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Unterricht im rollenden Pool

Schwimmbad auf Rädern kommt nach Ötigheim

Kinder, die nicht schwimmen können, gibt es immer häufiger. In Ötigheim sollen sie in einem Lkw erste Erfahrungen sammeln können. Die Kurse sind kostenfrei.

„Wundine on Wheels I“ steht aktuell in Neubulach.
Schwimm-Unterricht im Lastwagen: Ab März 2024 macht das neue Schwimm-Mobil „Wundine on Wheels II“ drei Monate lang Station im Telldorf. Es wird dort auch eingeweiht. Die Kurse sind kostenfrei. Das Foto zeigt „Wundine on Wheels I“, die aktuell in Neubulach steht. Foto: Sabeth Flaig/Josef Wund Stiftung

„Schwimmen lernen macht Spaß“, steht auf einem Flyer, mit dem die Gemeinde Ötigheim seit Jahren darauf aufmerksam macht, wie wichtig es ist, dass Kinder schwimmen können. Die Frage ist nur: Wo können sie ihre ersten Schwimmerfahrungen sammeln? Denn von den im Flyer genannten Schwimmbädern in der Umgebung, die Schwimmkurse anbieten, sind einige schon geschlossen – oder haben lange Wartezeiten.

Rollendes Schwimmbad macht im März Station in Ötigheim

Doch Abhilfe naht. Damit die Kinder vor Ort schwimmen lernen können, erhält Ötigheim ein Schwimmbad. Allerdings ein ganz besonderes, nämlich ein mobiles Bad auf Rädern in einem Lkw-Auflieger. Das Schwimm-Mobil „Wundine on Wheels II“ kommt im März 2024 für drei Monate nach Ötigheim. Die Gemeinde darf Wundine II, „die gerade gebaut wird“, sogar feierlich einweihen. „Voraussichtlich kommt Kultusministerin Theresa Schopper zur Einweihung. Sie ist die Schirmherrin“, berichtete Alexandra Engelmann.

Sie ist im Rathaus für das Thema „Kita und Schule“ zuständig. Die Mitarbeiterin stellte das „nachhaltige, vor Ort verankerte Projekt“ am Dienstag in der Gemeinderatssitzung vor. „Alle Kinder ab vier Jahren, die noch nicht schwimmen können, dürfen im Schwimm-Mobil kostenfreie Schwimmkurse belegen“, so Engelmann. „Standort wird der Gemeindeplatz beim Springbrunnen sein.“

Stiftung will das Schwimmen als Kulturtechnik fördern und bewahren

Die Josef Wund-Stiftung habe 2021 die Wundine Schwimmakademie ins Leben gerufen. „Das ist ein modulares Fort- und Weiterbildungsprogramm mit dem Fokus auf der Förderung der Schwimmfähigkeit von Kindergarten- und Grundschulkindern ohne Zugang zu Wasserflächen“, erklärte Engelmann. „Es geht der Schwimmakademie darum, das Schwimmen als Kulturtechnik langfristig zu fördern und zu bewahren.“

Ein Otter als Maskottchen: In Neubulach, wo das Schwimm-Mobil seit Ende November im Einsatz ist, wurde das bis dahin namenlose Tier auf den Namen Josy getauft.
Ein Otter als Maskottchen: In Neubulach, wo das Schwimm-Mobil seit Ende November im Einsatz ist, wurde das bis dahin namenlose Tier auf den Namen Josy getauft. Foto: Sabeth Flaig/Josef Wund Stiftung

Bislang sei die Stiftung mit einem Anhänger auf Tour. Das technisch voll ausgestattete Lehrschwimmbecken befinde sich in einem ausgedienten Lkw-Auflieger. Es sei dort im Rahmen eines sogenannten Upcyclings eingebaut worden. Im Schwimm-Mobil befinden sich laut Engelmann außer dem Becken auch Umkleidebereiche und Sanitäreinrichtungen.

Die Stiftung stelle geschulte Schwimmlehrer der Deutschen Kinder-Sport-Akademie zur Verfügung. Zusätzlich könne auch ortsansässiges Trainerpersonal in das Projekt integriert werden, berichtete die Rathaus-Mitarbeiterin. Wenn die Kinder im Lehrschwimmbecken schon erste Erfahrungen im Wasser gemacht haben, werde sich dies positiv auf den Schwimmunterricht in der Grundschule auswirken. „Die Kinder der zweiten Grundschulklasse haben seit 2022/23 Schwimmunterricht in Muggensturm.“

Grundsätzlich fänden im Schwimm-Mobil vormittags und nachmittags je drei Schwimmkurse á 90 Minuten statt. Pro Kurs sollten den Angaben zufolge sechs Kinder teilnehmen. Nur so sei zu gewährleisten, dass das Schwimm-Mobil den ganzen Tag genutzt wird. Je nach Bedarf könnten auch die Kooperationspartner der Kindersportschule Mittelbaden (KISS) einbezogen werden, so Engelmann.

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