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Positiver Fall in Rastatter Pflegeheim

Im „Haus Barbara“ in Rastatt herrscht Corona-Alarm

Im „Haus Barbara“ in Rastatt ist eine Bewohnerin positiv auf Corona getestet worden. Die 94-Jährige liegt im Krankenhaus. Sieben Mitarbeiter des Pflegeheims, die direkten Kontakt zu ihr hatten, sind vom Dienst freigestellt. Wo sich die Frau infiziert hat, ist unklar.

Positiver Fall im Haus Barbara: Eine 94-jährige Bewohnerin ist an Covid-19 erkrankt. Die Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Foto: Holger Siebnich

Im Haus Barbara in Rastatt ist eine Bewohnerin an Covid-19 erkrankt. Sowohl das Landratsamt als auch die Leiterin des Pflegeheims bestätigten am Montag den positiven Corona-Fall. Bei der Betroffenen handelt es sich um eine 94-jährige Frau, die ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Sieben Mitarbeiter des Heims sind freigestellt und werden nun getestet.

Es ist das erste Mal überhaupt seit Ausbruch der Pandemie, dass im Landkreis Rastatt eine Infektion in einem Pflegeheim aufgetreten ist. Selbst die fast flächendeckenden Massentests in den Einrichtungen im Mai und Juni förderten keinen positiven Fall zutage. Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts waren bislang nur Einrichtungen in Baden-Baden betroffen. Doch auch dort liegt der letzte Corona-Fall in einem Seniorenheim viele Wochen zurück.

Erster Corona-Test im Krankenhaus Rastatt fiel negativ aus

Angesichts der seit August wieder steigenden Corona-Zahlen in der Region vor allem durch Reiserückkehrer war es aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Virus auch wieder zu besonders gefährdeten Personen vordringt. Das ist nun im Haus Barbara geschehen. Auf welchem Weg sich die Frau infiziert hat, ist nach Angaben des Landratsamts bislang nicht geklärt.

Wie Pressesprecherin Gisela Merklinger erklärt, sei die 94-Jährige zuvor im Rastatter Krankenhaus behandelt worden. Dort sei vor der Entlassung ins Haus Barbara auch ein Corona-Test durchgeführt worden — mit negativem Ergebnis. Ein zweiter Test sei nun positiv ausgefallen. Die Frau lebe in der Einrichtung in einem Einzelzimmer und habe in den vergangenen 14 Tagen keinen Kontakt zu anderen Bewohnern gehabt.

Alle Besucher müssen Mundschutz tragen.
Simona Sperner / Leiterin Haus Barbara

Heimleiterin Simona Sperner hat nach eigenen Angaben keine Informationen über den Gesundheitszustand der Patientin. Sie kündigt an, dass die Einrichtung für den Publikumsverkehr für einige Tage geschlossen bleibe. Ausnahmen vom Besuchsverbot seien in Einzelfällen möglich, in erster Linie im Palliativ-Bereich.

Die sieben Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit der Frau hatten, befänden sich in Quarantäne. Sie würden auf Corona getestet. „Wir rechnen mit ersten Ergebnissen bis Donnerstag oder Freitag“, sagt sie.

Vom Personalstamm her sei es kein Problem, den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Alle Schichten sind belegt“, sagt Sperner. Die Mitarbeiter tragen FFP2-Masken. Die Bewohner des Hauses dürften sich zwar außerhalb der Zimmer bewegen, allerdings mit Einschränkungen. Der direkte Kontakt untereinander solle auf die Wohngruppen beschränkt bleiben. Aufenthaltsräume, die normalerweise allen Senioren offenstünden, dürften aktuell nicht aufgesucht werden.

Landratsamt attestiert Einrichtung vorbildliche Reaktion

Laut Sperner galten in den vergangenen Wochen im Haus Barbara strenge Hygieneregeln. Nachdem Besuche in Pflegeheimen landesweit bis Mitte Mai nicht oder nur kaum möglich waren, sind sie seitdem unter Auflagen wieder erlaubt. „Alle Besucher müssen Mundschutz tragen“, sagt Sperner. Die Angehörigen würden außerdem auf direktem Weg in die Bewohnerzimmer geführt.

Bereiche wie der Garten, die die Bewohner selbst stark frequentierten, seien für Besucher nach wie vor tabu. Im April hatte ein Zwischenfall im Haus Barbara für Aufsehen gesorgt. Zeugen hatten damals ausgesagt, eine Besucherin habe ihre Mutter im Gartenbereich mehrmals umarmt. Die Seniorin musste daraufhin ausziehen.

Die Türen bleiben geschlossen: Besucher haben derzeit nur in Ausnahmefällen Zugang zu dem Seniorenheim. Foto: Holger Siebnich

Schon damals attestierte das Landratsamt als zuständige Aufsichtsbehörde der Einrichtung, korrekt gehandelt zu haben. Auch diesmal sagt Landratsamtssprecherin Gisela Merklinger: „Das Haus hat vorbildlich reagiert.“

Unterdessen meldete das Landratsamt am Montag sechs weitere positive Tests im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden. Die Zahl der aktiven Fälle im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts liegt damit derzeit bei 40.

Die Stadt Rastatt führt die Statistik mit 13 Fällen an, es folgen Baden-Baden und Gaggenau mit je fünf, Weisenbach und Lichtenau mit drei, Bietigheim, Bühl, Durmersheim und Rheinmünster mit zwei sowie Au am Rhein, Kuppenheim und Steinmauern mit einem Fall. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie 875 Personen positiv getestet, 36 Patienten starben im Zusammenhang mit Covid-19.

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