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Video kursiert im Internet

Mädchen schlagen 14-Jährige am Rastatter Bahnhof brutal zusammen – Bezug zu Karlsruher Angriffen?

Zwei Mädchen haben in Rastatt eine 14-Jährige brutal zusammengeschlagen. Ein Video von der Tat davon kursiert im Internet. Gibt es einen Zusammenhang mit zwei Angriffen in der Karlsruher U-Bahn?

Einfahrt des neuen RB41 am Bahnhof in Rastatt: Die Züge der DB Regio ersetzen seit dem 11. Dezember einen Teil der Stadtbahnen der Albtal-Verkehrsgesellschaft.
Der Vorfall am Rastatter Bahnhof steht wohl in Zusammenhang mit einer weiteren Prügelei im Treppenhaus des Gaggenauer Murgtalcenters. Foto: Hans Jürgen Collet/Archiv

Eine 14-Jährige liegt am Boden, sie wimmert und schreit vor Schmerzen, zwei andere Mädchen schlagen sie, treten ihr mehrfach in den Bauch und gegen den Kopf. Passanten stehen unbeteiligt daneben und filmen das Ganze, teilweise feuern sie die Täterinnen noch an:

Szenen, die sich nicht etwa in einer Großstadt zugetragen haben, sondern am vergangenen Samstagabend auf einem Bahnsteig des Rastatter Bahnhofs. Mehrere Videos der Tat verbreiten sich derzeit rasant in den digitalen Netzwerken – die Täterinnen hat die Polizei bereits ermittelt. Das Opfer des Angriffs erlitt schwere Verletzungen und musste stationär in einer Klinik behandelt werden.

Der Vorfall in Rastatt steht dabei wohl in Zusammenhang mit einer weiteren Prügelei im Treppenhaus des Gaggenauer Murgtalcenters, das ebenfalls seit einigen Tagen im Internet für Entsetzen sorgt. Auch hier kursiert ein Video, das zeigt, wie das Opfer in einem Treppenhaus verprügelt wird und zu fliehen versucht.

Und auch in Gaggenau und Bietigheim kam es zwischen der 14-Jährigen und den anderen Mädchen, die allesamt polizeilich bekannt sind, bereits in den Vortagen zu Provokationen, Streitigkeiten und körperlichen Auseinandersetzungen, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Beamten aus Gaggenau und Rastatt haben umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

Gewaltexzess am Rastatter Bahnhof: Zusammenhang mit den Verbrechen in der Karlsruher U-Bahn?

Auffällige Ähnlichkeiten sind auch zu zwei Fällen in Karlsruhe zu erkennen. Dort wurde im September ebenfalls eine 14-Jährige zweimal in der U-Bahn von zwei Mädchen verprügelt – Täterinnen und Opfer in den Karlsruher Fällen sehen denjenigen aus Rastatt und Gaggenau auffällig ähnlich.

Aus gut informierten Kreisen war am Dienstag zudem zu erfahren, dass eine der Beteiligten aus den jüngsten Fällen in der Region zudem in Karlsruhe wohnt. Laut dem zuständigen Polizeipräsidium Offenburg laufen die Ermittlungen; man prüfe zudem, ob es einen Zusammenhang mit den Fällen in der U-Bahn-Haltestelle am Karlsruher Marktplatz gibt.

Ein Schriftzug am Bahnsteig der U-Strab-Haltestelle Marktplatz
Laut dem Polizeipräsidium Offenburg wird geprüft, ob es einen Zusammenhang mit den Fällen in der Karlsruher U-Bahn-Haltestelle gibt. Foto: Nicolas Lutterbach/KVV

Anzeige wurde im Rastatter Fall erst im Nachhinein erstattet. Als sich die Tat am Bahnhof ereignete, wurden die Beamten offenbar von keinem der Passanten, die den Vorfall filmten, alarmiert.

„Warum die umstehenden Zeugen des Angriffs nicht eingegriffen und sogar mitgefilmt haben, anstatt der Jugendlichen zu helfen, ist unklar“, schreibt die Polizei in ihrer Pressemitteilung weiter. Fahrgäste der im Bahnhof stehenden Züge sahen offenbar ebenfalls keinen Anlass einzuschreiten oder über Notruf die Einsatzkräfte zu alarmieren.

Video kursiert im Internet: Angreiferinnen sind ermittelt

Nach dem Bekanntwerden der Videos habe man am Montag die Ermittlungen aufgenommen und sei auch schon recht weit. Die Angreiferinnen konnten ermittelt werden und müssen in der Folge mit Strafanzeigen rechnen.

Auch die Veröffentlichungen der Videoausschnitte in den digitalen Netzwerken werden durch die Polizei ausgewertet – unter anderem soll herausgefunden werden, inwiefern unterlassene Hilfeleistung vorliegt oder die Persönlichkeitsrechte von im Video gezeigten Personen verletzt werden.

Nicht der erste Vorfall am Rastatter Bahnhof

Der Vorfall am Samstag ist nicht der erste dieser Art am Rastatter Bahnhof. Bereits im vergangenen Mai war es in der Bahnhofsunterführung zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen gekommen. Damals soll eine 17-Jährige eine Gruppe anderer junger Frauen attackiert haben. In der Folge wurde sie von der Gruppe mit Pfefferspray besprüht.

Für großes Aufsehen hatten zudem Vorfälle im März 2019 gesorgt: Damals war es im Bereich der Alten Bahnhofstraße, im Schlosspark und auch im Bahnhofsbereich zu jagdähnlichen Szenen gekommen. Mit Schlaggegenständen und Macheten bewaffnete Männer hatten sich dabei eine Verfolgungsjagd entlang der Gleise geliefert.

Hinweis der Redaktion

Das Video vom Vorfall in Rastatt ist der Redaktion bekannt. Wir haben es gesehen und uns dagegen entschieden, Szenen daraus zu verbreiten.

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