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Rastatts Landrat

„Er mochte die Menschen“: 200 geladene Gäste nehmen bei bewegender Trauerfeier Abschied von Toni Huber

Mit einer bewegenden Trauerfeier ist am Donnerstagabend in Rastatt des verstorbenen Landrats Toni Huber gedacht worden, der nach längerer Krankheit Ende Mai mit 56 Jahren gestorben ist.

Bewegend: In ihrer Rede erinnert die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia Felder nicht nur an den Politiker, sondern auch an ihren Freund Toni Huber. Foto: Hans-Jürgen Collet

Das Porträt ist überlebensgroß und in schwarz-weiß gehalten. Zuversichtlich und entspannt lächelt Toni Huber seinen beruflichen und politischen Wegbegleitern entgegen, die am Donnerstagabend in die Badner Halle und den angrenzenden Murgpark gekommen sind, um des Landrats zu gedenken, der Ende Mai verstorben ist.

Gut 200 geladene Trauergäste nehmen die Gelegenheit wahr, und verabschieden sich in einer stimmungsvollen Trauerfeier von ihrem Landrat, ihrem Kollegen, ihrem Parteifreund und dem Menschen Toni Huber. Auch die Familie Hubers ist anwesend, die bereits am Nachmittag in Hubers Heimat Forst bei einer privaten Feier Abschied genommen hat.

Bewegende Worte von Hubers Wegbegleitern

Als Tänzer sei „taktvolle Rücksichtnahme“ für Huber selbstverständlich gewesen, als Jäger und Naturliebhaber habe er um die Wichtigkeit der „harmonischen Einswerdung“ gewusst, erklärt Regierungspräsidentin Sylvia Felder. Die Art, wie er das Amt des Bürgermeisters und das Amt des Landrats ausgefüllt hat, sei das Vermächtnis, das Huber hinterlasse.

Er war Substanz, nicht Silhouette.
Sylvia Felder, Regierungspräsidentin Karlsruhe

„Gerade deswegen wird er uns fehlen.“ Selbst aus dem Murgtal stammend und dort lange politisch aktiv, ist Felder dem verstorbenen Landrat und ehemaligen Weisenbacher Bürgermeister auch freundschaftlich verbunden gewesen. „Er ist nicht mitgelaufen, er ist vorangegangen. Er hat nicht nachgesprochen, er hat vorgedacht. Er war Substanz, nicht Silhouette.“ Felder bricht bei diesen Worten die Stimme.

Und ich dachte, diese Kraft ist bemerkenswert.
Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden

Zu kämpfen hat auch Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen, die durch den besonderen Zuschnitt von Stadt- und Landkreis eng mit Huber zusammengearbeitet hat. „Er hat unglaublich gekämpft“, sagt Mergen. „Und ich dachte, diese Kraft ist bemerkenswert.“ Mit Huber verliere die Region „eine treibende Kraft, einen harten, aber auch stets fairen Streiter in der Sache“.

Ein Teamplayer, der sich für das Gemeinwohl einsetzt. Ein Mann, der um sein Können weiß, sich aber nicht in den Mittelpunkt stellt. Ein Visionär, dem es um die Sache geht. Es sind keine Lobhudeleien, die hier ausgeprochen werden, sondern tief empfundene Wertschätzung für einen Kommunalpolitiker, der Zeit seines Lebens immer Mensch geblieben ist und dem es immer um die Sache, und nie um sich selbst ging.

Stimmungsvoll: Wegen der geltenden Corona-Regeln verfolgt ein Teil der Gäste die Trauerfeier im angrenzenden Murgpark auf Leinwand. Foto: Hans-Jürgen Collet

„Er mochte die Menschen“, sagt etwa der Präsident des Landkreistags, Joachim Walter, der nur kurz mit Huber zusammenarbeitete und dennoch von dem „feinen Humor“ spricht, der ihm zu eigen war. Auch der Karlsruher Landrat Christoph Schnaudigel erinnert an die „menschliche, persönliche und offene Art, mit der uns Toni Huber begegnete“.

Obwohl nur zwei Jahre im Amt – und seit dem vergangenen Sommer im Krankenstand – habe Toni Huber das Landratsamt spürbar geprägt. So erinnerte der erste Landesbeamte Jörg Peter an den Montag nach der Todesnachricht, an dem allen Mitarbeitern der Kreisbehörde der Elan genommen worden sei: „Toni Huber war es, der uns in seiner nur kurzen Amtszeit dieses Gefühl der Leichtigkeit bei der Arbeit gegeben hat.“

Er ritt nie das hohe Ross.
Jörg Peter, Erster Landesbeamter

Er sei „Steuermann und Moderator“ gewesen, jemand, der ohne Druck die Richtung vorgeben konnte, kritikfähig war und vor allem immer seine Wertschätzung gezeigt habe. „Er war ein Chef im besten Sinne: In allen Details versiert, aber nicht in den Details verhaftet. Und er ritt nie das hohe Ross.“

Die Fassungslosigkeit ist auf der Trauerfeier in Rastatt greifbar

Auf Wunsch der Familie ist es nicht der neue Weisenbacher Bürgermeister Daniel Retsch, der an seinen Vorgänger im Amt erinnert, sondern Hubers langjähriger Hauptamtsleiter Walter Wörner, der den damals erst 29-Jährigen ins Amt einführte und den 54-Jährigen aus dem Amt verabschiedete. Er habe gedacht, dies sei das letzte Mal, dass er Huber mit einer Träne im Auge eine Rede gehalten habe, sagt Wörner. Er habe sich leider geirrt.

Ebenfalls ein langjähriger Wegbegleiter ist Pfarrer Thomas Holler, der durch die Trauerfeier führt, die von Stefan Jepp (Violine), Josef Gomolka (Violoncello) und Natalie Gohla (Klavier) musikalisch gestaltet wird. „Die Funktion kann man im Zweifel ersetzen“, sagt Holler, „aber den Menschen niemals.“

Emotional sind auch die Worte von Hartwig Rihm, der Huber als Bürgermeisterkollege und später als ehrenamtlicher Landratsstellvertreter verbunden war. Zudem einte die beiden das „Au“ im Gemeindenamen Au am Rhein und Weisenbach-Au. „Toni Huber wollte leben und das Leben lebenswerter gestalten.“ Am 30. Mai ging dieses Leben in Folge von Komplikationen nach zwei Operationen im Alter von 56 Jahren zu Ende.

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