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Aktion in der Corona-Pandemie

Gemeinde Bietigheim und der Osterhase verteilen im Ort knapp 400 Osterkörbchen

Knapp 400 Osterkörbchen, gefüllt mit allerlei Leckereien, haben Mitglieder des Jugendbeirates und ehrenamtliche Helfer am Karsamstag in Bietigheim verteilt. Bei einigen Familien schaute auch der Osterhase coronagerecht zu einem kurzen Besuch vorbei.

Gerüstet für den österlichen Einsatz: Mitglieder des Jugendbeirates und ehrenamtliche Helfer beteiligten sich an der großen Osteraktion in Bietigheim. Foto: Hans-Jürgen Collet

Davie hat seine Zweifel. Vor der Tür steht ein Hase, ziemlich groß und mit ganz weißem Fell ausgestattet. Aber ist der echt? Davie schaut genau hin: „Der hat ja Hände wie ein Mensch“, sagt er und beweist, dass er sich mit seinen vier Jahren nicht so leicht täuschen lässt.

Hauptsache, wir können den Kindern eine Freude machen.
Hannah Lerner, verkleideter Osterhase

Freilich: Das kleine Osterkörbchen mit allerlei Leckereien nimmt er gemeinsam mit seinem siebenjährigen Bruder Liam freudestrahlend entgegen. „Das ist eine super Aktion, gerade in einer Zeit mit so vielen Entbehrungen“, meint Vater Torsten Wiegand sichtlich beeindruckt von der ungewöhnlichen Szenerie vor seinem Haus, die auch viele Blicke von Nachbarn auf sich zieht.

An einem anderen Haus in der Rheinstraße schaut die knapp dreijährige Emelie Schindler etwas skeptisch auf den imposanten Osterhasen, der gerade an der Tür geklingelt hat. Allzu lange dauert dessen Besuch in coronakonformem Abstand aber nicht. Emelie freut sich über das österliche Präsent und Vater Gerhard konstatiert: „Toll, dass es hier sowas gibt.“

Die Temperaturen an diesem Samstagvormittag in Bietigheim halten sich noch hin Grenzen. Mithin wird die Arbeit von Hannah Lerner, die in dem offiziellen Hasenkostüm der Gemeinde steckt, zu keiner allzu schweißtreibenden Angelegenheit. „Hauptsache, wir können den Kindern damit eine Freude machen“, meint sie mit ganz offenkundigem Spaß an ihrer Verkleidung.

Ich bin eigentlich ein Rentier und habe mir einfach ein paar Ohren angeklebt.
Nicole Zitzelsberger, ehrenamtliche Helferin

Verstärkung erhalten hat Lerner beim Verteilen der Präsente noch von einer ganz besonderen Gattung: „Ich bin eigentlich ein Rentier und habe mir einfach ein paar Ohren angeklebt“, sagt Nicole Zitzelsberger, bevor sie die nächsten Adressen sortiert, an denen die österlichen Gaben ihr Ziel finden sollen.

Zitzelsberger unterstützt dabei Regina Ihli, die mit dem Lastenfahrrad unterwegs ist. Mit Hilfe der Dr. Jakob Kölmel-Bürgerstiftung wurde es vor einigen Jahren angeschafft und in „Essigs Dorflade“ stationiert. „Das Einsatzkonzept dieses Fahrrades soll demnächst aber verändert werden“, kündigt Ihli an.

Jugendbeirat dreht Video als Werbung für die Aktion

Es ist natürlich nur ein Bruchteil all jener Familien, die sich bei der Osterkörbchenaktion der Gemeinde Bietigheim angemeldet haben und tatsächlich Besuch vom Osterhasen bekommen. „Wir haben sie ausgelost“, berichtet Organisatorin Martina Schauer vom örtlichen Jugend-, Familien und Seniorenbüro, das aus organisatorischen Gründen längst nicht alle Wünsche in dieser Richtung erfüllen kann.

Ansonsten legten Helfer die Körbchen vor die Haustür oder in den Garten. „Die Resonanz war überwältigend“, berichtet Schauer. Nach einem auch auf Youtube verbreiteten Video, mit dem die Aktion beworben wurde, sammelten sich knapp 400 Körbchen im Rathaus. Leo Schmitt drehte den Film, Dilara Corneli und einige weitere Unterstützer des Bietigheimer Jugendbeirates halfen mit.

Am schwierigsten war die logistische Herausforderung.
Marina Schauer, Organisatorin

„Am schwierigsten war die logistische Herausforderung“, sagt Schauer. Dank einiger Spenden und des finanziellen Engagements der Gemeinde wurden die Körbchen mit Schoko-Hasen, Eiern, Osterstempeln und Ostertatoos gefüllt, genauso wie mit jeweils einem Gutschein für eine Kugel Eis im Eiscafe Cimino.

Zwischenzeitlich reichten die Kapazitäten in der Küche des Bietigheimer Bürgerzentrums kaum noch aus, um all die österlichen Präsentkörbchen zu lagern. „Da hat uns auch Hausmeisterin Judith Klein sehr geholfen“, sagt Bürgermeister Constantin Braun.

Als manche Schoko-Eier , die auf der Fensterbank im Bürgerzentrum standen, zu schmelzen drohten, veränderte Martina Schauer die Strategie: Einige Mitglieder des Jugendbeirates haben die Körbe mit nach Hause genommen und dann von dort aus verteilt.“

Eine Familie meldet ihr noch ungeborenes Kind für die Aktion an

Vor zwei Jahren noch hatte die Gemeinde offiziell eine Ostereiersuchaktion auf der Wiese hinter dem Bürgerzentrum veranstaltet. „Etwa 100 Kinder waren damals dabei“, erinnert sich Bürgermeister Braun. Nach der coronabedingten Absage im vergangenen Jahr sei nun die Idee entwickelt worden, Hasen und Eier eben selbst zu den Familien zu bringen.

„Wir machen das sehr gerne. Es ist uns wichtig, gerade den Kindern in dieser speziellen Zeit eine Freude zu bereiten“, betont Braun. Die Altersgrenze lag dabei zwischen null und 14 Jahren. „Selbst ein ungeborenes Kind, das mittlerweile das Licht der Welt erblickt hat, wurde von den Eltern für diese Aktion angemeldet“, schmunzelt der Bürgermeister.

Zugleich aber zeigt er sich entschlossen: „Im nächsten Jahr wollen wir wieder unsere Ostereiersuchaktion starten. Das hat dann doch noch einen anderen Spaßfaktor.“

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