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Grünes Licht fehlt

Start der Grundschule in Rastatt-Wintersdorf verzögert sich

Die Entscheidung war nicht unumstritten: Wintersdorf sollte ab dem kommenden Schuljahr eine Grundschule bekommen. Doch das Vorhaben verzögert sich. Es fehlt eine entscheidende Nachricht aus Stuttgart.

Neue Perspektiven: Die Tage der Wintersdorfer Schule als Übergangsquartier der Hans-Thoma-Schule sind gezählt. Sie soll wieder Grundschule werden. In welcher Form, ist noch zu klären.
Verzögerung: Für den Start der Grundschule in Wintersdorf fehlt grünes Licht aus Stuttgart. Erst dann können notwendige Bauarbeiten starten. Foto: Ralf Joachim Kraft

Es geht nicht so schnell wie erhofft. Wintersdorf muss ein zusätzliches Jahr warten, bis der Betrieb in der Grundschule startet. Darüber hat die Stadtverwaltung die Mitglieder des Gemeinderats am Montag informiert.

Es fehlt grünes Licht aus dem Kultusministerium. Die Entwicklung bedeutet auch ein Jahr länger Schonfrist für das deutsch-französische Angebot im Nachbarort Ottersdorf.

Der Gemeinderat hatte am 27. Juni beschlossen, dass Wintersdorf wieder eine Grundschule bekommen soll. Das Angebot ist als Außenstelle der Grundschule Ottersdorf konzipiert.

Die Mehrheit der Stadträte setzte sich damit über Empfehlungen aus der Ottersdorfer Schule hinweg, wo sich sowohl die Leitung als auch Schulkonferenz und Gesamtlehrerkonferenz gegen die Außenstelle ausgesprochen hatten.

Zweisprachigem Unterricht droht das Aus

Ein Grund für die Ablehnung war unter anderem die Sorge um das bilinguale Angebot, bei dem Lehrer die Grundschüler in Ottersdorf in mehreren Fächern auf Französisch unterrichten.

Der zweisprachige Unterricht ist seit 17 Jahren möglich, weil es zwei Klassen pro Stufe gibt: eine normale und eine bilinguale. Eröffnet in Wintersdorf die Außenstelle, gibt es aber in Ottersdorf nur noch eine Klasse – mit Unterricht auf Deutsch.

Sowohl die Stadträte als auch die Stadtverwaltung werteten bei ihrer Entscheidung das Interesse der Wintersdorfer höher, eine Schule im eigenen Ort zu bekommen. Losgehen sollte es nach den Sommerferien 2023. Doch jetzt erweist sich das Kultusministerium als Bremsklotz.

Entscheidung des Ministeriums lässt auf sich warten

Die Verwaltung hat nach eigener Darstellung schon einen Tag nach dem Gemeinderatsbeschluss beim Ministerium einen Antrag für die Außenstelle eingereicht.

Doch noch immer liegt keine Antwort aus Stuttgart vor. In einer Info-Vorlage für die Stadträte heißt es: „Eine Entscheidung des Ministeriums ist bislang nicht eingegangen.“

Die Stadt sieht sich deshalb gezwungen, den Unterrichtsbeginn um ein Jahr auf den Herbst 2024 zu verschieben. Erst wenn die Genehmigung aus Stuttgart vorliegt, kann der notwendige Umbau in Wintersdorf beginnen. Nach Angaben der Stadtverwaltung nimmt dieser zehn bis 15 Monate in Anspruch. Die Zeit bis zum kommenden Schuljahr reiche deshalb nicht mehr aus.

Grundschulen haben im Moment andere Themen und Probleme.
Arne Pfirrmann, Bürgermeister

Damit bleibt auch mehr Zeit, eine Nachfolgelösung für das bilinguale Angebot zu suchen. Diese gibt es bislang nicht.

Die Stadtverwaltung hatte vor dem Beschluss im Sommer die Hoffnung formuliert, dass eine andere Schule in der Kernstadt das Angebot fortführen und damit auch mehr Kindern zugänglich machen könnte. Das Problem: Bislang zeigt keine Schule daran Interesse.

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU) sieht den Ball beim Schulamt liegen: „Dort ist es die Aufgabe, die Schüler- und Lehrerpotenziale zusammenzuführen.“ Bürgermeister Arne Pfirrmann (FW) äußerte Verständnis für die Zurückhaltung der Schulen: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Grundschulen im Moment andere Themen und Probleme haben.“

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