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150 Gedichte

Vom Nationalspieler zum Poeten: Ehemaliger Durmersheimer Volleyballer plant Gedichtband

Er war einst beim TuS Durmersheim ein herausragender Spielmacher in der mittelbadischen Volleyballszene, arbeitete als Rektor in der Durmersheimer Friedrichschule und engagierte sich in der Flüchtlingshilfe. Zugleich ist Franz Kary Hobby-Poet. Nun will er einen Gedichtband veröffentlichen.

Große Auswahl: Einen Teil seiner selbst verfassten Gedichte will der ehemalige Schulrektor und Volleyballspieler Franz Kary in einem Buch veröffentlichen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Vor ihm liegt ein dicker Ordner. Er ist voll gepackt mit Gedichten „Etwa 150 sind es“, sagt Franz Kary und oft umspielt ein Lächeln seine Mundwinkel, wenn er einige Passagen aus seinen gesammelten Werken vorliest. Nun hat sich der 73-Jährige entschlossen, seine gesammelten, von ihm selbst produzierten Werke in einem Buch zu veröffentlichen.

Die Texte sind amüsant, humoresk, aber auch besinnlich und regen zum Nachdenken an.
Franz Kary, ehemaliger Schulrektor

„Die Texte sind amüsant, humoresk, aber auch besinnlich und sie regen zum Nachdenken an“, sagt Kary. Er entwickelt seine Ideen vor allem aus seiner Beobachtungsgabe, kleinen alltäglichen Dingen, die ihm auffallen aus völlig unterschiedlichen Bereichen. Die Behördensprache gehört dazu, Begebenheiten in der Straßenbahn, die Liebe zu Hunden, die Gartenarbeit, aber auch Betrachtungen zur „Achtung vor der Schöpfung“ .

Ideen entstehen aus seiner Beobachtungsgabe

Oft sei in den Gedichten am Ende auch so etwas wie eine Moral enthalten oder eine Wendung, mit der der Leser nicht rechnet, erklärt Kary, der dabei auch das Thema Schule nicht ausklammert. Denn: Kary war von 1996 bis 2012 Rektor der Durmersheimer Friedrichschule – genau dort, wo er selbst seine Grundschulzeit verbrachte. Und als Rektor bewies er damals schon bei einem selbst komponierten und während eines Schulfestes präsentierten „Schulhaus-Rap“ seine Fähigkeiten im Umgang mit Texten und Reimen.

Eher ungewöhnlich waren allerdings Karys Anfänge als Hobby-Poet: „Bei einem Trainingslager mit der Kappelrodecker Volleyballmannschaft habe ich mir in Spanien ein Loch für einen Ohrring stechen lassen. Das war damals sehr ungewöhnlich für einen Lehrer“, berichtet Kary. Die Schüler hätten daraufhin sehr verwundert reagiert – und er verarbeitete das Erlebte in Gedichtform, die er fortan immer weiter pflegte.

Zwei Volleyball-Länderspiele gegen Luxemburg bestritten

Der gebürtige Durmersheimer, der heute in Rheinstetten lebt, hatte sich in den 70er und 80er Jahren in der Volleyballszene einen Namen gemacht, der weit über die Region hinausreichte. Zu Zeiten der Olympischen Spielen in München 1972 spielte er mit dem TuS Durmersheim noch in der höchsten Deutschen Spielklasse, galt als Spielmacher der Extraklasse und arbeitete auch als Spielertrainer.

„Wir sind zwei Mal unter die letzten Acht im Deutschen Volleyball-Pokal gekommen, haben gegen 1860 München und den Hamburger SV gespielt“, erinnert sich Kary – und es ist nicht zu verkennen, wie gerne er an diese Zeit zurück denkt. Dass er Anfang der 70er Jahre auch zwei Länderspiele mit der deutschen Nationalmannschaft in Heidelberg gegen Luxemburg bestritt, erwähnt er fast nur beiläufig.

Nach Stationen beim TV Bischweier und in der Regionalliga beim TV Kappelrodeck beendete Kary seine Volleyballkarriere, die ihn unter anderem auch zu vielen Turnieren auf internationaler Ebene geführt hatte.

Engagement für die Flüchtlingshilfe

Nach seinem altersbedingten Abschied als Rektor hatte sich Kary ab 2015 in hohem Maße auch für die Flüchtlingshilfe engagiert. „Wir haben Deutsch-Unterricht, Hausaufgabenbetreuung und einen Fahrradreparaturservice angeboten“, nennt Kary Beispiele. Zudem erinnert er an das große Engagement für einen Flüchtling aus Pakistan, dessen Aufenthaltsgenehmigung vor zwei Jahren eigentlich auslief, der hier aber bestens integriert gewesen sei:

„Wir haben 511 Unterschriften gesammelt, der Härtefallantrag hatte Erfolg, er durfte bleiben und der Kontakt zu ihm ist bis heute noch sehr eng“, erzählt Kary, der nicht ausschließt, sich auch im Zuge der Flüchtlingswelle aus der Ukraine nochmals in diesem Bereich engagieren zu wollen.

Ich hoffe, im Herbst wird es fertig sein.
Franz Kary, ehemaliger Schulrektor

Zunächst einmal aber möchte er sein Buchprojekt vorantreiben: „Ich hoffe, im Herbst wird es fertig sein“, blickt er voraus, will sich aber vorab noch auf die Suche nach einem Karikaturisten begeben, der den Gedichtband mit seinen Werken noch etwas bereichern könnte. Fest im Visier hat Kary zudem einen Abend unter dem Motto „Poesie und Pop“.

Gemeinsam mit dem Gitarristen Folker Hahn und Sängerin Nicole Stichling hatte er diesen Abend schon im April 2020 geplant: „Alle Plakate waren schon gedruckt“, erzählt er, ehe Corona einen Strich durch die Rechnung machte. Nun allerdings soll alsbald ein neuer Anlauf unternommen werden – und der Erlös einem guten Zweck dienen, wie Kary ankündigt.

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