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Nach dem Ansturm im Vorjahr

Badeseen in Rastatt und Umgebung: Nicht überall ist das Baden erlaubt

Auch in diesem Jahr werden viele Menschen aufgrund der Corona-Pandemie nicht in den Urlaub fahren. Wie in der vergangenen Saison dürften daher die Badeseen äußerst belebt sein. Wie bereiten sich die Kommunen darauf vor? Die BNN haben nachgefragt.

Für die Badesaison am Goldkanal laufen aktuell die Planungen. Nach dem Andrang im letzten Sommer möchte die Stadt vorbereitet sein. Foto: Christiane Widmann

Wenn Christian Weber an das vergangene Jahr und die Situation an den Badeseen zurückdenkt, dann ist er nicht wirklich erfreut. Es seien „chaotische und überfüllte Sommerverhältnisse“ gewesen, sagt der BNN-Leser in seiner Anfrage an die Redaktion.

Und, mit Blick auf die diesjährige Badesaison, hat Weber auch so seine Vorbehalte: „Mein persönliches Gefühl ist, dass viele da einfach zuwarten und gehofft haben, dass 2021 der Covid-Spuk schon vorbei sei.“ Deswegen will er wissen, welche Konzepte die Kommunen für den anstehenden Sommer entwickelt haben.

In der Tat waren im vergangenen Jahr die Badestellen ohne kontrollierten Zugang in der Region stark frequentiert. Ein Beispiel war der Goldkanal in Elchesheim-Illingen, wo es an einem Wochenende Ende Juli zu bedeutenden Verkehrsproblemen kam. Der große Andrang auf die Seen war auch eine Folge der Corona-Pandemie: Viele Menschen gingen nicht in den Urlaub, sondern suchten im kühlen Nass vor Ort Erholung.

Wir stellen uns auf den gleichen Andrang wie im letzten Jahr ein.
Patrick Strauß, Gemeinde Elchesheim-Illingen

In Elchesheim-Illingen laufen aktuell die Planungen für die nächste Saison. „Wir stellen uns auf den gleichen Andrang wie im letzten Jahr ein“, sagt Patrick Strauß, der Hauptamtsleiter der Gemeinde. Aktuell bringt die Gemeinde ein Verkehrskonzept für den Goldkanal auf den Weg. Erarbeitet wird dieses von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Rastatt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Elchesheim-Illingen und Steinmauern sowie den örtlichen Feuerwehren und der Polizei.

Das Konzept zielt vor allem auf die Freihaltung der Rettungswege ab. Sollten die Parkplätze voll sein und die Gefahr bestehen, dass Rettungswege blockiert werden, so ist laut Strauß auch eine Sperrung möglich. Im Moment ist ihm zufolge an einem Sommerwochenende eine Schwerpunktkontrolle geplant.

Diese soll vom Gemeindevollzugsdienst der Gemeinden Elchesheim-Illingen und Steinmauern in Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier Rastatt vorgenommen werden. „Wir hoffen auf das Sicherheitskonzept“, sagt Strauß. Gleichzeitig verweist er darauf, dass der Goldkanal kein offizieller Badesee sei und das Baden auf eigene Verantwortung geschieht.

Baden im Erländersee soll vorerst verboten bleiben

Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung wird der Erländersee in Hügelsheim vorerst nicht zum Baden freigegeben werden. Das teilt eine Mitarbeiterin des Rathauses mit und verweist auf den entsprechenden Paragrafen in der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Dort heißt es, dass „Schwimm-, Hallen-, Thermal-, Spaßbäder und sonstige Bäder sowie Badeseen mit kontrolliertem Zugang“ geschlossen bleiben.

Der Erländersee hat zwar keinen kontrollierten Zugang, eine Öffnung sei aber gerade deswegen problematisch, unterstreicht die Mitarbeiterin. Normalerweise startete die Badesaison in der zweiten Maihälfte, aber: „Aktuell ist eine sichere Planung nicht möglich.“ Wenn der Badebetrieb wieder erlaubt ist, kann man auf das Hygienekonzept aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen und dieses anpassen, so die Mitarbeiterin weiter.

In Rastatt-Ottersdorf und Wintersdorf gibt es aktuell keine Verbote

In Rastatt gibt es in den Ortsteilen Ottersdorf und Wintersdorf Badeseen ohne kontrollierten Zugang. Diese sind im Moment nicht geschlossen, wie Heike Dießelberg, Pressesprecherin der Stadt Rastatt, mitteilt. Dort dürfen sich aktuell nur ein Haushalt und eine weitere Person treffen. Zu anderen Personen muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Die Kontrollen finden angepasst an die aktuelle Lage statt: „Wenn beispielsweise das Wetter schlecht ist, muss nicht kontrolliert werden“, so Dießelberg. Bei Badewetter gebe es allerdings Kontrollen vor Ort.

Interessant wird sein, welche Auswirkungen die Notbremse des Bundes hat, in der kein Badeverbot in Seen verankert ist. Im Moment sieht es danach aus, als würde Baden-Württemberg die Notbremse wohl ohne Änderungen umsetzen. Damit würden die Badeseen am Ende doch wieder zugänglich sein.

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