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Vom Verfassungsschutz beobachtet

Islamische Gemeinschaft Millî Görüs verteilt in Rastatt kostenlose Suppe

Die „Mobile Küche“ der islamischen Hilfsorganisation Hasene-International hat zum ersten Mal in Rastatt Halt gemacht. Mitglieder der Millî-Görüş-Gemeinde verteilten Suppe an die Mitarbeiter der Werkstätten.

Heiß begehrt: Mitgleiter der Millî Görüş verteilen bei den Murgtal-Werkstätten kostenlose Suppen an die Mitarbeiter. Rund 400 Portionen haben zwei Frauen der Gemeinde zubereitet. Foto: Hans-Jürgen Collet

Als ein Herr im ersten Moment an dem Wagen vorbeigehen will und sich dann doch noch anders entscheidet, ist für Zeycan Özdamar eines ganz klar: „Türkischer Küche kann man nicht widerstehen. Zumindest nicht lange“ sagt sie und schöpft lachend eine Kelle dampfender Suppe in den Becher.

Özdamar steht in der „Mobilen Küche“ des Hilfs- und Sozialvereins Hasene der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs. In Kooperation mit dem Rastatter Ortsverein hat der Kastenwagen zum ersten Mal in der Stadt halt gemacht und um die Mittagszeit kostenlose Suppe an die Mitarbeiter der Murgtal-Werkstätten ausgegeben.

Eigentlich sollte das Mobil vor dem Krankenhaus stehen, als „Dankeschön für die Mitarbeiter für ihren aufopferischen Einsatz“ in der Pandemie-Zeit sagt Mitorganisator Sefa Pusmaz. In Rastatt war das organisatorisch aber nicht möglich. Deswegen fand die Aktion bei den Werkstätten statt, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gemeinschaft befinden.

Wir wollen ein Zeichen setzten und und den Zusammenhalt stärken.
Sefa Pusmaz, Mitorganisator

Zwar habe die Einrichtung eine Kantine, aber Pusmaz sagt: „Wir wollen ein Zeichen setzten und den Zusammenhalt stärken, gerade jetzt in Zeiten von Corona.“ Die vegetarische Gemüsesuppe sei da als eine „kleine Vorspeise“ gedacht.

Seit drei Jahren fahren die Mobilen Küchen in viele Regionen und Städte auf der ganzen Welt und verteilen dort warme Mahlzeiten unter anderem an Bedürftige wie Obdachlose oder Flüchtlinge.

Der Sinnspruch des Propheten Mohammeds, der sich auf beiden Seiten der Ausgabe befindet, zeugt von diesem Engagement: „Wer sich satt in den Schlaf legt, während seine Nachbarn der Hunger plagt, der gehört nicht zu uns.“

Kostenlose Suppe kommt in Rastatt gut an

Das Angebot findet an diesem Mittag regen Zuspruch. Immer wieder lassen sich die Menschen die Becher ein zweites Mal auffüllen, so auch Jörg, der in den Werkstätten arbeitet: „Die Suppe ist richtig gut“ sagt er. Auch Bianca Fritz, die im Bereich der digitalen Archivierung bei den Murgtaler-Werktstätten tätig ist, findet die Suppe „fein“.

Nach einer guten halben Stunde sind rund 100 Pappbecher mit der Suppe verteilt. Für genügend Vorrat ist aber gesorgt: Etwa 400 Portionen in vier großen Töpfen hat Zeycan Özdamar gemeinsam mit Hülya Pusmaz gekocht. „Heute Morgen haben wir um 7.30 Uhr angefangen und in rund zwei Stunden waren wir fertig“ sagen die Beiden und fügen noch gut gelaunt hinzu: „Wir sind fleißig.“

Basis der Suppe ist Tarhana

Begeistert von der Suppe ist auch Ute Stoll, die Inklusionsbeauftragte der Murgtaler Werkstätten, die gemeinsam mit Geschäftsführer Martin Bleier an der Ausgabe vorbeischaut. Den Interessierten schildert Özdemar das Rezept der Suppe: Die Basis bildet Tarhana, eine Mischung aus getrocknetem und gemahlenem Gemüse sowie Mehl und Joghurt.

Eine Frau läuft derweil am Stand vorbei und ruft fröhlich: „Vielen Dank und alles Gute für Sie.“ Ihr scheint die Suppe schon gemundet zu haben.

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