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Ärger über Vandalismus

Josef Kiefer produziert Skulpturen für den Waldgeisterpfad in Durmersheim

Ein Motorrad, eine Hexe – Josef Kiefer hat den Durmersheimer Waldgeisterpfad schon mit verschiedenen Holzfiguren verschönert. Neuestes Projekt ist eine „wilde Maus“. Doch Kiefer ärgert sich auch zunehmend über Vandalismus.

Das Hinweisschild ist schon fertig: Die „wilde Maus“ ist ein neues Kunstobjekt, das Josef Kiefer zur weiteren Bereicherung des Durmersheimer Waldgeisterpfades plant. Foto: Hans-Jürgen Collet

Noch will er gar nicht so genau darüber sprechen. Aber in seinem Garten lagern schon einige Utensilien, die er für sein neues Kunstwerk benötigt. Holz ist das zentrale Baumaterial.

„Ich habe auch extra den Förster gefragt, ob ich es aus dem Wald holen kann“, sagt Josef Kiefer. Aber auch Bestandteile einer Kabeltrommel sind zu sehen, genauso wie Metallstangen und jede Menge Schrauben, die benötigt werden. „Ich hoffe, dass es irgendwann mal wieder aufhört zu regnen und es länger trocken bleibt“, meint Kiefer.

Denn dann soll weiter gearbeitet werden an der „Wilden Maus“, einer Gaststätte besonderer Art, die künftig das Figurenensemble auf dem Durmersheimer Waldgeisterpfad im Hardtwald bereichern soll.

Figurenensemble wird bereichert

„Eigentlich sollte es eine Ratte werden“, sagt Kiefer. Letztlich aber erschien ihm das aber doch nicht so recht passend und seine Pläne verdichteten sich, eine „Maus mit offenem Bauch und kleinem Vordach “ zu konstruieren, so dass der Eindruck erweckt wird, hier tatsächlich eine kleine Gaststätte vorzufinden.

Die Grundzüge der Maus hat der handwerklich äußerst ambitionierte gelernte Maschinenbauer zunächst auf einem Blatt Papier dokumentiert. Der Plan, mit Tafelkreide die Umrisse draußen vor seiner Garage auf dem Boden aufzuzeichnen, scheiterte zuletzt wegen des schlechten Wetters.

Deshalb mag Kiefer auch noch keine Prognose abgeben, wann er mit der „Wilden Maus“ den Waldgeisterpfad um eine weitere sehenswerte Skulptur bereichern kann.

Aus einer Kabeltrommel werden Räder

Eigentlich hatten ihn seine drei kleinen Enkel bei einem Spaziergang auf die Idee gebracht, die Ausstattung dieses Weges mit den verschiedensten Gestalten – gleichermaßen schaurigen wie komischen Geschöpfen und Kreationen – selbst noch zu erweitern.

Dazu gehört etwa auch ein Motorrad aus Eichenholz mit Beiwagen, dessen Räder Kiefer ebenfalls aus einer Kabeltrommel geschaffen hat. Gehörige Anstrengungen seien hier nötig gewesen, um die erforderliche Standfestigkeit zu gewährleisten, erzählt er.

Die Ideen entstehen meist spontan.
Josef Kiefer , Künstler

Eine überdimensionale Hexe mit Aluminiumzähnen und einer umgestalteten Tischdecke als Kopfbedeckung zählt ebenfalls zu den Geschöpfen, die Kiefer so aufgearbeitet hat, dass sie in den Geisterpfad passen. „Wir haben sie im Garten zusammengebaut“, erinnert er sich, genauso wie an ein halbes Dutzend Helfer, die dazu beitrugen, die Hexe an den gewünschten Standort zu bringen.

Sein handwerkliches Geschick bewies er überdies mit dem selbst gebauten Trojanischen Pferd: „Mein Schwiegersohn hatte Schlagraum und da entwickelte sich der Gedanke, so ein Pferd zu basteln“, sagt Kiefer. Meist entstünden seine Ideen spontan, betont er. Pläne über weitere Objekte, die künftig noch dazu kommen sollen, hat Kiefer deshalb vorerst nicht.

Aber: Ganz nebenbei zeigt er ein Bild von einigen hölzernen Eulen, die sein Bruder gerade vollendet hat: „Bei schönem Wetter werden sie ausgewildert“, kündigt Kiefer mit leichtem Augenzwinkern weiteren Zuwachs für das Waldgeisterensemble an.

Unserer Förster kontrolliert den Pfad etwa alle zehn Tage.
Andreas Augustin, Bürgermeister

Indessen verhehlt er aber auch nicht seinen Ärger: „Man kann feststellen, dass es zu mutwilligen oder auch unbeabsichtigten Beschädigungen an den Exponaten kommt“, klagt er. Eltern würden oft nicht ihrer Aufsichtspflicht nachkommen, so dass die Kinder an den Skulpturen herumreißen oder darauf herumturnen.

„Viele der Künstler finden ihr Kunstwerk deshalb nur noch unvollständig, ergänzt oder beschädigt vor.“ Selbst manche Skulpturen der Gemeinde seien schon bemalt oder mit Hundekottüten dekoriert worden. Durmersheims Bürgermeister Andreas Augustin räumt ein, dass „nicht mehr alle Waldgeister voll intakt sind“.

Sie könnten vorsätzlich beschädigt worden sein oder altersbedingt nach dem Winter und einigen Sturmtagen nicht mehr gut aussehen.

„Gravierende Schäden sind unserem Förster Johannes Huber, der den Pfad etwa alle zehn Tage kontrolliert, aber nicht aufgefallen“, sagt Augustin. Zudem lässt er wissen, dass „kleine Schäden von unseren Forstmitarbeitern behoben werden“. Auch Sicherheitsaspekte müssten dabei berücksichtigt werden.

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