das Stadtoberhaupt informierte das Gremium darüber, dass derzeit eine Alternativplanung erarbeitet werde.

„Ich habe veranlasst zu prüfen, ob die Erschließung der Mehrfamilienhäuser nicht doch über das Neubaugebiet erfolgen kann“, sagte Pütsch. Damit wäre der Kritik der Anwohner Rechnung getragen.

Der bisherige Entwurf habe seine Schwächen gehabt. Deshalb habe er um einen weiteren Entwurf gebeten, „von dem wir glauben, das er eher trägt“.

Die Zeit wird knapp

Zu sehen bekamen sowohl Hettel und die fünf weiteren Anwohner in den Zuschauerreihen als auch die Stadträte diese Pläne noch nicht. Laut OB liegen sie noch nicht vor.

Pütsch zeigte sich gleichwohl optimistisch, dass die erwünschte Änderung gelingen werde: „Es sieht gut aus.“ Damit könne der Punkt, der in Rauental einige Wellen geschlagen habe, geglättet werden.

Lange Zeit, das Projekt unter Dach und Fach zu bringen, bleibt allerdings nicht mehr. Der Gemeinderat verabschiedete am Donnerstag den städtebaulichen Vertrag mit einem Erschließungsträger. Dieser beinhaltet eine Frist. Wenn nicht bis Ende des Jahres wichtige juristische Pflöcke eingerammt sind, könnte das Vorhaben noch scheitern.

nach oben Zurück zum Seitenanfang