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Rettungssanitäter erhebt Vorwürfe gegen Klinikverbund

Hat das Klinikum Mittelbaden Notfallpatienten mit Corona-Verdacht abgewiesen?

„Jede Minute zählt“, heißt es bei der Behandlung von Herzinfarkten. Doch ein Rettungssanitäter berichtet, dass er nachts und an Wochenenden konsequent mit Notfallpatienten weite Umwege nach Karlsruhe machen musste, statt ins Rastatter Klinikum fahren zu dürfen. Was ist an den Vorwürfen dran?

Erst nochmal über die Autobahn: Diesen Umweg mussten Notfallpatienten aus Mittelbaden nachts und am Wochenende offenbar wochenlang in Kauf nehmen. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild

Der Vorwurf wiegt schwer: Über Wochen soll das Klinikum Mittelbaden Notfallpatienten nachts und am Wochenende abgelehnt haben, wenn bei ihnen der Verdacht auf eine Corona-Infektion bestanden hat. Ein Rettungssanitäter hat sich an die BNN gewandt, nachdem er zum wiederholten Mal Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall bis nach Karlsruhe bringen musste, obwohl das Baden-Badener oder das Rastatter Klinikum näher gewesen wäre.

„Für einen Patienten, der im Murgtal geholt wird, bedeutet das statt 20 bis 30 Minuten Fahrt etwa 45 Minuten Fahrzeit“, ärgert sich der erfahrene Sanitäter. Immerhin könne man mit einem Rettungswagen auch nicht mit 130 über die Autobahn heizen. „Wir fahren im Durchschnitt 80 Stundenkilometer.“ Denn im Hinteren des Wagens befinden sich neben dem Patienten auch noch Sanitäter, die sich frei bewegen können müssen. Gleichzeitig heißt das Mantra bei einem Herzinfarkt: Jede Minute zählt. „Wir können im Rettungswagen den Zustand nicht verbessern. Wir können nur eine Verschlechterung vermeiden“, betont auch der Rettungssanitäter.

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