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Kreisvorsitzender im Interview

Freie Wähler im Kreis Rastatt wollen bei ihrem Namen bleiben

Nicht überall, wo Freie Wähler draufsteht, sind auch Freie Wähler drin. Um Verwechslungen mit der Aiwanger-Partei zu vermeiden, wird mancherorts über eine Umbenennung diskutiert.

Ein Mann sitzt am Schreibtisch.
Hält eine Namensänderung der Freien Wähler nicht für erforderlich: Kreisvorsitzender Arne Pfirrmann. Foto: Daniel Melcher

Im Zusammenhang mit der Diskussion um den stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger (Freie Wähler) überlegen manche Freie Wählervereinigungen in Baden-Württemberg, sich umzubenennen, um eine Verwechslung mit der Partei Freie Wähler auszuschließen.

Auch im Kreisverband Rastatt wird das Thema diskutiert, sagt Kreisvorsitzender Arne Pfirrmann.

Wie steht es um Umbenennungs-Bestrebungen der Freien Wähler im Kreisverband Rastatt?
Pfirrmann
Natürlich wurde das in einzelnen Freien Wählervereinigungen (WV) im Kreisgebiet diskutiert und könnte auch vor Ort autonom entschieden werden. Mir ist aktuell aber keine Freie WV im Kreisgebiet bekannt, die wegen der Aiwanger-Partei ihren Namen ändern will. Auch der Stadtverband Bühl hat sich in einer Mitgliederversammlung mehrheitlich gegen eine Namensänderung entschieden. Von anderen Freien WV wurde ebenfalls rückgemeldet, dass man am eingeführten eigenen Namen festhält.

Freie Wähler wollen für Sachpolitik auf kommunaler Ebene stehen

 Wie stehen Sie als Kreisverbandsvorsitzender zu dem Thema?
Pfirrmann
Diskussionen über eine mögliche Namensänderung wegen vermeintlicher Verwechslungsgefahr gab es auch schon vor fünf und zehn Jahren. Schon damals haben weder der Kreisverband noch die örtlichen Freien Wählervereinigungen ihren Namen geändert. Ich halte das auch jetzt nicht für erforderlich – erst recht nicht so kurz vor der Kommunalwahl. Das würde nach meiner Meinung eher zu Irritationen führen. Freie Wähler stehen von jeher für parteiunabhängige, ideologiefreie Sachpolitik auf kommunaler Ebene. Dafür sollten wir weiter selbstbewusst eintreten und uns nicht über das Handeln anderer oder in Reaktion auf bayrische Kraftrhetorik definieren. Wir werden auch bei der nächsten Kommunalwahl wieder deutlich machen, dass wir keine Partei sind. 
In Baden-Württemberg gibt es ja schon lange die Freien Wähler, länger als die Partei Freie Wähler. Bislang konnten die Wähler das offenbar auch unterscheiden, oder?
Pfirrmann
Landesweit betrachtet sind Freie Wähler in Gemeinderäten die stärkste Kraft, in den 35 Kreistagen mit über 20 Prozent die zweitstärkste. Die Aiwanger-Partei hingegen kam in Baden-Württemberg bei den Landtagswahlen 2021 nur auf drei Prozent. Das spricht in der Tat dafür, dass man das bei Wahlen zu unterscheiden weiß. Das spricht aber auch dafür, dass es auf kommunaler Ebene nach wie vor einen Bedarf an einer unabhängigen Sachpolitik ohne ideologische Einengungen, faktischen Fraktionszwang oder Parteivorgaben gibt.
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