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LKA meldet Erfolg

Drogenring zerschlagen – Verdächtige aus Baden-Baden und Rastatt in Untersuchungshaft

Der spektakuläre Fall Encrochet in Frankreich Mitte 2020 führt nun zu einem erfolgreichen Schlag gegen die Drogenkriminalität in der Region: Die Polizei hat vier mutmaßliche Dealer aus Baden-Baden, Rastatt und Kehl verhaftet, die weit über die Landesgrenzen mit Rauschgift gehandelt haben sollen

Erfolg im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität: Die Polizei hat in der Region vier Männer verhaftet, die mit Drogen (hier als Symbolbild) im großen Stil gehandelt haben sollen. Foto: Julian Stratenschulte picture alliance/dpa

Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Baden-Baden melden einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität im Südwesten: Nach mehrmonatigen Ermittlungen hat die Polizei einen Drogenring zerschlagen, der in der BNN-Region aktiv war. Eine Spur führt nach Österreich.

Auf BNN-Anfrage bestätigte das LKA eine konzertierte Aktion der Landespolizei und der Polizei in Wien, bei der vor einigen Wochen vier Männer im Alter zwischen 32 und 33 Jahren festgenommen wurden. Die drei Deutschen und ein Kroate stammen demnach aus dem Raum Baden-Baden, Rastatt und Kehl. Nach Polizeiangaben sind die Beschuldigten bereits wegen Drogenhandels vorbestraft gewesen und hätten Haftstrafen verbüßt.

Das passiert nur einige Male im Jahr.
Sprecher des LKA in Stuttgart

„Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg“, sagte ein LKA-Sprecher. „Das passiert nur einige Male im Jahr, es geht hier schließlich um große Mengen von Betäubungsmitteln“. Dem Hauptbeschuldigten aus Baden-Baden werden 14 Fälle des Handels mit 140 Kilogramm Marihuana, 20 Kilogramm Haschisch und 2,1 Kilogramm Kokain zur Last gelegt. Seine drei Mittäter sollen insgesamt 23 Straftaten begangen haben, bei denen zusammengerechnet mehr als 220 Kilogramm Drogen die Besitzer gewechselt haben könnten.

Die verkauften Drogen in der Region kamen aus Spanien

Die Ermittler gehen davon aus, dass die festgenommenen Männer ihren illegalen Handel im ersten Halbjahr 2020 getrieben haben. Laut der Staatsanwaltschaft kamen die Drogen aus Spanien und wurden sowohl in Baden-Württemberg als auch in anderen Bundesländern verkauft.

Die Polizei kam der Gruppe auf die Schliche, nachdem sie entsprechende Hinweise der Behörden in Frankreich und den Niederlanden erhalten hatte. Es geht um die sogenannte Akte Encrochat, den Fall eines Telekom-Unternehmens, das bis Mitte des vergangenen Jahres verschlüsselte Kommunikation und Krypto-Handys anbot, die wohl auch von vielen Kriminellen genutzt wurden.

Es gelang den französischen Ermittlern im Frühjahr 2020, in das Netzwerk mit etwa 60.000 Abonnenten einzudringen und seine Server zu knacken. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Baden-Baden fand man dort Daten, die nach Deutschland geschickt wurden und letztlich zu Ermittlungen gegen die vier Männer aus der Region geführt haben.

Tipp aus Frankreich führte zu Festnahmen in Baden-Baden

Ende Mai schlugen dann deutsche und österreichische Polizisten gleichzeitig zu. Bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen und von Geschäftsräumen wurden etwa acht Kilogramm Marihuana gefunden. Auch in der Wohnung eines der Beschuldigten in Wien fand die Polizei Rauschgift.

Das LKA geht davon aus, dass es eine gut vernetzte Gruppe erwischt hat: „Bei der Kriminalität in dieser Größenordnung braucht man schon eine organisierte Struktur.“ Wie gut die Geschäfte bei den Drogendealern liefen, wird aus dem Antrag der Staatsanwaltschaft Baden-Baden auf einen sogenannten Vermögensarrest eines der Beschuldigten klar.

Es geht um eine Summe von 750.000 Euro. So viel Geld soll in die Staatskasse fließen, nachdem bei dem Mann wertvolle Uhren, Autos und Bargeld beschlagnahmt wurden. „Das ist ein großer Fisch“, heißt es dazu in Stuttgart.

Wertvolle Uhren, Autos und Bargeld in Baden-Baden beschlagnahmt

Die Festgenommenen befinden sich zurzeit in Untersuchungshaft, sie sind nicht geständig. Bei der Staatsanwaltschaft in der Kurstadt freut man sich unterdessen über einen „richtig guten Lauf“ im Kampf gegen den Drogenhandel. „Dieses Jahr haben wir etwa 140 Fälle mit 500 Kilogramm Rauschgift aufgeklärt und mehr als 150 Kilogramm sichergestellt. Das ist schon ein Wort für Baden-Baden, das nicht gerade als ein Zentrum der Kriminalität bekannt ist“, sagt ein Sprecher. Einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sieht er nicht.

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