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EM-Aus

Fans und Gastwirte in Rastatt sind enttäuscht: DFB-Elf bleibt hinter allen Erwartungen

Auch in Rastatt und Umgebung war am Dienstagabend Fußballschauen angesagt. Der Abend endete für die Fans der deutschen Nationalmannschaft allerdings mit Frust – England gewinnt 2:0 und steht im Viertelfinale.

Noch ist die Stimmung gut: Im Rantastic in Haueneberstein haben sich die Fans in schwarz-rot-goldene Schale geworfen. Doch alle Anfeuerung ist umsonst. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Nach dem 2:0 für England kippt die Stimmung endgültig. „Ein Wunder, dass sie überhaupt ins Achtelfinale gekommen sind“, schimpft ein junger Mann. Er verfolgt das EM-Achtelfinale zusammen mit rund 50 anderen Fans in einem Zelt vor einer Shisha-Bar in der Rastatter Innenstadt. Auch das letzte deutsche Spiel konnte die Erwartungen nicht erfüllen – sowohl der Anhänger als auch der Gastwirte.

Dabei ist die Stimmung kurz vor dem Anpfiff noch optimistisch. Der „Hopfenschlingel“ ist gut besetzt. In der ersten Reihe vor dem Bildschirm sitzt Dominik Glaser mit fünf Freunden. Es ist schon das dritte Spiel der Deutschen, das sie bei dieser Europameisterschaft in dem Lokal verfolgen. „Super, dass das wieder geht“, sagt einer von ihnen. Für die Gruppe steht fest: Deutschland gewinnt.

Regenschauer vor dem Anpfiff

Das wünscht sich auch Peter Vollmer hinter dem Tresen, schon allein um des Umsatzes willen. Das Achtelfinale hat es ihm und seinen Kollegen wieder nicht leicht gemacht. Am Nachmittag hat es noch geschüttet, mit dem Anpfiff kommt die Sonne raus. Den Biergarten voll zu besetzen, wäre zu unsicher gewesen. Trotzdem zeigt er sich einigermaßen zufrieden: „Es ist gut besucht.“

Auf der anderen Straßenseite im „Avocado“ ist Mario Matosin froh, dass seine Gäste seit ein paar Tagen keinen negativen Corona-Test auch im Innenbereich mehr vorweisen müssen. Für den Biergarten hat er 120 Reservierungen entgegengenommen. Zwar bleiben so ein paar Plätze frei, doch der Wirt wollte nicht mehr riskieren: „Falls es regnet und die Besucher nach innen wechseln, haben wir nicht mehr Platz.“ Doch es bleibt trocken.

Im „Lehner’s“ können die Fans auf der Terrasse Fußball schauen. Auch dort bleiben allerdings einige Plätze frei. Richtige EM-Stimmung kommt in der ersten Halbzeit noch nicht auf. Als Torwart Manuel Neuer nach einer Viertelstunde mit einer klasse Parade die Deutschen vor dem Rückstand bewahrt, ist nur Gemurmel statt des üblichen Aufschreis zu hören.

Frust in der 75. Spielminute

Ein ähnliches Bild bietet sich im Schnick-Schnack in Niederbühl. Dort ist Wirt Frank Hildenbrand auf Nummer sicher gegangen und hat den Biergarten zugelassen. Drinnen können die Fans das Spiel vor einer Leinwand und mehreren Bildschirmen verfolgen. Auch im Rantastic in Haueneberstein ist Indoor-Rudelschauen angesagt. Doch Public Viewing ohne Frischluft – da macht das Anfeuern der Großleinwand nicht halb so viel Spaß wie im Freien.

Herausforderung Wetter: Der Regen kurz vor Anpfiff stellt die Gastwirte vor Herausforderungen. Im Schnick-Schnack in Niederbühl fiebern die Fans drinnen mit der deutschen Mannschaft mit. Foto: Hans-Jürgen Collet

Fast eine Halbzeit dauert es, ehe lautstark die ersten Fachsimpeleien erklingen. „Ich hätt’ dem gleich Rot gegeben“, schallt es durch den Saal, als Kalvin Philipps in der 44. Minute Thomas Müller anstelle des Balles kickt. Und dann fliegen die Fan-Devotionalien.

Blumenkränze flattern unsanft zu Boden, als in der 75. ein Schock durch die luftig stehenden Tischgruppen weht. 1:0 für England. Plötzlich scheinen die Handys wieder wichtiger als der Fernseher. Nur einer feixt verhalten in den Reihen des Publikums. Graeme hat beide Staatsbürgerschaften. Für ihn endet das Spiel auf jeden Fall als Gewinner.

So gelassen können es die Fans im Zelt vor der Rastatter Shisha-Bar nicht sehen. Direkt nach dem Abpfiff springen die ersten auf und zischen ab. Der Autorkorso fällt heute aus. Und den Rest der EM auch.

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