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Für die Quarantäne gibt es einen eigenen Arbeitsplatz

Drittklässler aus Rastatt muss in Quarantäne – seine Geschwister nicht

Nachdem die Parallelklasse ihres Sohnes in Quarantäne geschickt wurde, rechnete Miriam Kilius eigentlich damit, dass auch ihre Familie bald die Isolation drohen könnte, immerhin hat Kilius drei Kinder. Als es dann soweit ist, klappt alles besser als erwartet.

Unterricht am Laptop: Hauke Kilius beim Online-Unterricht mit seiner Klasse. Alle Schüler der 3b der Hans-Thoma-Schule mussten für zwei Wochen in Quarantäne. Foto: Miriam Kilius

Am 28. November kam die Nachricht, erinnert sich Miriam Kilius: „Das war ein Samstag. Da hieß es dann: ,Ab sofort müssen Sie drinnen bleiben.’“ Quarantäne. Sohn Hauke war „Kontaktperson Kategorie 1“ geworden, hatte also Kontakt zu jemandem, der später positiv auf das Coronavirus getestet worden ist.

Doch nicht nur Hauke ist in Quarantäne: Die gesamte Klasse 3b der Hans-Thoma-Schule in Rastat darf plötzlich das Haus nicht mehr verlassen. Geschockt war Miriam Kilius, die eigentlich anders heißt, aber anonym bleiben möchte, trotzdem nicht. „Das war eher ein Gefühl von: Ah, jetzt trifft es uns auch mal.“

Für Haukes Geschwister geht das Leben ganz normal weiter

Kilius hat drei Kinder: die jüngste Tochter geht in den Kindergarten, die älteste bereits auf eine weiterführende Schule. Und an Haukes Schule musste bereits die Parallelklasse für zwei Wochen in Quarantäne. „Da erwartet man schon, dass es jederzeit passieren kann“, sagt Mama Miriam. Wirklich vorbereitet war sie dann aber doch nicht auf die Nachricht des Gesundheitsamts.

Doch die Familie hat Glück: Die Anordnung, sich abzusondern, betrifft nur Sohn Hauke. Seine Schwestern und auch die Eltern dürfen das Haus nach wie vor verlassen. Dennoch war Mama Miriam vorsichtig: Ihre Große hat sie in Absprache mit der Schulleitung von allen Fächern befreien lassen, bei denen keine Maskenpflicht herrscht. Und die Kleine geht erst wieder in die Kita, als Haukes Testergebnis da ist: Er ist negativ.

Das steht und fällt mit der Lehrkraft.
Miriam Kilius, Mutter eines Quarantäneschülers

Eine Erleichterung für die Familie, denn die Auflagen des Gesundheitsamts sind im Alltag nicht einfach zu erfüllen. „Separat zu essen oder ein eigenes Bad zu nutzen, das geht schon rein räumlich gar nicht“, erzählt Kilius. „Und die Kinder voneinander fernzuhalten, ist schwierig.“ Mit dem negativen Testergebnis ist wenigstens klar, dass Hauke raus in den Garten darf.

„Mein Sohn kommt ganz gut mit der Situation zurecht“, sagt Miriam Kilius. „Es fällt ihm nicht schwer, so zu lernen.“ Sicher helfe auch, dass die ganze Klasse in der selben Lage ist. Während vormittags gelernt wird, chattet Hauke nachmittags fleißig mit seinen Klassenkameraden auf der städtischen Plattform „Rastatt schnatzt“. „Das findet er richtig toll. Da wird dann gezeigt, was man aus Lego gebaut hat.“

Der Anfang war etwas chaotisch, jetzt hat Hauke richtig Routine

Eigentlich hat der Drittklässler noch keinen eigenen Arbeitsplatz gehabt. „Jetzt haben wir ihm einen eingerichtet. Wir haben einen alten Laptop fit gemacht und eine Kamera besorgt.“ Hauke ist begeistert. Jeden morgen um 8.30 Uhr trifft sich die Klasse zur Videokonferenz. „Die ersten ein, zwei Tage war es ein bisschen chaotisch, inzwischen klappt das richtig gut.“ Bei dem Treffen verteilt die Klassenlehrerin Aufgaben, die die Schüler anschließend bearbeiten.

Mittags wird dann drüber gesprochen, gemeinsam getanzt oder eine Maus-Sachgeschichte geschaut. „Wir schicken ein Foto von den bearbeiteten Sachen und bekommen am Nachmittag die Korrekturen zurück.“ Miriam Kilius ist begeistert, wie sich die Schule einbringt. Abends gebe es sogar noch einen Gute-Nacht-Gruß der Lehrerin. „Sowas steht und fällt natürlich mit der Lehrkraft.“

Ah, jetzt trifft es uns auch mal.
Miriam Kilius, Mutter eines Quarantäneschülers

Nur einen Wermutstropfen gibt es für die Familie: Wäre die Quarantäne nur wenige Tage später ausgesprochen worden, wäre sie unter die neuen Regelungen gefallen. „Dann hätten wir uns ,freitesten’ können“, sagt Mama Kilius. Ihren Humor hat sie dennoch nicht verloren: „Das ist halt dumm gelaufen. Beim nächsten Mal sind es dann hoffentlich nur fünf Tage.“

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