Skip to main content

Beschluss des Dachverbands

Das Frühjahrs-Meeting auf der Galopprennbahn in Iffezheim fällt aus

Die Rennbahn in Iffezheim bleibt in diesem Frühling leer. Schuld ist nicht nur Corona: Vielmehr werden alle tragenden Rennen auf andere Bahnen verlegt. Die Gemeinde Iffezheim empfindet die Absage als „Schlag ins Gesicht“.

Beim Spatenstich: von links Christian Schmid (Bürgermeister), Lans Jensen (Investor), Paul-Jaques Tanvez (Firma Normandie Drainage) und Hans Simon (Investor). Foto: Carmen Bocskai

Eigentlich war es zu erwarten, doch jetzt ist es amtlich: Es wird in diesem Jahr kein Frühjahrs-Meeting auf der Galopprennbahn in Iffezheim geben. Das hat der Kölner Dachverband „Deutscher Galopp“, wie die BNN bereits vermeldeten, auf einer Vorstandssitzung am Dienstag beschlossen.

Die Absage des Auftakt-Meetings in Iffezheim begründet der Verband damit, dass es in der derzeitigen Lage, verschärft durch die coronabedingten Beschränkungen, nicht möglich sei, den Rennbetrieb bereits im Frühjahr wiederaufzunehmen.

Zumal für die Rennbahn nach wie vor keine Dauerlösung in Sicht sei. Sowohl für die Gruppen- als auch für die Listenrennen gebe es bereits Ersatzveranstalter. Nur ein einziges Mal ist das 1972 ins Leben gerufene Frühjahrs-Meeting bisher ausgefallen. Das war direkt nachdem der Internationale Club im Jahr 2009 insolvent gegangen war und bevor Rennveranstalter Baden Racing 2010 das Ruder übernahm.

„Wir werden weiter alles dafür tun, dass ab Sommer wieder Rennen in Iffezheim ausgetragen werden können“, sagt Dachverbandspräsident Michael Vesper. „Wir sind dazu mit allen Interessensgruppen im Gespräch.“

Dachverband: Ab Sommer sollen wieder Rennen stattfinden

Es sei jedoch offensichtlich, dass das Gelände nicht allein durch die Veranstaltung von Galopprennen wirtschaftlich zu betreiben sei, sagt Dachverbandspräsident Michael Vesper. Insofern werde eine Zweitnutzung für den Fortbestand des Trainings- und Rennbetriebs zwingend erforderlich sein. Nur so könne die Rennbahn von den Gemeinkosten wie Pacht, Grundsteuer oder Pflege deutlich entlastet werden.

„Wir werden daher die Gemeinde weiter eng begleiten und bieten unsere Beratung und Expertise an“, betont Vesper und erklärt, dass sich der Verband mit Unterstützung der Rennbahnfreunde in der Region dafür einsetzen werde, dass die Tradition des Rennbetriebs in Iffezheim fortgesetzt wird.

Aktuell gebe es zwei Initiativen. Die Gemeinde habe darüber zu entscheiden, welche davon „im Interesse der Fortführung der Veranstaltung hochwertiger Galopprennen mit ihrer überregionalen und internationalen Ausstrahlung“ weiterverfolgt werden soll.

Derzeit arbeitet eine Interessengemeinschaft um den früheren Iffezheimer Bürgermeister Peter Werler an einer nachhaltigen regionalen Lösung. Parallel dazu hat der Baden-Badener Gastronomie-Unternehmer Mike Brandau der Gemeinde ein Konzept zur ganzjährigen Nutzung der Anlage vorgelegt.

Für Bürgermeister Christian Schmid fühlt sich die Absage des Meetings wie „ein Schlag ins Gesicht“ an. „Wir haben bis zuletzt daran geglaubt, dass die Veranstaltung, sofern Corona es zulässt, stattfinden wird. Und wir haben dafür gekämpft, weil seitens des Dachverbandes immer wieder die Wichtigkeit der Rennen in Iffezheim betont wurde.“ Nun sehe sich die Gemeinde durch diese Entscheidung aufgefordert, das Heft des Handelns verstärkt selbst in die Hand zu nehmen.

Vor allem werde durch die Absage deutlich, dass zeitnah eine Lösung für die Rennbahn gefunden werden müsse, appelliert Schmid eindringlich an alle potenziellen Interessenten, „die zugesagten Konzepte und belastbare Businesspläne bis Ende Februar vorzulegen“.

Nur mit dem zugesagten Konzept sei es möglich, spätestens Anfang März darüber beraten zu können, „um nicht auch noch die Große Woche zu gefährden“, sagt Bürgermeister Christian Schmid. Die Konzepte sollten demnach eine nachhaltige und zukunftsträchtige Idee zur Veranstaltung von Galopprennen beinhalten und parallel dazu die Vermarktung als multifunktionale Veranstaltungs-Location im Detail abbilden.

„Wir favorisieren eine Konstellation, bei der die Anlage aus einer Hand betrieben und vermarktet wird. Hierzu gehören zum einen die Ausrichtung der Renntage, der Drittveranstaltungen und die ganzjährige Nutzung. Zum anderen aber auch die Unterhaltung, Pflege und Instandhaltung der Freiflächen- und Grünanlagen, des Geläufs und der Gebäude und Tribünen“, erklärt Schmid auf Nachfrage unserer Redaktion.

Ein reibungsloser Renn- und Trainingsbetrieb sei in jedem Fall zu gewährleisten. Wenn ein Konzept in seiner Gesamtheit am Ende tragfähig und schlüssig sei, werde man sich auch beim Pachtzins einig, ist sich Schmid sicher.

BBAG: Alle drei Auktionen sollen wie geplant stattfinden

Nach Aussage von Klaus Eulenberger, Geschäftsführer der Baden-Badener Auktionsgesellschaft (BBAG), sollen alle drei Auktionen in diesem Jahr wie geplant stattfinden. „In welcher Form und unter welchen Auflagen die Frühjahrs-Auktion am 4. Juni über die Bühne gehen wird, wissen wir aber noch nicht.“

Das einzig Positive an der aktuellen Situation sei, so Eulenberger, dass mit dem symbolischen Spatenstich am Mittwoch ganz offiziell die Arbeiten zur Sanierung der Sandtrainingsbahn begonnen haben. Von der Investorenseite waren Lars Jensen und Hans Simon mit von der Partie.

Für die Gemeinde als Eigentümerin und Verpächterin der Anlage nahm Bürgermeister Christian Schmid den Spaten in die Hand. Die ausführende französische Spezialfirma „Normandie Drainage“ war durch ihren Präsidenten Paul-Jaques Tanvez vertreten.

nach oben Zurück zum Seitenanfang