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Zutaten auch aus Italien

Freiberger-Chef Oliver Heinisch: Tiefkühlpizza ist in Corona-Zeiten enorm gefragt

Bis zu 35 Lkw verlassen derzeit allein das Pizzawerk in Muggensturm - täglich. Von einer mit nichts vergleichbaren Nachfrage spricht Oliver Heinisch im Interview. Der Ettlinger ist Chef der Berliner Freiberger-Gruppe. Diese ist Weltmarktführerin für Tiefkühlpizza-Handelsmarken.

IMAGE-121989 Foto: N/A

Tiefkühlpizzen sind in Corona-Zeiten mehr denn je gefragt – denn sie halten über Monate. Ein Südzucker-Sprecher hatte kürzlich von Absatzzuwächsen im höheren zweistelligen Bereich gesprochen. Die Freiberger-Gruppe (Berlin) ist eine hundertprozentige Tochter des Südzucker-Konzerns.

Freiberger bezeichnet sich als Weltmarktführer für tiefgekühlte Pizza-Handelsmarken. Täglich werden – in Normalzeiten – über 3,5 Millionen Pizzen in den zwölf Werken in Europa und in den USA hergestellt. Geliefert wird an Supermärkte und Discounter in 30 Ländern, bis nach Südafrika.

Die zweitgrößte deutsche Freiberger-Fabrik ist in Muggensturm . Dort sind die Mitarbeiter derzeit besonders gefordert. BNN-Redakteur Dirk Neubauer tauschte sich mit Oliver Heinisch aus. Der Ettlinger ist Geschäftsführer der Freiberger-Gruppe und war viele Jahre lang Werkleiter in Muggensturm.

Herr Heinisch, haben Sie jemals eine so große Nachfrage nach Freiberger-Tiefkühlpizzen erlebt?

Oliver Heinisch: Es gibt immer wieder eine verstärkte Nachfrage, zum Beispiel im Oster- oder Weihnachtsgeschäft. Diese Nachfrage kennen wir, allerdings wird sie normalerweise geplant und vorbereitet. Was wir aktuell – nicht nur in Deutschland – erleben, ist mit nichts vergleichbar, nicht planbar. Eine gewisse Bevorratung durch die Kunden ist verständlich, aber die Aufrechterhaltung der Versorgung durch den Lebensmitteleinzelhandel funktioniert nachweislich in der Breite des Sortiments.

Haben all Ihre Hauptkunden kurzfristig nachgeordert?

Mittlerweile liegen alle Einzelhandelskunden über den für das Ostergeschäft bereits erwarteten höheren Planzahlen, und das in allen Ländern. Es gab länderspezifische Verzögerungen, jedoch war oder ist ein gewisser Domino-Effekt erkennbar. Es sind gewisse Abhängigkeiten von staatlichen Anweisungen oder von zu erwarteten Maßnahmen sichtbar.

Wie viele Lkw-Sattelzüge verlassen derzeit pro Tag das Werk in Muggensturm?

Die Zahl schwankt stark, es sind bis zu 35 Lkw pro Tag. Aufgrund der großen Menge bauen wir momentan hier in Muggensturm ein vollautomatisches Tiefkühl-Hochregallager, von dem wir dann zukünftig die Kundendisposition vornehmen werden.

PIZZA AM LAUFENDEN BAND: Freiberger produziert auch für fast alle deutschen Lebensmitteleinzelhandelskonzerne. Foto: Archiv Fabry

Wie viele Mitarbeiter arbeiten derzeit allein im Werk Muggensturm? Gibt es Zusatzschichten?

Aktuell haben wir 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Muggensturm beschäftigt. Wir versuchen nach Möglichkeit, Zusatzschichten zu fahren, die aber nicht immer für den Mehrbedarf ausgelegt sind. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter hat die höchste Priorität. Deshalb verlieren wir teilweise Produktionskapazitäten, weil wir versuchen, dort wo es möglich ist, Personal bewusst an einigen Linien zu reduzieren. Im Gegenzug benötigen wir teilweise Zusatzschichten.

Wir möchten hier die Gelegenheit nutzen und uns bei allen unseren Mitarbeiter zu bedanken. Wir sind begeistert, mit welchem Engagement, mit welcher Flexibilität und mit welchem Verständnis unsere Mitarbeiter täglich zur Arbeit erscheinen, um gemeinsam mit den Kollegen in unseren anderen Werken dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung die beliebte Tiefkühlpizza kaufen kann.

ZWÖLF WERKE hat die Freiberger-Gruppe in Europa und in den USA. Ihr zweitgrößtes deutsches Werk ist in Muggensturm. Foto: Fabry

Beziehen Sie auch Zutaten aus Italien?

Ja, beziehen wir. Da wir seit vielen Jahren mit verlässlichen, strategischen Lieferanten und Partnern zusammenarbeiten, haben wir bis auf kleinere Verzögerungen in der Anlieferung keine größeren Probleme in der Rohwarenversorgung. Die leichten Verzögerungen stammen aus der Logistikkette.

Sind die Lieferketten, was die Zutaten angeht, einigermaßen intakt?

Sie halten unverändert. Wir sind immer wieder begeistert, aber auch fasziniert, dass alles klappt.

Laufen alle Freiberger-Werke rund?

Es sind zwölf Fabriken. Alle laufen momentan. Die gelebten hohen Hygieneregeln in unseren Werken, die wir seit Jahren konsequent umsetzen, helfen in der aktuellen Situation umso mehr.

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