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Veranstaltung unter Corona-Bedingungen

Gartenmesse DIGA in Iffezheim: Maskenpflicht schreckt manche Besucher ab

Unter Pandemie-Bedingungen ist von Freitag bis Sonntag in Iffezheim die 15. Auflage der DIGA über die Bühne gegangen. Die Gartenmesse lockte rund 6.000 Besucher auf die Rennbahn. Die Bilanz der Aussteller ist durchwachsen. Der Veranstalter zeigt sich insgesamt zufrieden.

Im heimischen Garten kein gern gesehener Gast: Auf der Gartenmesse fühlt sich dieser putzige Maulwurf aber sichtlich wohl. Foto: Ralf Joachim Kraft

Knapp eine Woche nach der Großen Woche, die in der Besucherzahl stark eingeschränkt war, tummeln sich ebenfalls unter Corona-Bedingungen diesmal nicht die Liebhaber des Pferdesports, sondern die Gartenfreunde auf dem zum Verkaufs- und Informationsparadies für Garten, Haus, Wohnen und Lebensart umfunktionierten Rennplatz.

Der Aufgalopp der Garten-Highlights im Mekka des deutschen Pferderennsports fällt in diesem Jahr etwas anders aus als gewohnt. Zwar präsentiert sich auf der 15. DIGA-Gartenmesse das weitläufige Gelände von Freitag bis Sonntag einmal mehr als farbenprächtiges Blütenmeer mit kleinen Themeninseln und Wohlfühloasen.

Aber so richtig wohl in seiner Haut und unter der Maske scheint sich so mancher Aussteller nicht zu fühlen. „Es sind zu wenige Leute hier und sie zeigen kaum Interesse. Die meisten schauen nur, gekauft wird wenig“, resümieren sowohl der Münsteraner Beschicker Manfred Groneck, der extravagante Schirme im Angebot hat, als auch der Baden-Badener Aussteller Gerhard Gernsbeck, der in seinem „Toscanagarten“ Holzbacköfen feilbietet.

„Die Maskenpflicht schreckt ab. Leute, die eh nicht gerne den Mund- und-Nasenschutz tragen, kommen erst gar nicht auf so eine Messe.“ Auch andere sind der Auffassung, „dass Menschen, die einen Garten haben, bei Temperaturen um die 20 Grad lieber zu Hause bleiben und sich das Masken-Gedöns nicht antun“

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Im heimischen Garten kein gern gesehener Gast: Auf der Gartenmesse fühlt sich dieser putzige Maulwurf aber sichtlich wohl. Foto: Ralf Joachim Kraft

Wir können alle froh sein, dass überhaupt wieder Messen stattfinden dürfen.
Nicole Wolff, Ausstellerin aus Güglingen

Aus der Sicht von Nicole Wolff aus Güglingen herrscht hingegen geradezu ideales Messewetter. Die Floristik aus ihrem „Blumenhäuschen Nicole“ kommt gut an. „Ich kann mich nicht beklagen. Wir können alle froh sein, dass überhaupt wieder Messen stattfinden dürfen“, sagt sie, während um die Mittagszeit doch recht viele Besucher mit Masken im Gesicht durch die knallbunte Zeltstadt schlendern, sich an Produkten und Dienstleistungen aller Art erfreuen, Anregungen sammeln oder sich beraten lassen.

Wo die Brünnlein rauschen: Auch das Thema „Gartengestaltung“ spielte auf der DIGA eine große Rolle. Foto: Ralf Joachim Kraft

Statt der üblichen 140 Aussteller sind diesmal nur 83 angereist. Ihr Angebot erstreckt sich von Pflanzen, Floristik, Obst und Gemüse über Arbeitsgerätschaften, Gartentechnik und -gestaltung bis hin zu Outdoor- und Feuer-Möbeln, Whirlpools, Trend-Textilien, Accessoires, Kunsthandwerk, Skulpturen, Spirituosen, Schmuck, Seifen, Kerzen und Düften.

83 Aussteller mit Angebot rund um Garten, Wohnen und Lifestyle

Die Besucher kommen aus der ganzen Region und dem benachbarten Elsass. Maximal 1.200 dürfen sich nach der Erfassung ihrer Kontaktdaten gleichzeitig auf dem Areal aufhalten. 14 Sicherheitskräfte des Veranstalters sind im Einsatz. Darunter auch zwei „Corona-Ordner“, die dafür sorgen, dass sich die Besucher an die Regeln halten, die im „abgestimmten Hygienekonzept“ festgelegt wurden. „Ich finde es gut, dass die Messe dadurch nicht so überlaufen ist“, konstatiert Christian Ernst aus Forstfeld.

Olivier Rohrig aus Soufflenheim, der zum Stöbern nach Iffezheim gekommen ist, hat festgestellt, „dass viel weniger Pflanzen als früher angeboten werden“. Dass er eine Maske tragen müsse, störe ihn schon. Aber da müsse er halt durch. Kein Problem in dieser Hinsicht hat Ulrike Gutjahr aus Karlsruhe. „Ich habe sie schon in den Alltag integriert und meine, dass wir mit derart unproblematischen Einschränkungen ganz gut leben können.“

Lustige Gänseschar: Auch das Federvieh war in der keramischen Version auf der DIGA vertreten. Foto: Ralf Joachim Kraft

Die Frage, warum sie und ihr Mann gekommen sind, ist rasch beantwortet. „Wir wollten einfach mal wieder auf die Rennbahn. Weil wir das in diesem Jahr nicht durften, genießen wir die Bahn jetzt mal ganz anders.“

Nach sechs Monaten ohne Einnahmen sind wir jetzt auch mit weniger zufrieden.
Dieter Maier, Veranstalter

Dieter Maier, geschäftsführender Gesellschafter der SüMa Maier Veranstaltungs GmbH, geht am Samstag davon aus, dass statt der üblichen 12.000 Besucher etwa 6.000 Besucher kommen werden. „Nach sechs Monaten ohne Einnahmen sind wir 2020 auch mit weniger zufrieden. Wir sind ja schon froh, dass wir überhaupt veranstalten können“, sagt der 62-Jährige, der bei seinen drei DIGA-Messen mit Verlusten in Höhe von insgesamt rund 200.000 Euro rechnet.

Ein ganz schön dicker Packen: Veranstalter Dieter Maier präsentiert die Formulare mit den Kontaktdaten der Besucher. Foto: Ralf Joachim Kraft

Veranstalter rechnet mit Verlusten von 200.000 Euro

Gleich im März hatte er, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion verrät, für die „SüMa Maier Messen Märkte und Events GmbH“ Insolvenz angemeldet und die neue Veranstaltungs-Gesellschaft gegründet. Mit zwei statt bislang vier festen Mitarbeitern sei es ein Kraftakt gewesen, diese Messe auf die Beine zu stellen. „Wir werden die Kostenstruktur für die Messen verändern und die Konzepte anpassen müssen“, sagt Maier, der künftig mit „kleineren Formaten“ an den Markt gehen möchte, „um trotzdem unterm Strich noch etwas zu verdienen“.

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