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Keine Großveranstaltung im Oktober wegen Corona

Deutscher Segelfliegertag in Rastatt wird auf 2021 verschoben

Rund 1500 Besucher und Aussteller waren zum Deutschen Segelflugtag erwartet worden, der am 31. Oktober in der Badner Halle in Rastatt geplant war. Die Corona-Krise zwang die Verantwortlichen allerdings zur Absage.

Höhenluft: Die Segelflieger üben zwar trotz Corona weiter ihren Sport aus, ihr großes Branchentreffen in Rastatt fällt allerdings aus. Foto: Alexander Gilles

Eigentlich sollte die Stadt Rastatt und insbesondere die Badner Halle am 31. Oktober dieses Jahres zum Treffpunkt der deutschen Segelflieger werden. Aber: Daraus wird nichts. „Schweren Herzens hat die Bundeskommission Segelflug im Deutschen Aero Club den Deutschen Segelfliegertag abgesagt”, bestätigt Organisatorin Paula Winterstein - die ehemalige Vorsitzende der Luftsportgruppe Rastatt - dass die Corona-Krise auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Winterstein war in den vergangenen Jahren mehrmals zu Gast bei den Deutschen Segelfliegertagen, zuletzt in Freudenstadt und Konstanz. Dabei habe sie sich offen dafür gezeigt, diese Großveranstaltung auch einmal in Rastatt auszurichten. „Man war eigentlich froh darüber, dass sich jemand gefunden hat, der die Ausrichtung übernehmen will”, erzählt Winterstein, gerade auch im Blick auf die gute Erreichbarkeit und zentrale Lage von Rastatt zwischen Karlsruhe und Baden-Baden.

Bis Anfang März waren fast alle Plätze für Aussteller ausgebucht

Walter Eisele , Vorsitzender der Bundeskommission Segelsport, hatte sich im November vorigen Jahres selbst ein Bild von der Badener Halle und dem Murgpark gemacht und dabei auch entsprechend positive Eindrücke gewonnen, wie Winterstein erklärt. Wenig später, im Dezember, hatte Rastatt dann den offiziellen Zuschlag erhalten.

Bis Anfang März seien die Plätze für die Aussteller fast alle ausgebucht gewesen, berichtet Winterstein. Dabei waren rund 50 Messestände in der Badner Halle und im Außenbereich im Murgpark vorgesehen. „Dann gab es die Zitterpartie wegen Corona”, berichtet Winterstein weiter.

Im Juni dann seien die Aussteller informiert worden, dass der Segelfliegertag ausfällt: „Die Entscheidung darüber hat die Bundeskommission getroffen.”

Rund 1.500 Besucher erwartet

Insgesamt waren zu dem Event in Rastatt rund 1.500 Besucher erwartet worden, mit Ausstellern aus Europa, Südafrika und Australien. „Aufgrund der aktuellen Einschränkungen und Sicherheitskonzepte hätte sich das hier nicht realisieren lassen”, ist sich Winterstein mit den Verantwortlichen der Bundeskommission einig.

Sie verweist darauf, dass im Mai auch die deutschen Meisterschaften und die Weltmeisterschaften abgesagt worden seien. „Da es hier also keine Sieger gab ist auch ein wichtiger Bestandteil bei den Ehrungen am Segelfliegertag weg gefallen”, betont die frühere Vorsitzende der Luftsportgruppe. Unabhängig von der Ehrung der Spitzensportler im Segelflug , die bei Titelkämpfen erfolgreich waren, gilt der Tag als größte Zusammenkunft der Branche in Deutschland, verbunden mit einer Messe und Fachvorträgen.

Wenn nun jemand in den verschiedenen Wertungsklassen außerhalb der Meisterschaften etwa einen Rekord aufgestellt hat, müsse er in diesem Jahr zwar auf eine persönliche Ehrung verzichten, erhalte zumindest aber eine Urkunde zugeschickt, sagt Winterstein.

Freilich: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben., Winterstein zeigt sich fest entschlossen, den Deutschen Segelfliegertag nun am 31. Oktober 2021 nach Rastatt zu holen - wenn es Corona erlaubt: „Wir haben auf jeden Fall die Option dafür”. Im Zweifelsfall müsse spätestens im Juni wieder eine Absage erfolgen, denn auch die Lieferanten und Aussteller benötigten Planungssicherheit. Zudem gelte es, die gebuchten Hotel-Kontingente rechtzeitig zu stronieren.

Sechs Männer sind nötig, um ein Flugzeug in die Luft zu bekommen.
Harald Löffler, Zweiter Vorsitzender der Luftsportgruppe Rastatt

Bei der Luftsportgruppe Rastatt wurde nach Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden Harald Löffler, der seit Juni gemeinsam mit dem Vorsitzenden Wolfgang Schnepf an der Spitze des Vereins steht, auch das turnusmäßig im September anberaumte Flugplatzfest abgesagt.

„Bei den wieder steigenden Corona-Zahlen wäre das nicht der richtige Zeitpunkt dafür gewesen”, betont Löffler. Die Ausbildung auf dem Gelände läuft indessen unter Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen weiter. „Sechs Männer sind nötig, um ein Flugzeug in die Luft zu bekommen”, erklärt Löffler die Notwendigkeit, auch auf dem Gelände der Baldenau mit Mundschutz und Abstandsregeln zu arbeiten.

Auf die Mitgliederentwicklung hatte die Corona-Krise bei den Luftsportlern keine negativen Auswirkungen: „Rund 120 Mitglieder gehören dem Verein an und die Zahlen sind stabil geblieben”, wie Löffler wissen lässt. Ein wenig bedauert er, dass junge Leute oft in Rastatt das Fliegen lernen, dann aber aus beruflichen Gründen den Verein verlassen, wenn sie vielleicht in eine andere Stadt ziehen. Dennoch: Die Ausbildung soll auch in Corona-Zeiten weiter laufen. Löffler: „Wir sind jedem dankbar, der zu uns kommt.”

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