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Energiekrise

Das Rastatter Landratsamt will Energie sparen

Der Landkreis Rastatt setzt auf energetische Sanierungen, Heizen ohne Gas, Photovoltaik und auf ein geändertes Nutzerverhalten.

Runter mit der Temperatur und am besten weg vom Gas: Auch der Landkreis Rastatt macht sich derzeit Gedanken darüber, wie er den Energieverbrauch in seinen Gebäuden senken kann.
Runter mit der Temperatur und am besten weg vom Gas: Auch der Landkreis Rastatt macht sich derzeit Gedanken darüber, wie er den Energieverbrauch in seinen Gebäuden senken kann. Foto: Ralf Joachim Kraft

Sei es beim Einkaufen, Tanken oder Heizen – die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges sind täglich spürbar. Die Kosten bei Strom und Gas gehen durch die Decke. Wie das Landratsamt Rastatt in diesen Zeiten möglichst viel Energie einsparen und die kreiseigenen Gebäude energetisch verbessern will, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bau und Planung (AUBP) in ihrer jüngsten Sitzung.

Erhebliches Einsparpotential sieht die Verwaltung in der energetischen Sanierung der kreiseigenen Gebäude und in Heizungsanlagen auf Basis regenerativer Energien. In Sachen energetische Sanierung sei der Kreis seit Jahren gut unterwegs, wie anhand zahlreicher Beispiele gezeigt wurde.

Gasheizungen müssten zeitnah durch alternative Systeme ersetzt werden, hieß es. Möglich wäre der Austausch von Gas-Kesseln durch geeignete Wärmepumpen oder, sofern örtlich umsetzbar, der Anschluss an ein öffentliches Nahwärmenetz.

Photovoltaik spielt bedeutende Rolle

Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Landkreis spielt laut Verwaltung die Photovoltaik (PV) eine bedeutende Rolle. Daher sollen, wo es möglich ist, weitere Dächer kreiseigener Gebäude mit PV-Anlagen ausgestattet werden.

Aufgrund der aktuell unsicheren Gasversorgung müssten kurzfristig auch noch weitere Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden. In der Liste der Vorschläge finden sich unter anderem das Absenken der Raum-, Sporthallen- und Heizkörpervorlauftemperatur, das Verbot von elektrischen Heizlüftern, die Reduktion eingeschalteter Elektrogeräte (Kühlschränke, Kaffeemaschinen et cetera) oder diverse Maßnahmen im Bereich der Beleuchtung.

Angedacht ist, Homeoffice an den Freitagen einzuführen. Auf der Liste steht ebenso die Nutzung von vier statt sechs Fahrstühlen im Landratsamt und das Abschalten der Warmwasserbereitung in den Sport- und Turnhallen, „sofern keine hygienischen Gründe dagegen sprechen“. Auf Dienstreise gehen oder in den Außendienst fahren sollen die Mitarbeitenden nach Möglichkeit mit dem ÖPNV.

Daneben spiele auch das veränderte Nutzerverhalten eine bedeutende Rolle. Dazu gehören laut Verwaltung das richtige Heizen und Lüften, das Abdrehen der Heizkörperventile vor Feierabend und das Vermeiden des Standby-Modus.

Corona hat seine Spuren hinterlassen

Die Auswirkungen der Energiekrise spiegeln sich zwar noch nicht im Energiebericht für 2018 bis 2021 wider. Aber dafür hat Corona seine Spuren hinterlassen. Martin Meier vom Amt für Finanzen, Gebäudewirtschaft und Kreisschulen stellte die Energie- und Verbrauchsbilanzen für 26 kreiseigene Liegenschaften vor.

Beim Wärmeverbrauch sei der Landkreis „trotz einiger Ausreißer im Berichtszeitraum“ auf einem guten Weg, die Verbräuche wieder zu senken. Allerdings habe Corona diese Bemühungen „teilweise überkompensiert“, wie er sagte.

Beim Stromverbrauch sei mittlerweile ein niedriges Niveau erreicht. Durch die fortschreitende Technisierung und Digitalisierung vor allem an den Schulen werde er jedoch tendenziell ansteigen. Daher müsse versucht werden, durch gezieltes Einwirken auf das Nutzerverhalten diesen Anstieg so gering wie möglich zu halten.

Der Wasserverbrauch konnte den Angaben zufolge weitgehend konstant gehalten werden. Selbiges gelte auch für die Emissionen, insbesondere für den Ausstoß des Treibhausgases CO2.

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