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Ehemaliger Bürgermeister von Hüfingen

Anton Knapp aus Muggensturm schreibt Buch über Kunst im öffentlichen Raum

Säulen am Arbeitsamt, Skulpturen vor dem Rathaus: Kunst im öffentlichen Raum ist vielfältig. Anton Knapp, der früher im Gemeinderat von Muggensturm saß, hat darüber jetzt ein Buch geschrieben. Der Titel ist provokativ.

Mann mit Buch
Impulsgeber: Anton Knapp will mit seinem Buch die Debatte um Kunst im öffentlichen Raum beleben. Foto: Hans-Jürgen Collet

Das Bild auf dem Titelblatt seines Buches zeigt eine Skulptur. Geschaffen hat sie der Bildhauer Manfred Emmenegger-Kanzler. Sie besteht aus vier geknickten Stahlstäben, die die vier Amtsperioden von Anton Knapp (SPD) als Bürgermeister in Hüfingen symbolisieren sollen. Von 1989 bis 2016 war der aus Muggensturm stammende Knapp Oberhaupt der Schwarzwald-Stadt südlich von Freiburg.

Die Skulptur bildet zudem die Form einer Vase, womit der Künstler das Engagement von Knapp für die keramische Kunst, die in Hüfingen eine zentrale Bedeutung hat, dokumentieren wollte. So steht es in dem Brief, den Knapp bei der Verleihung seiner Ehrenbürgerwürde in Hüfingen erhielt.

Das Bild symbolisiert denn auch schon sinnhaft, worum des in Knapps Buch geht: „Ist das Kunst oder muss das weg?“ lautet der Titel. In dem Werk befasst sich Knapp auf über 150 Seiten mit der Bedeutung von Kunstobjekten im öffentlichen Raum.

Das Buch ist ganz nahe an der Praxis der Kommunalpolitik.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident

Knapp stammt aus Muggensturm, war dort über viele Jahre hinweg Gemeinderat und Mitglied des Kreistages im Landkreis Rastatt, ehe er 1988 zum Bürgermeister in Hüfingen gewählt wurde. Unter anderem fand auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann viele lobende Worte über das Buch: „Es zeigt die wirklichen Potenziale von Kunst im öffentlichen Raum auf und ist dabei immer ganz nahe an der Praxis der Kommunalpolitik“, wie Kretschmann auf Knapps Homepage schreibt.

Wie aber kam Knapp auf die Idee, sich diesem Thema zu widmen? Im Laufe seiner 40-jährigen Tätigkeit in der Kommunalpolitik habe ihn die Kunst im öffentlichen Raum immer wieder begleitet, sagt er. Entscheidungen dazu habe er meist nur aus dem Bauch heraus getroffen und dies habe ihn dazu motiviert, sich mit dem Thema theoretisch und praktisch zu befassen.

Wie lange er an dem Werk gearbeitet hat, vermag der 74-Jährige dabei gar nicht so genau zu sagen: „Man beschäftigt sich damit in intensiven, dann auch wieder in weniger intensiven Phasen, man sammelt, liest Literatur und schreibt einiges auf. Richtig kompakt und intensiv daran gearbeitet habe ich in einem längeren Winterurlaub auf Gran Canaria.“

Die Kommunalpolitiker müssen in finanzieller Hinsicht ein wenig Kreativität entwickeln
Anton Knapp, Ex-Bürgermeister

Von Bedeutung sei das Buch vor allem für Kommunalpolitiker und kommunalpolitisch Interessierte, denn es leuchte Hintergründe, Aspekte und Fragestellungen zu dem Thema aus, rege aber auch zu Diskussionen an, so Knapp. In größeren Städten sei Verständnis und Toleranz gegenüber Kunstobjekten im öffentlichen Raum in den vergangenen Jahren eher gewachsen.

In Kommunen unterhalb von 10.000 Einwohnern lasse das meist noch sehr zu wünschen übrig: „Dabei hat die Kunst das Potenzial, den öffentlichen Raum zu bereichern und Debatten um gesellschaftliche, politische und ästhetische Fragestellungen anzustoßen.“

Dass die Kunstobjekte meist recht kostspielig sind, räumt Knapp ein. Er halte sie dennoch für unverzichtbar. „Die verantwortlichen Kommunalpolitiker müssen in finanzieller Hinsicht auch ein wenig Kreativität entwickeln“, meint er.

Knapp ist noch als Kreisrat und Fraktionsvorsitzender aktiv

Knapp selbst ist nach seiner Zeit als Bürgermeister ehrenamtlich noch im Kreistag und als Fraktionsvorsitzender im Regionalverband tätig. Ferner engagiert er sich im Bundesvorstand der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK). Zudem ist er unter anderem Vorstandvorsitzender der Hüfinger Bürgerstiftung, die er 2008 gegründet hatte.

Die Beziehungen zu seiner früheren Heimat Muggensturm seien im Laufe der Jahre durch den aufwendigen Bürgermeisterjob natürlich weniger intensiv geworden, sagt er. Einen Austausch gebe es noch gelegentlich mit dem „12er Chor“, der auch schon in Hüfingen zu Gast war, oder zu früheren Klassenkameraden. Kontakte existierten zudem noch zur Muggensturmer SPD und zu Ex-Bürgermeister Späth. Beim jüngsten Muggensturmer Neujahrsempfang war er ebenfalls vor Ort.

Ausgestattet mit so viel Rathauserfahrung – was zeichnet aus seiner Sicht einen guten, erfolgreichen Bürgermeister aus? „Verwaltung alleine reicht nicht aus, wenn man eine Gemeinde weiterentwickeln und nach vorne bringen will“, glaubt er. Wichtig ist für ihn vielmehr ein „Gespür für Menschen, Geradlinigkeit und das Selbstverständnis, dass es sich bei dem Beruf um eine Aufgabe und nicht um einen Job handelt.“ Neben Organisations- und Managementaufgaben stellt Knapp eines heraus: „Visionäres Denken ist bei einem guten Bürgermeister besonders gefragt.“

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