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Umfrage auf dem Marktplatz

Kaum einer hat den Durchblick: Rastatter finden aktuelle Corona-Regeln verwirrend

165, 100, 50, 35 – und dann auch noch eine stabile Entwicklung über 14 Tage hinweg. Die Lockerungen der Corona-Regeln hängen von vielen Faktoren der 7-Tage-Inzidenz ab. Einen Überblick hat kaum jemand mehr, wie Passanten bei einer Umfrage in Rastatt bestätigen.

Biergärten haben wieder geöffnet: Doch wer kennt die genauen Regeln der aktuellen Corona-Verordnung? Foto: Annette Riedl/dpa

Die Corona-Regeln sind für viele verwirrend: Was ist denn nun gerade erlaubt und vor allem wo? Diese Frage stellen sich die Menschen in Mittelbaden derzeit fast täglich. Denn die gesetzlichen Vorgaben ändern sich mit hoher Frequenz, je nach Inzidenzwert und je nachdem, ob gerade eine Bundes- oder Landesregel greift.

Dabei kann es passieren, dass in Baden-Baden etwas anderes erlaubt ist als in Rastatt, Bühl oder Gaggenau. Unser Mitarbeiter Stephan Friedrich wollte bei einer Umfrage auf der Rastatter Marktplatz in Erfahrung bringen, ob die Menschen wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Kirsten Merli Foto: Stephan Friedrich

„Natürlich nicht“, beantwortet Kirsten Merli die Frage mit einem Lachen: „Die Regeln ändern sich doch immer wieder. Da blickt man einfach nicht mehr durch“. Wenn sie shoppen gehen möchte, ruft sich vorher im entsprechenden Fachgeschäft an und fragt, was gerade erlaubt ist und welcher Test vorzulegen ist. „Damit bin ich in der letzten Zeit gut gefahren“, fasst die 36-Jährige zusammen und bezeichnet das komplizierte Regelwert als verwirrend.

Da blickt man einfach nicht mehr durch.
Kirsten Merli, Passantin

„Man kann schlecht planen“, findet Samuel Schneider. Er informiert sich im Internet, was in welcher Stadt gerade erlaubt ist. „Zuhause ist das kein Problem. Letzte Woche aber waren wir im Urlaub in Bayern. Während in der einen Stadt das Einkaufen und im Café sitzen kein Problem waren, mussten wir nur wenige Kilometer weiter einen Test vorzeigen, den wir leider nicht hatten“, beschreibt er die Situation und fügt hinzu: „Wer weiß schon, wann er einen Landkreis verlässt und in den nächsten fährt.“

Werner Müller. Foto: Stephan Friedrich

Kompliziert findet auch Werner Müller das aktuelle Regelwerk: „Man muss sich jeden Tag neu informieren“, sagt er und freut sich besonders darauf, bald wieder mit Freunden im Café zu sitzen oder auf den Sportplatz zu gehen: „Das hat mir im letzten Jahr schon sehr gefehlt“, sagt der 79-Jährige.

Ohne Maske im Freien unterwegs zu sein: Das würde Dagmar Heck bald wieder gerne erleben. Sie spricht sich zudem für klare Regeln aus, die für alle verständliche sind: „Nicht jeden Tag etwas anderes“, sagt sie. Denn was heute noch gilt, ist morgen an manchen Orten schon gar nicht mehr aktuell. Steigen die Inzidenzwerte, greifen vielleicht Einschränkungen, die längst aufgehoben waren.

Dagmar Heck. Foto: Stephan Friedrich

Während die Menschen in vielen Innenstädten im Freien wieder ohne Maske unterwegs sein dürfen, herrscht in der Rastatter Innenstadt und rund um die Plittersdorfer Rheinfähre nach wie vor Maskenpflicht. Große Schilder weisen deutlich darauf hin. Dass man auf diese bald verzichten kann, hofft Dieter Heck. „Ich möchte einfach mal wieder ein Bier mit Freunden trinken und auf den Sportplatz gehen“, sagt der 65-jährige und fügt hinzu: „Es wäre schön, wenn Dinge, die früher selbstverständlich waren, bald wieder möglich sind“.

Dieter Heck. Foto: Stephan Friedrich

Kompliziert aber effektiv findet Rainer Hartmann die aktuellen Corona-Regeln: „Klar muss man sich vorab informieren und manchmal gilt heute etwas anderes als gestern. Am Ende aber werden die Landkreise belohnt, die geringe Inzidenzwerte haben“, sagt er.

Seine Frau Ria informiert sich täglich aus der Tageszeitung, was gerade wo erlaubt ist: „Manchmal richten wir unseren Tagesplan danach und fahren auch einmal nach Baden-Baden. Beispielsweise dann, wenn man dort schon shoppen kann und die Geschäfte in Rastatt noch geschlossen sind“, sagt sie.

Ich hoffe, dass wir nun auf der Zielgeraden sind.
Peter Reimer, Passant

Dass bald alle Corona-Regeln aufgehoben werden, hofft Peter Reimer. Er findet das aktuelle Regelwerk kompliziert und für viele nicht nachvollziehbar. „Ich hoffe, dass wir nun auf der Zielgeraden sind und die Pandemie dann endlich vorbei ist. Wenn ich durch das Einhalten der Regeln, die ich manchmal selber nicht verstehe, beitragen kann, dann helfe ich gerne“, sagt er und fügt mit einem La-chen hinzu: „Geimpft bin ich auf jeden Fall schon einmal“.

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