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Tag des Ehrenamtes

Christian Römmich aus Niederbühl ist trotz seines jungen Alters ehrenamtlich enorm engagiert

Immer weniger junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Ein echtes Gegenbeispiel ist Christian Römmich. Der 25-Jährige aus Niederbühl ist im Ort und der Kirchengemeinde sehr aktiv. Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes berichtet er von seinem außergewöhnlichen Engagement.

Sehr engagiert ist der 25-jährige Christian Römmich aus Niederbühl. In seiner Wohnung erinnern Bilder und Gegenstände an schöne Momente im Ehrenamt. Foto: Kungl

Wenn Christian Römmich aufzählt, wo er sich überall engagiert, wird einem beinahe schwindlig: Mitglied im Pfarrgemeinderat und Ortschaftsrat, Leitung des Kirchen-Ferienlagers, Sprecher der Niederbühler Vereine, dazu aktiv im Musikverein und bei der Kolpingsfamilie. Gegenüber sitzt jedoch kein Vereinsmensch, wie man ihn sich gemeinhin vorstellt. Christian Römmich aus Niederbühl ist 25 Jahre jung – und damit eine echte Ausnahme. Denn immer weniger junge Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit in Vereinen und Organisationen. Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember berichtet er von seinem außergewöhnlichen Engagement.

„Ich bin da quasi hineingewachsen, da auch meine Eltern schon aktiv waren“, erzählt Römmich. Als Ministrant in der Gemeinde St. Laurentius fing alles an. „Für unseren damaligen Pfarrer Otto Doll war das Ehrenamt eine Herzensangelegenheit. Diese Einstellung hat er an mich weitergegeben.“

In der Gemeinde übernahm Römmich nach und nach immer mehr Verantwortung

Römmich übernahm nach und nach mehr Verantwortung, wirkte bei Ferienlagern mit und kam schließlich im Jahr 2015 in den Pfarrgemeinderat. Seit 2019 sitzt er auch im Ortschaftsrat.

Mir hat es schon immer Spaß gemacht, mich zu engagieren.

„Mir hat es schon immer Spaß gemacht, mich zu engagieren“, sagt Römmich. „Außerdem mische ich mich gerne unters Volk und komme mit Menschen ins Gespräch.“

Diese Offenheit hilft ihm in seinen Ämtern. Das Alter – Römmich ist fast überall der Jüngste – ist deshalb kein Hindernis. „Ich bin jemand, der dann auch direkt vorprescht und seine Meinung sagt“, erzählt er. Bei seinen Kollegen kommt das an. „Wir können unterschiedlicher Meinung sein und ganz offen diskutieren.“

Neinsagen fällt ihm manchmal schwer

Auch Aufgaben zu delegieren, fällt Organisationstalent Römmich nicht schwer. „Ich habe aber einen leichten Drang zum Perfektionismus, deswegen packe ich gerne auch selbst mit an“, berichtet er.

Weniger gut gelingt es ihm dagegen, auch mal Nein zu sagen, wenn jemand um Hilfe bittet. „Da müsste ich mal ein Seminar dazu belegen“, meint Römmich lachend. Ausgenutzt habe ihn aber noch niemand, die Gemeinschaft im Ort sei super.

Auch im Ehrenamt gibt es Tage des Zweifelns

Doch bei aller Freude am Ehrenamt: Es gibt auch Tage des Zweifelns. „Klar kommt es mal vor, dass man sich fragt, warum man sich das alles überhaupt antut“, sagt Römmich. Doch dann gebe es auch die strahlenden Kinderaugen im Ferienlager, die Freude älterer Menschen bei Seniorennachmittagen oder ein einfaches Danke. „Das ist gewissermaßen unser Lohn.“

An solche schönen Momente erinnern ihn besondere Gegenstände, die er in seiner Wohnung über dem Fernseher aufgestellt hat, darunter etwa ein Bild aus der Ministrantenzeit oder eine Colaflasche vom Ferienlager. „Das sind im Prinzip wichtige Stationen meines Lebens“, sagt Römmich.

Zu seinem Leben gehört aber auch der Beruf, mit dem er das Ehrenamt in Einklang bringen muss. Römmich arbeitet für eine Durmersheimer Versicherung im Außendienst. „Meine Chefin unterstützt mich sehr bei meinem Engagement“, sagt er. Der Rest sei wiederum eine Frage der Organisation. Und hin und wieder müsse man sich auch mal eine Auszeit gönnen – etwa beim Skifahren oder dem Weihnachtsmarkt-Besuch mit Freunden.

Römmich hofft, dass sich in Zukunft mehr junge Menschen einsetzen

Für die Zukunft hofft Römmich, dass sich auch junge Menschen mehr einsetzen. „Ich mache mir aber keine Illusionen, es ist immens schwer“, bekräftigt er. Ein Problem sieht er in der Gesellschaft. „Heutzutage sehen viele immer das Negative, statt auch mal zu loben und sich selbst einzusetzen.“ Kinder müsse man von klein auf an das Ehrenamt heranführen. Und auch die Politik sei gefordert. „Manchmal wünscht man sich da schon etwas mehr Unterstützung“, sagt Römmich.

Weitermachen will er auf jeden Fall, auch wenn noch mehr Aufgaben für ihn nicht drin sind. „Es macht einfach viel Spaß, sonst würde ich das alles nicht machen.“

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