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35 Aussteller

"Mein Hund" in Rastatt: Coronavirus verschreckt Messebesucher

Der Auftakt verlief viel schleppernder als bei der Premiere. Der Veranstalter der Messe "Mein Hund" in der Badner Halle in Rastatt führt das auf die zunehmende Angst vor einer möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus zurück. 35 Austeller sind in der Halle vertreten.

Einmal über den roten Teppich spazieren: Biewer Yorkshire Terrier Cherry (rechts) und Zwergspitz Bella. Foto: Bernd Kamleitner

Auf der Messe „Mein Hund“ drehte sich nicht alles – wie erwartet – nur um Vierbeiner. Wie ein Schatten lag ein anderes Thema über der Badener Halle: Coronavirus. „Das war zu erwarten“, nimmt Hundefotograf Christian Hanner aus Freiburg den geringeren Besucherandrang hin. Im Normalfall stünden Hundehalter vor seinem Stand Schlange.

Zum Auftakt lief das Geschäft dagegen nur schleppend an. Veranstalter Michael Piesch zieht daher schon am ersten der zwei Messetage das Fazit der zweiten Auflage von „Mein Hund“: „Diese Ausgabe wird kein Maßstab für die Besucherzahl sein!“

Hundehalter haben ein gutes Immunsystem, weil sie immer an der frischen Luft sind.
Gabi Dirkser, Ausstellerin

Aussteller wie Gabi Dirkser, die Magnetdecken, Anhänger und vieles mehr für Hund, Kinder sowie Mann und Frau anbietet, verfällt bei dem Thema Corona-Virus  nicht in Panik: "Ich kann mich ja auch beim Einkaufen anstecken." Außerdem: "Hundehalter haben  ein gutes Immunsystem, weil sie immer an der frischen Luft sind."  Das gilt wohl auch für sie: Ihr treuer Begleiter ist seit elf Jahren ein Schäferhund. Aussteller-Kollegen sehen  das Corona-Thema ähnlich wie Dirkser, praktizieren aber empfohlene Vorsichtsmaßnahmen wie ein Verzicht auf Händeschütteln.

Messekonzept läuft seit elf Jahren

Seit elf Jahren zieht  Michael Pietsch  mit dem Ausstellungskonzept für "Mein Hund" durchs Land. 16 Termine sind es jährlich bundesweit. Nachdem die Premiere in der Rastatter Halle als Erfolg verbucht wurde („Die Region hat Potenzial“), stand eine Neuauflage fest. 35 Aussteller verteilen sich in der Halle. „Mit Produkten, die man nicht überall findet“, wie Hundehalter Pietsch herausstellt.

Sein Jack-Russell-Terrier musste daheim bei den Kindern bleiben. Ein Herrchen, das Messeveranstalter ist, hat sich am Wochenende eben um viele andere Dinge zu kümmern.

Körbchen für kleine Hunde mit Handtasche

Sabrina von Lila Chic aus Freiburg ist dagegen mit Hundedame Lili nach Mittelbaden gefahren. Die zierliche Chihuahua-Hündin war mit ausschlaggebend für ihre Geschäftsidee: Die Frau mit dem Künstlernamen („Lila liebe ich, und chic sind meine Sachen“) fertigt exklusive Körbchen für kleine Fellnasen. Auf Wunsch gibt es die Handtasche im passenden Design dazu.

Für den Urlaub mit Hund: das Waumobil

Ganz frisch ist das Geschäftsmodell, für das Hundehalter Axel Schlehuber aus Karlsruhe an seinem Stand wirbt: das Waumobil. Dahinter verbirgt sich ein Wohnmobil, das für den Urlaub mit bis zu zwei Vierbeinern umgebaut wurde und nun vermietet wird. Die Besonderheit: Von der integrierten Hundebox gibt es einen direkten Zugang ins Innere des Wagens.

Braucht eine Fellnase Kleidung?

Erfahrungen aus dem Hundehalterdasein haben auch bei Carmen und Jörg Düring aus der Nähe von Dresden zu einer Geschäftsgründung geführt. Sie verkaufen Hundekleidung. Braucht das ein Hund überhaupt? Jörg Düring lässt daran keinen Zweifel. Etwa bei Vierbeinern, die viel in der Wohnung und wenig draußen sind, werde das Unterfell nicht mehr ausreichend ausgebildet.

Hündin Wilma ist das Model

Die individuell gefertigten Teile – dafür wird der Hund vermessen – seien an Brust, Bauch und Flanken geschlossen, damit weder Kälte noch Nässe eindringen kann. Weil das Paar für den eigenen Hund zunächst nichts passendes fand, fertigten die aus dem Schneiderhandwerk kommenden Tierhalter diese selbst an. Ein Model haben sie immer dabei: Die achtjährige Rhodesian-Ridgeback-Dame Wilma lässt sich anstandslos zu Anschauungszwecken einkleiden.

Jumbo-Knochen werden mit Heißluft haltbar gemacht

Hundefutter in vielen Variationen gibt es unter anderem am Stand von Bernd Meyer aus Schweinfurt. Ein Hingucker sind die bis zu drei Kilo schweren „Jumbo-Knochen“. „Es gibt Hunde, die zernagen den in ein paar Stunden, andere brauchen Monate“, erzählt der Franke schmunzelnd. Da die Teile vom Rind mit Heißluft getrocknet wurden, seien sie konserviert und würden nicht verderben.

Entspannungskissen für Fellnasen

Leinen, Halsbänder und andere Dinge für Herrchen und Frauchen wie Staubsauger, Hundeversicherung, Tierrettung, Entspannungskissen für Fellnasen und Halter, oder aus Holz gefertigte Leinen-Garderoben mit Aufschrift („Willst du mit mir gehen?“) sind ebenfalls auf der Messe vertreten.

Hund im Korb: die zierliche Chihuahua-Hündin Lili. Foto: Bernd Kamleitner

Auf Wunsch bringt Manuela Fuhrmann aus der Nähe von Dahn auch ein Bild des Hundes auf dem Brett an. Eigentlich wollte sie alte Möbel verschönern. Seit fünf Jahren fertigt sie nun Schlüsselbretter, Garderoben und verschönere Holztafeln an und versieht sie mit Schriftzügen. Inzwischen hat sie 450 Motive im Repertoire, verrät sie stolz. Auf Hunde-Messen ist sie aber eher selten. Zumeist gastiert sie auf Bauernmärkten.

Würstchen-fang-Wettbewerb und Hundecasting

Neben Fachvorträgen stehen ein Würstchen-fang-Wettbewerb und ein Hundecasting auf dem Programm. Dafür ist ein roter Teppich ausgerollt. Ob sich ein Vierbeiner für Aufgaben vor der Kamera eignet, dafür hat Angelika Kassner einen Blick: „Das kann man daran sehen, wie ein Besitzer mit seinem Hund geht.“ Die Frau kennt sich aus   - und sie hält schon seit 50 Jahren selbst Hunde. Derzeit sind es drei Border Collies.

Traum von Karriere vor der Kamera

Für eine Filmkarriere („ein langer Weg“) kommen nicht nur Rassehunde in Frage. Was muss das Tier dafür mitbringen? „Der Hund muss in sich gefestigt sind“, betont Kassner. Und: „Der Halter auch!“

Auch Tierbestattung ist ein Thema

Das Abschiednehmen vom geliebten Vierbeiner ist auf der Messe ebenfalls ein Thema. Christian Richers von Anubis in Karlsruhe  informiert über Tierbestattung. Zu Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 2010 hätten Besucher von Ausstellungen, bei denen er mit einem Stand vertreten war,  oft etwas verschreckt reagiert. Inzwischen seien die Tierhalter aber offener für das Thema: "Jeder weiß, dass der Punkt mal kommt."

Christian Richers zeigt einen Holzbilderrahmen. Er ist aufklappbar. Im Innern könnte das Säckchen mit der Asche der verstorbenen Katze aufbewahrt werden. Foto: Bernd Kamleitner

Diamant aus der Asche

Manche Halter lassen sich laut Richers aus der Asche des Tieres Medaillons machen. Auch ein Diamant sei aus den Überresten möglich. Ein beliebtes Erinnerungsstück sind aufklappbare Holzbilderrahmen: Vorne prangt das Bild des Tieres, im Innern kann das Asche-Säckchen etwa der Katze aufbewahrt werden.

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