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Retter im Dauereinsatz

Jungvögel springen wegen Durst aus den Nestern: Pierre Fingermann hilft

Die Hitzewelle macht nicht nur den Menschen zu schaffen. Auch die Tierwelt, und speziell junge Wildvögel sind auf teils dramatische Weise betroffen: Rund 80 Jungtiere hat der Vogelexperte des Landkreises, Pierre Fingermann, derzeit in seiner Obhut.

Helfende Hände: Verena (links) und Pierre Fingermann helfen gemeinsam mit Sibylle Wiebusch Tieren, die von Bürgern zu ihm gebracht werden. Foto: Vetter

Aufgrund der Hitze und dem damit verbundenen Durst würden die jungen Piepmatze aus ihren Nestern hüpfen, erläutert Pierre Fingermann. Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalben, Spatzen, Rotschwänzchen und Kohlmeisen sind es, die er versorgt. Alleine am Mittwoch seien 32 Tierfreunde aus Rastatt und Umgebung zu ihm in die Münchfeldstraße gekommen und hätten 46 Vögel mitgebracht. Mit Injektionsspritzen verabreicht Fingermann den kleinen, zum Teil noch nackten Vögeln eine Spezialfuttermischung.

Rettende Fütterungsaktion

„Ich komme zu nix Anderem mehr“, beschreibt er den enormen Zeitaufwand. Da kam es Fingermann und seiner Frau Verena natürlich gelegen, dass sie unerwartet eine Helferin bekommen haben. Sibylle Wiebach aus Gaggenau-Oberweier brachte selbst sechs Jungvögel nach Rastatt. Die Vogelfreundin bot ihre Hilfe an, und Pierre Fingermann hat sie angelernt im Füttern. Die nächsten Tage wolle sie weiter bei der rettenden Fütterungsaktion im Hause Fingermann helfen.

Was jeder für die Vögel tun kann

„Wenn man weiß, wie es funktioniert, macht es Spaß“, betont Sibylle Wiebusch. Fingermann selbst könne das Abholen nicht leisten. Die Vogelfreunde müssten die Tiere selbst zu ihm bringen. Manche Anrufer hätten darauf mit Unverständnis reagiert, seien sogar böse geworden, erzählt er. Das sei sehr schade.

Wer der Vogelbrut über die heißen Tage selbst helfen möchte, der solle Wasserschalen im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank aufstellen, rät Fingermann.

BNN
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