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Appell an Eigenverantwortung

Kontaktverfolgung: Gesundheitsamt Rastatt an der Belastungsgrenze

Jede Corona-Infektion führt im Gesundheitsamt Rastatt zu einem riesigen Rattenschwanz an Arbeit. Im Durchschnitt hatte jeder Infizierte Kontakt zu 20 Personen, manchmal sind es auch 200. Die Mitarbeiter des Amts müssen allen hinterher telefonieren. Die Zahlen sind deutlich höher als im Frühjahr.

Ermittlung via Telefon: Die sogenannten Scouts versuchen, die Kontaktketten der Infizierten zu verfolgen und zu brechen. Foto: Holger Siebnich

Der Rattenschwanz ist richtig lang. So lang, dass die Mitarbeiter des Gesundheitsamts Rastatt derzeit nicht hinterher kommen. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kontakte von Corona-Infizierten zu ermitteln. Jeder positive Test ist nur das erste Glied einer riesigen Kette. Zwischen 10.000 und 15.000 Personen hat das Amt allein in den vergangenen drei Wochen kontaktieren müssen. Angesichts dieser Zahlen ist Dezernent Stefan Biehl froh über den bevorstehenden Lockdown.

In normalen Zeiten zählt das Gesundheitsamt lediglich 30 Kräfte, derzeit sind es 90. Darunter sind 13 Bundeswehrsoldaten, die seit Anfang dieser Woche Unterstützung leisten. Trotz der Verdreifachung des Personals ist das Pensum kaum zu bewältigen. Seit Anfang Oktober haben die Testlabore dem Amt 700 neue Fälle gemeldet.

Die meisten Infizierten hatten engeren Kontakt zu etwa 20 Personen, manchmal können es aber auch 200 sein, zum Beispiel an Schulen. Die Folge ist ein gewaltiger Berg mit Personendaten, den die sogenannten Scouts abtragen müssen. Die Ketten komplett zu verfolgen und den Ursprung der Ansteckung zu ermitteln, gelingt nur noch in 20 bis 30 Prozent der Fälle.

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