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Kandidatin im Wahlkreis Rastatt

Verena Bäuerle aus Durmersheim: Von der Entwicklungshelferin zur AfD-Kandidatin

Verena Bäuerle will im Wahlkreis Rastatt für die AfD in den Bundestag einziehen. Als Pflegekraft hat sich die 56-Jährige vor allem die Gesundheitspolitik auf die Fahnen geschrieben. Corona hält sie für eine „proklamierte Pandemie“. Statt sich impfen zu lassen, solle „jeder die Infektion durchmachen“.

Großer Bee-Gees-Fan: Verena Bäuerle hat sich in ihrem Wohnzimmer im Durmersheim eine Fan-Ecke für die Pop-Band eingerichtet. Foto: Holger Siebnich

Verena Bäuerle beschreibt sich als christlichen Menschen. Der Schrein in ihrem Wohnzimmer in einem Mehrfamilienhaus in Durmersheim ist aber einer ganz weltlichen Gruppe gewidmet. Auf einer Kommode stehen Bilder der Bee Gees, darüber hängt an der Wand eine goldene Schaltplatte. Die Musik der Pop-Gruppe ist eine der Leidenschaften der 56-Jährigen. Eine andere ist in den vergangenen Jahren die Politik geworden. Bei der Bundestagswahl tritt Bäuerle im Wahlkreis Rastatt für die AfD an.

Es ist das erste große Thema der Partei, das auch sie 2014 politisiert: die Euro-Krise. „Ich hab gedacht: Da läuft etwas total verquer“, sagt sie. Ende desselben Jahres liest sie erstmals von der AfD. Zufällig findet zwei Tage später ein Landesparteitag in Karlsruhe statt. Kurzentschlossen geht sie hin. „Das hat mir gefallen. Es ging hoch her. Schon damals gab es Machtkämpfe“, erinnert sie sich.

Sie stellt noch vor Ort einen Mitgliedsantrag. Kurz darauf wird sie in den Vorstand des Kreisverbands Baden-Baden/Rastatt gewählt: „Ich will aktiv etwas bewegen.“ Seit der Kommunalwahl 2019 sitzt sie im Kreistag.

Bäuerle ist erklärte Corona-Impfgegnerin

Im Frühjahr dieses Jahres sei schließlich die Idee der Bundestagskandidatur an sie herangetragen worden. „Ich selbst habe daran überhaupt nicht gedacht“, sagt sie. Von ihrer Selbsteinschätzung wäre sie eher zu dem Ergebnis gekommen: „Das ist schon eine Hausnummer zu hoch.“ Doch bei der parteiinternen Nominierung setzte sie sich schließlich mit 52 Prozent gegen Volker Kek durch, der schon bei der Landtagswahl sein Glück versucht hatte.

Jeder sollte die Infektion durchmachen.
Verena Bäuerle, AfD-Kandidatin

Auf die Fahne geschrieben hat sich Bäuerle als ausgebildete Pflegekraft vor allem die Gesundheitspolitik. „Das fällt uns noch auf die Füße“, warnt sie vor Folgen des Pflegenotstands. Wenn es nach ihr ginge, bliebe die Klinik-Versorgung Aufgabe der öffentlichen Hand. Sie plädiert für weniger Privatisierung in diesem Bereich. Auch die ärztliche Versorgung auf dem Land liegt ihr am Herzen.

An der Corona-Politik von Bund und Ländern lässt sie kein gutes Haar. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bezeichnet Bäuerle als „komplett überzogen“. Auf ihrer Homepage schreibt sie von einer „proklamierten Pandemie“. Die Impfung bezeichnet sie als „riesigen menschlichen Versuch“. Sie stellt den Nutzen der Wirkstoffe generell infrage. „Jeder sollte die Infektion durchmachen – so wie er auch andere Infektionen schon durchgemacht hat.“

Dass ihre Thesen den Erkenntnissen eines Großteils der Wissenschaft widersprechen, ficht sie nicht an. Die Statistiken des Robert-Koch-Instituts zu Infektionszahlen und Todesfällen lehnt sie einfach ab: „Ich glaube den Zahlen nicht.“

Bäuerle fordert harte Strafen für ausländische Straftäter

Mit ihrer Auffassung will sie auch die Leitlinie der Bundespartei mitbestimmen. Seit 2017 ist sie Mitglied im Bundesfachausschuss „Gesundheitspolitik“ der AfD. Sich im internen Parteispektrum zwischen konservativ und rechtem Rand einzuordnen, falle ihr schwer: „Alle Lager haben ihre Berechtigung.“

Wir sind die Herren in unserem Haus.
Verena Bäuerle, AfD-Kandidatin

Beim Thema innere Sicherheit haut sie selbst verbal auf die Pauke: „Wir sind die Herren in unserem Haus.“ Vor allem ausländische Straftäter nähmen Polizei und Gerichte nicht ernst. Sie plädiert für „harte Strafen für alle, auch für die, die zu uns kommen“. Als Entwicklungshelferin war Bäuerle mehrere Jahre auf der Arabischen Halbinsel aktiv, zuletzt im Jemen. Dort sei sie auch mit Islamisten in Kontakt gewesen.

Als sie schließlich Anfang 2001 zurückkehrte, habe sie den Eindruck gewonnen, dass sich auch in Deutschland ähnliches Gedankengut breitmache. Hinzu seien „links-grüne“ Tendenzen gekommen. Sie sagt: „Wir geben unsere Kultur preis. Wir sind ein christlich-jüdisch geprägtes Land.“

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