Skip to main content

Schule öffnet am Montag

Nach Corona-Ausbruch: Bietigheim hat die Situation wieder im Griff

Nach dem Corona-Ausbruch ist das Infektionsgeschehen in der Gemeinde Bietigheim unter Kontrolle. Die Grundschule öffnet am nächsten Montag. Der Kindergarten Sankt Michael wird ab Dienstag schrittweise öffnen. Ein BNN-Leser bemängelt, dass zu viele Kinder in der Notbetreuung des Kindergartens waren.

Öffnet wieder. In Bietigheim beginnt der Unterricht mit einer Woche Verzögerung. Grund dafür war der Corona-Ausbruch im Kindergarten Sankt Michael. Es befinden sich noch immer Personen in Quarantäne. Foto: Hans Jürgen Collet

Nach dem größeren Corona-Ausbruch in der Gemeinde Bietigheim ist die Situation wieder im Griff. Die Grundschule wird am nächsten Montag öffnen. Damit startet der Unterricht mit einer Woche Verzögerung. Der Kindergarten Sankt Michael öffnet ab Dienstag, 2. März, schrittweise. Dort war das Virus in der Notbetreuung ausgebrochen.

„Für uns ist aktuell noch nicht ganz absehbar, wie viel Personal zur Verfügung steht“, sagt Sebastian Kurz, Kindergartengeschäftsführer und stellvertretender Leiter der zuständigen Katholischen Verrechnungsstelle in Durmersheim.

Bei drei von insgesamt 13 Gruppen der Einrichtung könne schon abgesehen werden, dass diese in der nächsten Woche noch nicht geöffnet werden. Der Grund: „Da ist das Personal noch längerfristig in Quarantäne.“

Kindergarten muss noch abwarten

Bei anderen Gruppen will Kurz noch das Wochenende abwarten, um festzustellen, wer bereits ab kommender Woche wieder arbeiten kann.

Ab Montag können so laut Kindergartengeschäftsführer die Eltern informiert werden, mit welchen Gruppen der Kindergarten öffnet.

Südafrikanische Virusmutation im Kindergarten

Im Landkreis Rastatt und der Gemeinde stehen insgesamt 81 Infizierte im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch des Kindergartens. Mit dem Virus infizierten sich 18 Erzieher und 23 Kindergartenkinder. Daraus resultierten dann 40 Folgefälle. Von den 81 Infizierten waren 59 Personen direkt in Bietigheim betroffen.

„Im Zusammenhang mit dem Kindergarten wurden 445 Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt“, sagt Pressesprecher Benjamin Wedewart.

Davon seien 371 Kontaktpersonen aus Bietigheim. Aktuell befinden sich laut Wedewart noch 64 Kontaktpersonen in Quarantäne. Nach Angaben des Gesundheitsamtes handelt es sich bei dem Bietigheimer Ausbruch um die südafrikanische Variante des Virus.

Es ist die richtige Entscheidung ab nächster Woche wieder zu öffnen.
Constantin Braun, Bürgermeister

Bürgermeister Constantin Braun steht seit zwei Wochen in regem Kontakt mit dem Gesundheitsamt. „Es ist die richtige Entscheidung, ab nächster Woche die Schule und den Kindergarten wieder zu öffnen“, sagt er. Es bestehe kein größeres Risiko. Das Infektionsgeschehen sei unter Kontrolle.

„Wir sind natürlich nicht stolz darauf, dass wir den Inzidenzwert im Landkreis so hochgetrieben haben“, berichtet Braun. Deshalb seien auch alle Hebel in Bewegung gesetzt worden, um dem entgegenzusteuern.

Kein Risiko für Kinder, Eltern und Lehrer

Die Grundschule erst eine Woche später zu öffnen, ist laut Bürgermeister absolut notwendig gewesen. Die Schule sei aufgrund einer Anordnung der Gemeindeverwaltung geschlossen geblieben und nicht wie üblich auf Empfehlung des Gesundheitsamts. „Wir wollten kein Risiko für Kinder, Eltern und Lehrer eingehen“, sagt der Bürgermeister.

Das Konzept bleibt in der bisher bewährten Form bestehen.
Andreas Koßmann, Rektor

Am Hygienekonzept der Schule gibt es keine Veränderungen. „Das Konzept bleibt in der bisher bewährten Form nach Vorgaben des Kultusministeriums bestehen“, sagt Rektor Andreas Koßmann, der sich auf den Schulbeginn freut. Das Hygienekonzept sei gut umgesetzt und stetig erneuert und ergänzt worden. Es hat laut Koßman auch keine Infektionen während des Schulbetriebs vor der Corona-Pause im Dezember gegeben.

Zu viele Kinder in der Notbetreuung?

Ein Leser, der anonym bleiben möchte, bemängelte in einer Zuschrift an die Redaktion, dass zu viele Kinder in der Notbetreuung des Kindergartens Sankt Michael waren. Zudem kenne er mindestens drei Familien, bei denen es nicht notwendig gewesen wäre, die Kinder dort in die Betreuung zu schicken, weil mindestens ein Elternteil nicht berufstätig sei.

Wir sind keine Detektive und forschen nach, wer die Notbetreuung in Anspruch nimmt.
Sebastian Kurz, Kindergarten-Geschäftsführer

Der Geschäftsführer räumt ein, dass die Notbetreuung stark frequentiert war. Es seien 117 von 206 Kindern in der Notbetreuung gewesen. „Wir sind keine Detektive und forschen nach, wer die Notbetreuung in Anspruch nimmt“, erklärt Kurz.

Die Zulassung zur Notbetreuung basiere auf den Regelungen und Verordnungen des Landes. „Im vergangenen Jahr ist für die Notbetreuung noch eine Arbeitgeberbescheinigung der Eltern nötig gewesen“, sagt der Geschäftsführer. Die brauchte es im neuen Jahr nicht mehr.

Erzieher werden auch in Gruppen Masken tragen

Warum der Kindergarten zum Corona-Hotspot wurde, ist laut Kurz nicht nachprüfbar. „Wir vermuten, dass die Infektion durch Geschwisterkinder weitergegeben wurde“, so Kurz. Das Landratsamt führt die schnelle Verbreitung auf die südafrikanische Virus-Variante zurück.

„Aufgrund der höheren Ansteckungsfähigkeit der Mutationen kommt es auch bei kürzeren Kontaktzeiten zu einer Weiterverbreitung“, sagt Pressesprecher Wedewart. Als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch werden die Erzieher im Kindergarten Sankt Michael künftig auch in den Gruppen ihre Masken tragen.

Hinweis der Redaktion

In einer früheren Version dieses Artikels wurden die Zahlen nicht richtig dargestellt. Wir haben das korrigiert.



nach oben Zurück zum Seitenanfang