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Integrierte Leitstelle Rastatt

Künftig landen auch Notrufe aus Baden-Baden im Landratsamt

Die Integrierte Leitstelle im Landratsamt Rastatt bekommt deutlich mehr zu tun. Ab Dienstag, 10. März, landen dort auch Anrufer aus Baden-Baden, die den Notruf 112 gewählt haben. Die Umstellung des Notrufsystems erfolgt zunächst in einem Probelauf, um die Technik auf Herz und Nieren zu prüfen.

Konzentrierte Atmosphäre: In der Leitstelle im Landratsamt nehmen die Mitarbeiter alle Notrufe unter der 112 entgegen – künftig auch die aus Baden-Baden. Foto: pr

In der Integrierten Leitstelle (ILS) im Landratsamt Rastatt wird das Telefon ab Dienstag, 10. März, deutlich öfter klingeln als zuvor – falls die Technik mitspielt. An diesem Tag startet der Probetrieb für die Integration der Feuerwehr Baden-Baden in das Notrufsystem. Wer in der Kurstadt die 112 wählt, landet dann ebenfalls im Landratsamt.

Die ILS feierte im vergangenen Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Bis 2009 wurden der Rettungsdienst des Landkreises Rastatt und der Stadt Baden-Baden in der Leitstelle Bühl koordiniert, die Feuerwehreinsätze im Landkreis in der Leitstelle Rastatt und die Feuerwehreinsätze in Baden-Baden in der dortigen Leitstelle. Die Integrierten Leitstelle im Landratsamt vereinte schließlich alles unter einem Dach – außer der Feuerwehr Baden-Baden.

Brandmeldeanlagen von Firmen sind umgestellt

Das wird sich nun ändern. „Wir planen einen Wechsel in unserem Einsatzleitsystem“, sagt Kreisbrandmeister Heiko Schäfer. Im Zuge der Softwareumstellung wird Baden-Baden zugeschaltet. Das gilt nicht nur für Notrufe aus der Kurstadt, sondern auch für Brandmeldeanlagen von Firmen. „Wir beginnen dann, gemeinsam zu arbeiten“, drückt sich Schäfer vorsichtig aus.

Denn zwar ist alles für die Umstellung vorbereitet, aber es wird sich erst in der Praxis zeigen, ob die Technik einwandfrei läuft. Personell ist die Leitstelle dafür am Stichtag bestens ausgerüstet. Administratoren und Supervisor stehen bereit, um bei Problemen eingreifen zu können.

Feuerwehr Baden-Baden verfügt nach wie vor über Einsatzzentrale

Zur Sicherheit ist auch die Leistelle in Baden-Baden nach wie vor besetzt. „Wir werden erst einmal ein stückweit im Parallelbetrieb arbeiten“, sagt Schäfer. Dauerhaft bleibt in der Kurstadt eine Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ) in der Feuerwache erhalten, vor allem um bei Großschadenslagen und auch im Katastrophenfall die sogenannte rückwärtige Einsatzführung zu gewährleisten.

Der offizielle Startschuss der gemeinsamen ILS im Landratsamt ist erst für den April geplant. Ursprünglich sah der Zeitplan vor, bereits im Januar zu starten. Aber dem machten kleinere Hürden bei der Umsetzung einen Strich durch die Rechnung. „Bei einem so großen Projekt kann es kurz vor dem Finale immer zu Problemen mit der Technik kommen“, sagt Schäfer. Aber alle Systempartner und Lieferanten hätten an einem Strang gezogen. Bei den Kosten liege das Projekt im Rahmen der vorgesehenen 1,8 Millionen Euro. Der Schlussstrich unter die Rechnung sei aber noch nicht gezogen.

Es geht um ein einheitliches Sicherheitsniveau in Mittelbaden
Heiko Schäfer, Kreisbrandmeister

Schäfer rechnet damit, dass die Anzahl der Anrufe von bislang 400 bis 500 pro Tag auf bis zu 800 steigt. Die Umstellung kommt in bewegten Zeiten. Das Jahr hat für die Einsatzkräfte mit Hochwasser, Stürmen und jetzt dem Coronavirus arbeitsintensiv begonnen. Laut Schäfer ist es ein großer Vorteil der Fusion, dass die Anzahl der Schnittstellen reduziert wird und nur noch eine Zentrale die Notrettungsmittel für die Region koordiniert.

Es gehe nicht nur um neue Technik, sondern um „ein einheitliches Sicherheitsniveau in der Raumschaft Mittelbaden“. Während in der Vergangenheit bei Einsätzen in Grenzregionen Notrufe an zwei Orten eingegangen seien, gebe es künftig nur noch „eine Stelle, eine Mannschaft und kurze Wege“, sagt Schäfer.

Kosten verteilen sich auf alle Beteiligten

Die Umsetzung war allerdings ein langer Weg. Die Einrichtung der Leitstelle war bereits 2008 vereinbart worden. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss des Gemeinderats Baden-Baden folgte aber erst 2017. Dabei wurde auch der Kostenschlüssel für den Betrieb der Leitstelle festgelegt. 55 Prozent trägt der DRK-Kreisverband Bühl/Achern, 30 Prozent der Landkreis Rastatt, 15 Prozent steuert der Stadtkreis Baden-Baden zu.

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