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Einsatz gegen Schnaken

Aktionsgemeinschaft bekämpft Stechmücken im Raum Rastatt

Schnaken sind die ungeliebten Gäste der wärmeren Monate. Damit sie nicht die Oberhand gewinnen, gibt es die Kabs. Der Verband bekämpft die Stechmücken auch im Raum Rastatt.

Bekämpfung aus der Luft: Ein Mitarbeiter der Kabs bereitet am Standort Au am Rhein einen Helikopterflug vor. Das Gefäß ist mit dem Mittel BTI befüllt und wird an den Helikopter angehängt. Foto: Dirk Reichle

Glück hat der, bei dem an der Wand nur ein schwarzer Fleck zurückbleibt. Nicht so schön ist es allerdings, wenn der Fleck rot ist, blutrot. Denn er zeigt: Die soeben erschlagene Schnake hat bereits zugestochen.

Schnaken nerven die Menschen im Raum Rastatt. Das weiß auch die „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“, kurz Kabs.

Der Verband mit Sitz in Speyer geht im Landkreis Rastatt hauptsächlich gegen die Auwald-Stechmücken vor, die auch als Rheinschnaken bekannt sind.

Einsätze vom Niederschlag abhängig

Dieses Jahr gab es bisher zwei Einsatzperioden, wie Xenia Augsten von der Kabs sagt. Aktuell steht die nächste kurz bevor. Wann die Mitarbeiter der Kabs ausrücken, ist vom Wetter abhängig. „Eine typische Auwald-Stechmücken-Brutstätte ist, solange es kein Hochwasser gibt, eine trockene Senke oder ein trockener Graben“, sagt Augsten.

Durch lang anhaltenden Regen wie in den vergangenen Wochen werden diese Stellen überflutet. So entstehen die Kinderstuben für die Larven der stechenden Insekten. Überschreitet die Larvendichte in den temporären Gewässern einen bestimmten Schwellenwert, dann treten die Mitarbeiter der Kabs in Aktion – entweder zu Fuß oder, etwas spektakulärer, mit dem Helikopter.

Zu Fuß oder aus der Luft

Ob der zum Einsatz kommt, hängt von den jeweiligen Flächen ab, sagt Augsten. „Schilf ist sehr unwegsam“, nennt sie ein Beispiel. Auch in Bereichen mit empfindlichen Pflanzen, wie zum Beispiel Orchideen, wird der Hubschrauber genutzt.

Während eines Flugs können nach Augsten 20 bis 22 Hektar Fläche behandelt werden. Bekämpft werden die Schnaken mit dem biologische Mittel BTI, das die Larven durch die Nahrung aufnehmen.

Dieses zerstört ihre Darmzellen. Durch die Beschaffenheit wirkt das Mittel nur auf einige Mückenarten und schon in niedriger Dosierung auf Stechmücken, so die Expertin.

Nicht alles wird behandelt

Bei der Bekämpfung gibt es aber auch Grenzen. Nicht behandelt werden dauerhafte Gewässer wie Altrheinarme oder Seen, sagt Augsten. Ebenfalls tabu sind bestimmte Gebiete des Naturschutzgebietes „Rastatter Rheinauen“. „Wir halten uns eng an die Vorgaben zum Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten“, betont sie.

Die Temperaturen spielen der Kabs im Moment in die Hände. Da diese im Moment nicht allzu hoch sind, verlangsame sich die Entwicklung von der Larve zum erwachsenen Insekt: „Das verschafft uns etwas mehr Zeit für Kontrollen“, sagt die Expertin.

Eine Prognose für die ganze Saison lässt sich kaum erstellen.
Xenia Augsten, Sprecherin der Kabs

Die Kabs bekämpft nicht nur Insekten, sondern macht auch ein sogenanntes „Routinemonitoring“. Bei diesem wird anhand von Insektenfängen die Zusammensetzung der Stechmückenarten am jeweiligen Ort ermittelt.

Dieses Jahr macht die Kabs zum ersten Mal auch ein Tigermücken-Monitoring, allerdings nicht in Rastatt. Da die Standorte der Fallen jedes Jahr zufällig ausgewählt werden, wäre der Rastatter Raum nach Augsten aber im nächsten Jahr denkbar.

Wie wird sich die Situation in diesem Jahr weiter entwickeln? Das lässt sich laut der Expertin nicht eindeutig sagen: „Eine Prognose für die ganze Saison lässt sich kaum erstellen.“ Das Auftreten sei fest an Niederschlags- und Hochwasserereignisse gebunden.

„Für uns kann es sehr viel oder wenig zu tun geben, je nachdem, wie sich das Wetter in den kommenden Monaten entwickelt.“ Generell, so Augsten, dauere die Bekämpfung der Auwald-Stechmücken je nach Witterung bis in den September hinein: „Wobei im Juli und August erfahrungsgemäß weniger Hochwasser auftreten und die dortigen Einsätze eher kurz ausfallen.“

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