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Meinung

von Yvonne Hauptmann

Angestrebtes Bürgerbegehren

Der Protest gegen die Windkraftanlagen im Durmersheimer Hardtwald regt sich reichlich spät

Die Argumente der Durmersheimer Windkraftgegner sind teils nicht schlüssig. Aber auch die Gemeinde hätte transparenter arbeiten müssen.

Blick auf den Hardtwald
Mitten im Durmersheimer Hardtwald sollen Windkraftanlagen entstehen. Foto: Helmut Heck/Archiv

Dass den Windkraftplänen im Durmersheimer Hardtwald nun doch noch Gegenwind entgegenweht, kommt überraschend. Immerhin hatte die Gemeinde, so scheint es, ziemlich viele Klimmzüge gemacht, um ihre Bürger im Vorfeld zu beteiligen.

Es gab einen Bürgertisch, an dem zufällig ausgeloste Durmersheimer teilnahmen, und der Gemeinderat hielt sich, was seine Entscheidungen bezüglich des Windkraftprojekts betraft, im Prinzip an dessen Vorschläge. In einer anschließenden Bürgerinformation im März 2022 blieben kritische Fragen aus.

Protokolle sind öffentlich einsehbar

Und doch formieren sich nun einige Durmersheimer, die sich gegen die Standorte der Anlagen im Hardtwald mit einem Bürgerbegehren beziehungsweise vielleicht sogar mit einem Bürgerentscheid wehren wollen.

In einem haben Martin Ganz und seine Mitstreiter Recht: Die Gemeindeverwaltung unter dem früheren Bürgermeister Andreas Augustin (parteilos) hätte in der Vergangenheit sowohl die Einberufung des Bürgertischs als auch die Verlegung der Standorte vom Waldrand ins Waldgebiet etwas offener kommunizieren können.

Derzeit kann man dem Rathaus aber kaum mangelnde Transparenz vorwerfen: Eine eigene Homepage informiert umfassend über das Projekt und auch die Protokolle des Bürgertischs sind nach wie vor online einzusehen.

Dass nun aber genau diejenigen, die ein Mittel der direkten Bürgerbeteiligung anstreben, dem Gemeinderat vorwerfen, in seiner Entscheidung blind den Vorschlägen des Bürgertischs gefolgt zu sein, passt vorne und hinten nicht zusammen. Immerhin waren dessen Mitglieder mitnichten in irgendeine Richtung ausgewählt, sondern per Losverfahren ermittelt worden.

Bereits im Juni 2022 war bekannt geworden, dass die Windräder vom Waldrand weg mitten in den Forst hinein rücken. Warum der Protest erst jetzt kommt, wo bereits ein Investor gefunden, sowie viel Zeit und Geld in Planungen investiert wurde, ist schlichtweg unverständlich.

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