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Resolution zur Wiedereröffnung und zum Erhalt der Entbindungsstation überreicht

Eltern protestieren gegen Schließung der Geburtsstation am Rastatter Kreiskrankenhaus

Bei einer Protestaktion, zu der „Verdi“ und „Mother Hood“ aufgerufen hatten, forderten am Dienstag zahlreiche Eltern vor der Badner Halle die Wiedereröffnung der Klinik für Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Rastatt.

Gesprächsbereit: Kreisrat Manuel Hummel (Grüne) stellt sich den Fragen der Eltern. Einige seiner Kollegen stahlen sich durch den Seiteneingang in die Badner Halle. Foto: Hans-Jürgen Collet

Der Druck auf die Landkreisverwaltung steigt: Mit einer Protestaktion haben am Dienstag rund 40 Eltern samt ihren Kindern vor der Badner Halle gegen die Schließung der Klinik für Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Rastatt protestiert und die schnellstmögliche Wiedereröffnung gefordert. Seit Mitte März steht in Rastatt der Kreißsaal nicht mehr zur Verfügung.

Schwangere werden seither in Baden-Baden-Balg entbunden. Organisiert hatte den Protest die Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“ zusammen mit der Elternvereinigung „Mother Hood“.

Auch Gemeinderäte aus den Reihen der SPD-Fraktion im Gemeinderat und der Partei „Die Linke“ nahmen an der Aktion teil.

Im Vorfeld der Kreistagssitzung übergab der erst jüngst ins Leben gerufene Runde Tisch „Geburtsklinik Rastatt bleibt!“ den Kreisräten und Landrat Toni Huber eine Resolution zum Erhalt der Rastatter Entbindungsstation. Manche schlichen sich durch den Seiteneingang. Der einzige, der sich den Fragen der Eltern stellte und dabei einiges zu hören bekam, war Kreisrat Manuel Hummel (Grüne).

Geburtshilfe darf nicht zum rein betriebswirtschaftlichen Prozess verkommen.
Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Janus

„Die Schließung der Geburtsstation ist nur der Anfang eines Ausstiegsprozesses aus der wohnortnahen Versorgung. Geburtshilfe darf nicht zum rein betriebswirtschaftlichen Prozess verkommen“, erklärte Gewerkschaftssekretär Michael Janus.

Zunächst sollte die Station coronabedingt nur für kurze Zeit, dann bis Herbst und schließlich bis Ende des Jahres geschlossen bleiben. „Diese Hinhaltetaktik ist für werdende Eltern eine enorme Belastung“, betont Anja Lehnertz von „Mother Hood“. Sie seien nun gezwungen, weite Anfahrtswege zu anderen Geburtsstationen in Kauf zu nehmen.

rastatt klinikum kreiskrankenhaus Foto: Achim Keiper

Bei 600 kleinen Erdenbürgern jährlich bedeute dies, dass seit Mitte März rund 200 Schwangere auf Kreißsäle in anderen Städten ausweichen mussten, die schon vor der Corona-Pandemie überfüllt waren. „In Baden-Baden gab es jüngst 25 Geburten an einem Tag, das kann keine gute Geburtshilfe mehr sein“, betonte Lehnertz.

Mitarbeiter in Baden-Baden sind überlastet

„Die langen Anfahrtswege sind mit erheblichen Risiken für Mutter und Kind verbunden.“ Michael Janus machte keinen Hehl daraus, dass die Beschäftigten am Standort Rastatt verunsichert und jene am Standort Baden-Baden durch die zunehmende Konzentration auf die dortige Geburtsklinik überlastet seien.

Doch langsam werde auch in der Belegschaft der Unmut lauter und es formiere sich Widerstand. Zusätzliche Sprengkraft berge das jüngst vorgestellte Strukturgutachten, das die mögliche Schließung der drei verbliebenen Krankenhäuser in Rastatt, Baden-Baden und Bühl und den eventuellen Neubau eines zentralen Großklinikums vorsieht.

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