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TV-Entertainer engagiert sich für arme Kinder

Gottschalk lässt in Rastatter Supermarkt die Kasse klingeln

Wer am Donnerstag im Niederbühler Netto-Markt einkaufen ging, dem konnte es passieren, dass er von Thomas Gottschalk zur Kasse gebeten wurde. Der gerade erst aus der Corona-Quarantäne entlassene TV-Entertainer unterstützte eine Spendenaktion für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Sichtlich zufrieden und scheinbar völlig entspannt: An der Supermarktkasse saß am Donnerstag als prominente Hilfskraft Deutschlands Kult-Entertainer Thomas Gottschalk. Er hatte alle Hände voll zu tun. Foto: Hans-Jürgen Collet

Da staunen die Kunden nicht schlecht. Viele, die am Donnerstag ihren ganz normalen Gang in den Niederbühler Supermarkt angetreten sind, dürften ihren Einkauf so schnell nicht vergessen. Die große Überraschung wartet auf sie, als es ums Bezahlen von Tiefkühlpizza, Nudeln, Küchenrolle oder Klopapier geht. Denn an der Kasse sitzt als prominente Hilfskraft wahrlich und leibhaftig Deutschlands Kult-Entertainer Thomas Gottschalk.

Verwundert über Gottschalks Erscheinen im Netto-Markt scheint kaum jemand zu sein. Manche sind zwar überrascht, aber viele wussten auch von seinem Einsatz, der gar nicht so sicher war. Denn erst Anfang dieser Woche war zu erfahren, dass der 70-jährige Wahl-Baden-Badener für Dreharbeiten in Budapest weilte und sofort nach seiner Reiserückkehr in Corona-Quarantäne musste, nachdem für Ungarn eine Reisewarnung ausgesprochen worden war. Mit dem Corona-Virus hat er sich nicht infiziert, zwei Tests waren negativ. Weil gemäß der Vorgaben des Landes Baden-Württemberg die Quarantäne von Reiserückkehrern aus sogenannten Risikogebieten durch ein negatives Testergebnis beendet wird, sitzt er jetzt eben im Supermarkt und hat dabei ordentlich was zu tun. Denn gefühlt ist wohl das ganze Dorf auf den Beinen, um endlich mal von Thommy zur Kasse gebeten zu werden.

Das ist ein tolles Projekt, für das ich mich gerne einsetze.
Thomas Gottschalk, Kult-Moderator

Wer den für seine spontane Gesprächsführung, seine flapsig-lockere, schlagfertige Art und seine extravaganten bis gewagten Klamotten bekannten Ex-„Wetten, dass …?“-Kultmoderator kennt, der weiß, dass es auch in dieser für ihn eher ungewohnten Arbeitsstelle nicht beim wortlosen Abkassieren bleibt. Doch Gottschalk ist im Stress. Umringt von unzähligen Fotografen sitzt er mit weißem Hemd und schwarzer Weste hinter einem Spuckschutz und erledigt seinen ehrenamtlichen Job mit höchster Konzentration. Ein Einkaufswagen nach dem anderen rollt an. „Mein lieber Scholli, da weiß man auch, was man am Abend geschafft hat“, erzählt er einer Kundin. Auf die Nachfrage unserer Redaktion, ob ihm diese Arbeit Freude bereitet und er so etwas schon des Öfteren gemacht hat, antwortet er, typisch Gottschalk: „Ja, jeden Tag.“

„Als Netto mich fragte, ob ich das Spendenkonzept unterstützen möchte, habe ich nicht zweimal überlegt. Das ist ein tolles Projekt, für das ich mich gerne einsetze. Ich will damit zeigen, dass schon kleine Geldbeträge für bedürftige Kinder etwas bewirken können“, erklärt der 70-Jährige seinen ehrenamtlichen Einsatz an der Supermarkt-Kasse. Dazuverdienen muss sich der Kult-Moderator, der seit Anfang des Jahres bei SWR3 zwei Sendungen moderiert, bald zwei neue Shows in der ARD bekommt und im Herbst 2021 in Offenburg noch ein einziges Mal seine ZDF-Kultshow moderieren wird, also nichts.

Spendenaktion soll gegen Armut helfen

Mit der Spendenaktion setzt sich Discounter „Netto“ in Form von Pfand- und Kassenspenden für von Armut betroffene und dadurch sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. „Die Kundenspenden fließen bis 26. September an die unabhängige Spendenbewegung ,Deutschland rundet auf’“, berichtet Netto-Sprecherin Christina Stylianou und fügt hinzu, dass bislang drei Prominente das Spendenkonzept des Discounters gegen Kinderarmut in Deutschland unterstützt hätten. „Seit Jahresbeginn haben wir so bereits 700.000 Euro gesammelt.“ Auf mehr als 50 prominente Unterstützer und zehn Millionen gesammelte Euro bringt es derweil die gemeinnützige Stiftung „Deutschland rundet auf“, wie deren Sprecherin Anke Merz-Betz berichtet. Bereits seit 2012 würden die Kunden dazu ermuntert, den Einkaufsbetrag auf die nächste Zehn-Cent-Stelle aufzurunden. Die Differenz fließe dann in aktuell 37 Förderprojekte für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche.

Schon kleine Geldbeträge für bedürftige Kinder können etwas bewirken.
Thomas Gottschalk, lebende TV-Legende

Aber wie kommt die Aktion eigentlich bei den Kunden an? Ist man da nicht völlig perplex, wenn da auf einmal so eine Berühmtheit an der Kasse sitzt? „Ich wusste nichts davon. Ich find’s witzig“, verrät Giovanni Ristucci aus Kuppenheim, der bei Gottschalk gerade Wasser, Bier, Brot und Spätzle eingekauft hat. Nicht ganz so überrascht sind die beiden Niederbühlerinnen Vanessa und Jasmin Jakob. „Uns war bekannt, dass er kommt und dass er jetzt tatsächlich hier ist - das ist schon ein schönes Gefühl. Nur die vielen Kameras sind ungewohnt“, sagen die 15 und 33 Jahre alten Schwestern, die sich mit Bioprodukten eingedeckt haben.

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