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Dach wird abgedichtet

Halle in Rastatt-Niederbühl wird saniert: Handballer finden Gehör

1973 wurde die Niederbühler Sporthalle eingeweiht. Nur fünf Jahre später gab es den ersten Wasserschaden. Seitdem finden sich regelmäßig Pfützen auf dem Spielfeld. Doch das soll jetzt ein Ende haben.

Dort dringt das Wasser ein: Abteilungsleiter Fabian Collet zeigt auf eines der maroden Oberlichter. Diese sollen nun erneuert werden. Foto: Hans-Jürgen Collet

Fabian Collet wendet seinen Blick zur Hallendecke. Er zeigt auf eines der Oberlichter. „Dort kommt das Wasser immer rein”, erzählt der Abteilungsleiter der Niederbühler Handballer. Seit Jahren leiden die Sportler unter den widrigen Bedingungen in der fast 50 Jahre alten Halle.

Nicht nur das Alter, auch die Tunnelbaustelle der Deutschen Bahn direkt vor der Tür setzt dem Gebäude zu. Doch jetzt gibt es für den Verein eine gute Nachricht: Das Dach soll saniert werden, vielleicht sogar schon in diesem Jahr.

Das Thema Sporthalle sorgt in Niederbühl für großes Kopfschütteln.
Klaus Föry / Ortsvorsteher

Ortsvorsteher Klaus Föry freut sich über die Lösung, die der Gemeinderat am Montag beschlossen hat. Denn das Thema Sporthalle sorge in Niederbühl „für großes Kopfschütteln”. 1973 war die Halle eingeweiht worden, laut Föry gab es den ersten Wasserschaden nur fünf Jahre später. Die Mitglieder des Gemeinderats sahen sich die Halle 2011 an, trotzdem passierte weitere neun Jahre lang nichts.

Handballer müssen wegen Pfützen kurzfristig Spiel verlegen

Die Handballer brachte das zuletzt in immer größere Schwierigkeiten. Sie hatten sich schon selbst geholfen, indem sie eines der Oberlichter mit einer Plane abdichteten. Bevor Corona die Saison vorläufig beendete, mussten sie für ein Ligaspiel trotzdem kurzfristig in die Halle der August-Renner-Realschule ausweichen, weil sich über Nacht große Pfützen auf dem Feld ausgebreitet hatten.

Die Hallen in Rastatt sind voll. Wir haben kaum Ausweichmöglichkeiten.
Fabian Collet / Handball-Abteilungsleiter

Collet führte als Konsequenz Kontrollgänge ein. Wenn am Samstag Spiele anstanden, sah er schon am Donnerstagabend nach dem Rechten in der Halle. So wäre bei einer erneuten bösen Überraschung genügend Zeit geblieben, das notwendige Equipment ins Ausweichquartier bei der Realschule zu bringen. Doch es geht nicht nur um den Liga-, sondern auch um den umfangreichen Trainingsbetrieb. „Die Hallen in Rastatt sind voll. Wir haben kaum Ausweichmöglichkeiten”, sagt Collet.

Dunkler Fleck am Boden: Das Wasser hat in in der Niederbühler Sporthalle deutliche Spuren hinterlassen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Doch jetzt ist endlich Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Der Gemeinderat segnete in seiner vergangenen Sitzung einstimmig den Vorschlag der Verwaltung ab, rund 410.000 Euro in die Hand zu nehmen. Dafür sollen die Oberlichter und die Dichtungen erneuert werden. Die Hoffnung: Damit kann die Halle für die nächsten zehn bis 15 Jahre weiter genutzt werden.

Als zweite Variante war im Spiel, ein zweites, geneigtes Dach über der bestehenden Fläche als Wetterschutz zu installieren. Doch das hätte aus Sicht der Verwaltung mehrere Nachteile gehabt, unter anderem eine lange Planungs- und Bauzeit sowie Kosten im siebenstelligen Bereich.

Arbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen

Die jetzt beschlossene Variante soll dagegen innerhalb von nur zwei Monaten umgesetzt werden. Die Vorbereitungen gehen im dritten Quartal über die Bühne, die Ausführung je nach Witterungsverhältnissen Ende 2020 oder im Frühjahr 2021. Welche Auswirkungen die Maßnahme auf den Sportbetrieb haben wird, steht im Detail noch nicht fest. In der Gemeinderatsvorlage heißt es dazu lediglich: „Während der Ausführung ist die Halle nur eingeschränkt nutzbar.”

Wasserschaden: Durch die Oberlichter ist jahrelang Regen in die Halle eingedrungen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Collet hofft, dass das Projekt möglichst wenig mit dem Spielbetrieb kollidieren wird. Aber grundsätzlich überwiegt die Freude: „Wir sind sehr froh, dass die Sanierung jetzt endlich in Angriff genommen wird.” Dass die Arbeiten so lange auf sich warten ließen, liegt unter anderem an der Deutschen Bahn.

Seit Jahren steht die Halle inmitten der Großbaustelle für den Rastatter Tunnel. Die Folge: Für eine umfangreiche Sanierung fehlt der Platz für schweres Gerät. In Niederbühl gibt es außerdem große Zweifel, ob die Halle am Ende des Mammutprojekts mit riesigen Erdbewegungen und jeder Menge Erschütterungen überhaupt noch nutzbar sein wird.

Die Belastung für das Gebäude wird im kommenden Jahr noch einmal deutlich steigen. Im Frühjahr 2021 will die Bahn die bestehenden Gleise in Richtung Halle verschwenken. Dann rattern die Züge im Minutentakt direkt an der grauen Fassade vorbei. Die temporäre Verlegung der Trasse ist notwendig, um den havarierten Tunnelbohrer zu bergen, der seit dem Sommer 2017 im Niederbühler Boden verschüttet liegt.

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