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Mit der Stadt verwachsen

Leiter der Städtischen Galerie Fruchthalle in Rastatt geht in den Ruhestand

Die Revolution hat ihn nach Rastatt gebracht, die Kunst hat ihn gehalten: Als Peter Hank 1994 in die ehemalige Residenzstadt kommt, tritt er eine Stelle als Historiker an. Nun ist er als Leiter der Städtischen Galerie Fruchthalle in den Ruhestand gegangen.

Blickt einem neuen Lebensabschnitt entgegen: Zum Jahresende tritt Peter Hank als Leiter der Städtischen Galerie Fruchthalle in den Ruhestand. Foto: ARTIS - Uli Deck ARTIS - Uli Deck

Er soll mithelfen, die Feierlichkeiten zur demokratischen Bewegung der Jahre 1848/49 vorzubereiten. Später kommen andere Aufgaben auf ihn zu. Als 2003 die Leitung der Städtischen Galerie vakant wird, bewirbt sich Hank, erhält den Job und verschafft sich mit seinem Programm weithin Anerkennung.

„In meinem Leben schließen sich immer wieder Kreise“, sagt Hank und meint damit nicht die Tatsache, dass mit dem Jahresende der Ruhestand auf ihn wartet. Was er meint, ist die Kunst. Als Hank noch in Freiburg lebte, betrieb er dort zweieinhalb Jahre lang eine kleine Galerie. „Ich habe damals versucht, außereuropäische Kunst vor allem aus Japan und China zu zeigen,“ erinnert sich der scheidende Museumschef.

Finanziell war das auf Dauer nicht durchzuhalten. Einen großen Erfolg durfte Hank damals aber verbuchen. Ein Kontakt nach Alice Springs hatte ihm ermöglicht, Kunst der australischen Aborigines zu zeigen. Die war in Deutschland damals noch wenig bekannt – und fand in Freiburg beste Resonanz.

Ausstellungen waren wie Kinder

Für seine Zeit als Chef der Städtischen Galerie Fruchthalle mag er ein solches Einzelereignis nicht benennen. Wenn er von den Ausstellungen spricht, die er auf den Weg gebracht hat, erklärt er: „Das ist wie bei Kindern. Sie sind unterschiedlich, aber man hat sie alle gleich gern.“ Einige erwähnt er dann doch. Beispielsweise „Klasse Fleck“ im Jahr 2015. Als der Maler Ralph Fleck seine Professur an der Nürnberger Kunstakademie niederlegte, stellte er in der Fruchthalle nicht allein, sondern zusammen mit seinen Studentinnen und Studenten aus. Hank: „Das war toll, die Jugend im Haus zu haben.“

Jedes Projekt sei eine neue Herausforderung und ein neues Erlebnis gewesen betont er. Richtig schweißtreibend wurde es allerdings ein Jahr später, als es darum ging, dem Künstler Giuliano Vangi aus Rastatts italienischer Partnerstadt Fano ein Forum zu bereiten. Vor allem die Einrichtung der Installation „Veio“ mit ihrer zwölf Meter langen Rampe und einem Original-Motorrad verlangte äußerste Millimeterarbeit.

Und in Zukunft? Der Kunst wird Hank treu bleiben. Er ist dabei, eine Privatsammlung zu archivieren. Auch will er weiter Texte zur Kunst verfassen, ohne dabei seine poetische Ader zu vernachlässigen. Immerhin verfasst Hank seit Jahrzehnten Lyrik. Ansonsten plant er, seinen neuen Lebensabschnitt ruhig anzugehen: „Mal schau’n, was sich ergibt.“ Eines steht für ihn nach einem Vierteljahrhundert in Rastatt fest: „Ich bin mental mit dieser Stadt verwachsen.“

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