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Einwände abgewiesen

Streit um Sportstätten: Elchesheimer Fußballer müssen umziehen

Nach jahrelangem Streit steht fest: Der Fußballverein Rot-Weiß Elchesheim muss sein Sportgelände räumen, weil die Gemeinde dort Häuser bauen will. Eine Petition des Vereins hat der Landtag abgelehnt.

Enge Nachbarschaft: Das Sportgelände des Rot-Weiß Elchesheim liegt direkt neben der Wohnbebauung. Foto: Hans-Jürgen Collet

Der Petitionsausschuss des Landtags hat den Sportstättenstreit in Elchesheim-Illingen abgepfiffen. Dieter Link, der Vorsitzende des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim (RWE), hatte sich per Petition gegen den Zwangsumzug seines Vereins auf das Gelände des mittlerweile aufgelösten FC Illingen gewehrt.

Doch als Sieger des Streits geht die Gemeinde vom Platz. Die Ausschussmitglieder attestieren Verwaltung und Gemeinderat ein rechtlich korrektes Vorgehen.

Bürgermeister Rolf Spiegelhalder hofft nach der Entscheidung am Donnerstagabend, dass sich Link nun mit ihm an den Verhandlungstisch setzt: „Die Hand ist ausgestreckt.“

Der Beschluss des Petitionsausschusses ist der vorläufige Schlusspunkt hinter eine sieben Jahre alte Auseinandersetzung. 2013 hatte sich der Gemeinderat bei einer Klausurtagung entschieden, sich gemeinsam mit RWE und FC Gedanken über eine Zusammenlegung der Sportstätten zu machen. Ziel war es, das Gelände in Illingen als künftiges Gesamtdomizil zu nutzen und Teile des Areals in Elchesheim als Baugebiet zu entwickeln.

Gemeinde will sich an Kosten beteiligen

Der RWE lehnte das allerdings ab und beantragte 2017, seinen Hartplatz auf eigene Kosten in einen Winterrasenplatz umwandeln zu dürfen. Der Gemeinderat versagte dem Verein das Anliegen im Sommer 2018 einstimmig.

Stattdessen gaben die Mitglieder des Gremiums grünes Licht für eine Sanierung des Rasenplatzes in Illingen und die Planung eines Kunstrasenplatzes auf dem dortigen Gelände. Dafür müsse der RWE zwar die Bauherrschaft übernehmen und Zuschussanträge beim Badischen Sportbund stellen, die Gemeinde trage aber die Kosten, die nicht durch Fördergelder gedeckt seien. Für eine Modernisierung des Vereinsheims wäre die Kommune bereit, 30 Prozent Zuschuss zu gewähren.

Verein hatte mehrere Punkte beanstandet

Der RWE-Vorsitzende Link reichte gegen diesen Fahrplan eine Petition ein. Darin beanstandete er mehrere Punkte. So sei das Gelände des ehemaligen FC Illingen marode und werde durch Druckwasser überschwemmt. Durch die Übernahme der Bauherrschaft trage sein Verein außerdem das unternehmerische Risiko. Der bisherige Standort an der Waldstraße sei besser geeignet.

Außerdem habe Bürgermeister Spiegelhalder eine Vermittlung durch den Präsidenten des Badischen Sportbunds abgelehnt. Der 2019 vom Gemeinderat gefasste Beschluss zur Aufstellung eines beschleunigten Bebauungsplanverfahren für ein Wohngebiet anstelle des Sportgeländes sei aus naturschutzrechtlichen Gründen unzulässig. Als weiteres Argument führte Link Konflikte mit dem Hochwasserschutz in Illingen an.

Es ist wichtig, dass wir jetzt gemeinsam an einen Tisch kommen.
Rolf Spiegelhalder, Bürgermeister

Die Mitglieder des Petitionsausschusses folgten dieser Argumentation allerdings nur in einem Punkt: der Aufstellung des Bebauungsplans für ein künftiges Wohngebiet im beschleunigten Verfahren. Der Einwand Links, dass davon FFH-Gebiete berührt seien, treffe zu. Die Gemeinde habe aber bereits signalisiert, auf die Bremse treten zu wollen und statt eines beschleunigten das Regelverfahren anzuwenden. In dessen Rahmen könne Link oder auch der Verein Stellungnahmen abgeben.

In allen weiteren Punkten könne der Petition nicht abgeholfen werden. Der Ausschuss stellt dagegen klar fest: „Das Sportgelände in Elchesheim kann nicht in der bisherigen Form erhalten bleiben, da der Rasenplatz zu nah an der Wohnbebauung liegt und die Fläche in den nächsten Jahren für Wohnbebauung vorgesehen ist.“

Vorsitzender wartet auf Mitteilung aus Stuttgart

Link wollte sich am Freitag zu dem Beschluss nicht äußern. Er teilte lediglich mit: „Leider habe ich noch keine Mitteilung aus Stuttgart erhalten. Deshalb werde ich auch noch nichts dazu sagen.“ Darüber hinaus müsse erst der Vorstand des RWE über das Ergebnis beraten.

Bürgermeister Spiegelhalder hofft, dass die Planungen im kommenden Jahr vorangetrieben werden können. Die Zuschussanträge beim Badischen Sportbund sollten bis Ende 2021 gestellt werden: „Es ist wichtig, dass wir jetzt gemeinsam an einen Tisch kommen.“

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