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Schildbürgerstreich im Landkreis Rastatt

Sanierte Straße zwischen Bietigheim und Elchesheim-Illingen ist ein Sanierungsfall

Es mutet wie ein Schildbürgerstreich an: Das Landratsamt Rastatt hat eine Kreisstraße zwischen Bietigheim und Elchesheim-Illingen sanieren lassen. Schon am Tag der Freigabe ist klar, dass die Baumaschinen erneut anrücken müssen.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung: Die Kreisstraße 3737 ist nur vorübergehend wieder freigegeben. Wegen der Schäden gilt Tempo 50. Foto: Hans-Jürgen Collet

Herrlich schwarzer Asphalt, auf dem das Auto lautlos dahingleitet: So sieht die Wunschvorstellung einer frisch sanierten Straße aus. Eine Baufirma hat in den vergangenen vier Wochen die K3737 zwischen Bietigheim und Elchesheim-Illingen auf Vordermann gebracht. Seit diesem Freitag ist die Straße wieder freigegeben. Doch sie entspricht so gar nicht der Wunschvorstellung.

So etwas hat Thomas Marx als Leiter des Straßenbauamts des Landkreises Rastatt auch noch nicht erlebt. „Wir haben eine ordentliche Straße bestellt. Und die wollen wir auch“, sagt er.

Stein des Anstoßes: Im frischen Asphalt sind deutlich Fahrzeugspuren zu sehen. Baugeräte und Bagger haben Rillen in die neue Oberfläche gedrückt.

Wie konnte es dazu kommen?

Die Ursache ist unklar. „Wenn eine Asphaltdecke aufgebracht wurde, muss sie auskühlen“, sagt Marx. Daran hielt sich die Baufirma offenbar. Aber als Mitarbeiter anschließend mit schwerem Gerät die Oberfläche befuhren, um weitere Arbeiten zu erledigen, hinterließen sie trotzdem dauerhafte Spuren. Marx’ Vermutung: „Es stimmt etwas mit dem Material nicht.“

Es stimmt etwas mit dem Material nicht.
Thomas Marx, Leiter Straßenbauamt

Das Landratsamt habe zwei Prüfungsinstitute beauftragt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Es müsse geklärt werden, wer die Zeche zahlt. Der Schaden liege im sechsstelligen Bereich. Die Baufirma bedaure den Vorfall. „Es wird vielleicht auf einen Rechtsstreit hinauslaufen“, sagt Marx.

Deutlich zu erkennen: Baumaschinen haben Spuren in der neuen Asphaltdecke hinterlassen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Klar ist: Die zweieinhalb Kilometer lange Straße ist nach der Sanierung gleich wieder ein Sanierungsfall. Die Decke muss abgefräst und neu eingebaut werden. Das kann allerdings nicht zeitnah über die Bühne gehen.

Jetzt gilt erstmal Tempo 50

Weil die Hauptstraße im benachbarten Steinmauern ab Montag, 10. Mai, erneuert wird, muss die Kreisstraße zwischen Bietigheim und Elchesheim-Illingen als Umfahrung zur Verfügung stehen. Das Landratsamt hat sich deshalb dazu entschlossen, sie vorübergehend freizugeben. „Das ist eine verzwickte Situation“, sagt Marx.

Wegen der Schäden und fehlender Markierungen gilt Tempo 50. Marx appelliert an die Verkehrsteilnehmer, sich aus Sicherheitsgründen daran zu halten. Er hoffe, dass die erneute Sanierung in den Sommerferien über die Bühne gehen könne. Dann müsse die Straße voraussichtlich erneut für zwei Wochen gesperrt werden.

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