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Moped-Trip durch Südamerika

Der Rastatter Patrick Kobszyk hängt wegen Corona-Ausgangssperre in Argentinien fest

Patrick Kobszyk ist in Argentinien gestrandet. Nach seinem Trip mit einem Moped durch Mittel- und Südamerika wollte er eigentlich Ende März wieder daheim in Rastatt sein. Mittlerweile sitzt er seit 15 Tage in einem Hostel im argentinischen Puerto Iguazu fest.

Knapp 27.000 Kilometer hat der Rastatter Patrick Kobszyk in Mittel- und Südamerika zurückgelegt. Sein Moped hat ihn zu Sehenswürdigkeiten wie den 3.406 Meter hohen Granitfelsen Fitz Roy in den argentinisch-chilenischen Anden geführt. Das Gefährt wollte Kobszyk eigentlich als Souvenir mit nach Deutschland nehmen. Foto: Kobszyk

Patrick Kobszyk ist in Argentinien gestrandet. Nach seinem Trip mit einem Moped durch Mittel- und Südamerika  wollte er Ende März wieder daheim in Rastatt sein. Mittlerweile sitzt er seit 15 Tage in einem Hostel im argentinischen Puerto Iguazu fest. Die Ausgangssperre macht die Reise ins 1.500 Kilometer entferne Buenos Aires unmöglich.

Ganz sicher ist sich Patrick Kobszyk nicht. Es könnte aber sein, dass sich der deutsche Botschafter in seine WhatsApp-Gruppe geschlichen hat. Kobszyk befindet sich aktuell in Argentinien – in Puerto Iguazu. Der Rastatter ist dort wegen der Corona-Pandemie gestrandet.

Er ist schon seit zehn Monaten auf Reise. Von Paris aus ist er im Juni nach Montreal geflogen. „Mein Fokus lag auf Mittel- und Südamerika, also bin ich als Backpacker relativ schnell durch Nordamerika gereist“, erzählt Kobszyk von seinem Trip.

Mit dem Moped war Kobszyk auf der Panamericana unterwegs

In Guatemala hat er dann einen Engländer getroffen. Schnell war klar, dass die beiden mit einem Motorrad die Reise fortsetzen. Für 500 Dollar kaufte sich der 32-Jährige eine Honda CGL mit 125 Kubik. „Alle haben mich ausgelacht“, erzählt er.

Mit dem Moped ist er auf der Panamericana bis zum Darién-Gap gefahren. Das ist die letzte Lücke  der Straße, die von Alaska bis nach Feuerland führt.

Mit dem Segelschiff Stahlratte ist er nach Kolumbien mitgesegelt und schließlich bis Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens gefahren. Knapp 27.000 Kilometer hat Kobszyk zurückgelegt. Ende März wollte er daheim sein. Hätte das Coronavirus seine Reise am Anfang ausgebremst, hätte er es wohl ausgesessen.

Als die ganze Sache los ging, habe ich mich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes auf der Rückholliste eingetragen

Nun will der Rastatter mit einem Rückholflieger der Bundesregierung zurück nach Deutschland kommen. „Als die ganze Sache los ging, habe ich mich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes auf der Rückholliste eingetragen“, erzählt Kobszyk. Ein paar Tage später bekam er eine E-Mail, dass er den Flug am 1. April wahrnehmen könne.

Ausgangssperre wegen Corona setzt den 32-Jährigen fest

Das Problem: Seit 15 Tagen sitzt er in einem Hostel an der Grenze zu Paraguay und Brasilien fest. Die argentinische Regierung hat eine Ausgangssperre verhängt. „Erst hieß es bis zum 30. März, nun wurde sie aber auf den 12. April verlängert“, berichtet Kobszyk.

Die Grenzen seien komplett dicht. Keine Busse fahren, Flugzeuge bleiben auf dem Boden. Niemand gehe mehr arbeiten. Die Leute dürften nur noch zum Arzt oder Einkaufen. Werde man beispielsweise bei einem Umweg erwischt, drohen drei bis 15 Jahre Haft, so Kobszyk. Deshalb musst er den Flug absagen, „damit wenigstens ein anderer zurückkommen kann“.

WhatsApp-Gruppe für Corona-Betroffene gegründet

Um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen hat er die WhatsApp-Gruppe „Germans stuck in Argentina“ gegründet. „Die Gruppe hat mittlerweile mehr als 100 Mitglieder“, sagt der 32-Jährige.

Darunter gibt es eben auch den Namen „Botschafter Mertens“. Der seit 2017 diensthabende Botschafter in Argentinien heißt Jürgen Christian Mertens. Die Mitglieder in der Gruppe kommen hauptsächlich aus Deutschland, der Schweiz und Österreich.

„Das Lustige ist, dass es unsicher ist, ob der Flug am 1. April auch wirklich geht“, teilt der Rastatter mit. Der Flug sei von der argentinischen Regierung angeblich noch nicht genehmigt. Kobszyk muss erstmal die 1.500 Kilometer zwischen Puerto Iguazu nach Buenos Aires zurücklegen.

Über eine Facebook-Gruppe hat er erfahren, dass die französische Botschaft die Leute mit Bussen aus den Tourismushochburgen nach Buenos Aires fährt.

„Das nächste Rückholflugzeug soll am 4. April nach Frankfurt fliegen“, sagt Kobszyk. Diesen Termin peilt er an. Ein Ticket soll zwischen 800 und 1.000 Euro Kosten. „Das erzählen die Leute“, berichtet der Rastatter. Aber auch das sei nicht sicher – wie so vieles in diesen Tagen.

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