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Bleibt Touristinfo im Schloss?

Neue Rastatter Café-Bar "Barock" öffnet am Freitag ihre Pforten

Nach längerem Warten wird an diesem Freitag in den Räumen des zum Jahresende geschlossenen Lokals "Bellini" die neue Café-Bar „Barock“ an der Ecke Museum-/Rossistraße eröffnet. Außerdem wird aktuell über den Mietvertrag für die städtische Touristinfo verhandelt.

In den Startlöchern: Abulkadir Kaya, hier mit seiner Freundin, eröffnet an diesem Freitag die Café-Bar „Barock“ an der Ecke Rossi-/Museumstraße. Foto: Collet

Dieser innerstädtische Bereich in Rastatt war schon immer für die eine oder andere Überraschung gut. Jetzt tut sich wieder was zwischen der Südterrasse des Schlosses, Herrenstraße 18, und der Ecke Museum-/Rossistraße auf der gegenüberliegenden Seite.

Nach längerem Warten wird an diesem Freitag die neue Café-Bar „Barock“ eröffnet. Außerdem verhandeln die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) aktuell mit der Stadt Rastatt über den Mietvertrag für die städtische Touristinfo. Das war erst jüngst von SSG-Geschäftsführer Michael Hörrmann auf Anfrage dieser Redaktion zu erfahren.

Die Stadt favorisiert als neuen Standort die Post.
Michael Hörrmann, SSG-Geschäftsführer

„Wir möchten den Vertrag gerne verlängern und würden uns freuen, wenn die Stadtinformation am bisherigen Standort bleiben würde“, so Hörrmann. „Das wäre für uns das Beste.“ Aber die Stadt habe andere Pläne, sie favorisiere als neuen Standort die Post. Das Gebäude hat die Stadt Ende 2019 gekauft. „Aber bis zum Umzug, wird es noch einige Jahre dauern“, sagt Hörrmann.

Rastatts Wirtschaftsförderer Torsten von Appen erklärt derweil, dass es in dieser Angelegenheit einen gewissen Abstimmungsbedarf mit Hörrmann gebe, „damit am Ende nichts Falsches in der Zeitung steht“, wie er sagt.

Denn: „Wir wollen hier gar nicht raus. Es ist vielmehr so, dass die Schlösser und Gärten der Stadt gekündigt haben.“ Mehr dürfe er dazu nicht sagen, sagt von Appen. Das sei schließlich alles noch in der Schwebe. Die Verhandlungen könnten Monate dauern. Worüber da genau verhandelt wird, wollte er freilich nicht verraten.

Die Schlösser und Gärten haben der Stadt gekündig.
Torsten von Appen, Wirtschaftsförderer der Stadt Rastatt

Wie Michael Hörrmann zudem mitteilte, wird der neu eingerichtete Multifunktionsraum im Ende 2017 geschlossenen „Impérial“ (zuerst „Rivalino“, später „Barlino“) von der Schlösserverwaltung für Besprechungen genutzt. Der Raum, in dem laut Hörrmann „schon zwei Kindergeburtstage“ gefeiert wurden, könne kurzzeitig angemietet werden und soll für museumspädagogische Angebote genutzt werden.

Zur Eröffnung eine kleinere Feier statt großer Sause

In den Räumen des zum Jahresende dichtgemachten „Bellini“ steckt derweil der neue Pächter schon in den Startlöchern. An diesem Freitag ab 16 Uhr eröffnet Abulkadir Kaya das Lokal unter dem Namen „Barock“. Allerdings nicht mit einer großen Party, sondern wegen der aktuellen Situation in kleinerem Rahmen mit Sektempfang.

Irritationen über den Verbleib der Touristinfo: Zu den Mietverhandlungen treffen die Stadt und die Staatlichen Schlösser und Gärten widersprüchliche Aussagen. Foto: Collet

„Alle, die möchten, dürfen gerne vorbeischauen und unter Achtung der Corona-Vorschriften mit uns feiern“, sagt Kaya, der den Umbau der neuen Café-Bar nach eigenen Angaben Ende März beendet hatte und schon Anfang April eröffnen wollte. Aber daraus sei wegen der Corona-Pandemie dann nichts geworden, erklärt der 39-jährige Fahrzeuglackierer mit Meisterbrief, der seit 2011 in Rastatt eine Autolackiererei betreibt. „Die Werkstatt wird normal weiterlaufen“, erzählt Kaya, der vor seiner Ausbildung in der Gastronomie tätig war.

Frisch aufgemöbelte Café-Bar braucht keinen Koch

Seine Café-Bar habe er in den vergangenen Wochen mit neuen Möbeln ausgestattet und frisch gestrichen. Die Theke habe er verkleinert, um zwei zusätzliche Tische unterzubringen. Zudem sei neues Geschirr angeschafft und alles repariert worden, was zu reparieren war, berichtet Kaya, der ab jetzt täglich wechselndes Frühstück, Kaffee, Kuchen, Waffeln, Crêpes, Eis, Cocktails und kleine Speisen wie Salate, Hotdogs, Currywurst und Flammkuchen, anbieten möchte.

„Den Kuchen und das Eis bekommen wir geliefert. Alles andere wird von uns frisch zubereitet“, berichtet der neue Wirt, der aus Kostengründen auf einen Koch verzichtet, aber zwei Vollzeit- und drei Teilzeitkräfte im Service beschäftigen wird.

Schwieriges Erbe ist dem neuen Pächter bewusst

Dass er mit seinem Lokal nach 20 erfolgreichen Jahren „Riva“ (1997 bis 2017) und zweieinhalb Jahren „Rossi“ und „Bellini“ ein durchaus schwieriges Erbe antritt, ist Kaya bewusst. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich gehe nicht blauäugig an die Sache ran. Man muss Geduld haben.“

Seine Café-Bar „Barock“ möchte er von Sonntag bis Donnerstag, 9.30 Uhr bis Mitternacht, sowie freitags und samstags, 9.30 Uhr bis 2 Uhr, öffnen. Geschlossene Gesellschaften soll es nicht mehr geben, aber weiterhin Motto-Partys und Public Viewing, „sobald dies wieder möglich ist“.

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