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Blasmusik und Chorgesang statt Sonderangebote

Ehemaliger Supermarkt in Ötigheim wird Probelokal

Früher gab es hier Gemüse und Getränke, nach dem Corona-Lockdown soll aber Musik erklingen: Die Gemeinde Ötigheim stellt einen ehemaligen Penny-Markt als Probelokal für kulturelle Vereine zur Verfügung.

Steht seit Februar leer: Der ehemalige Penny-Markt im Gewerbegebiet. Wenn der aktuelle Corona-Lockdown vorüber ist, können dort Blasmusiker und Chöre proben. Foto: Ralf Joachim Kraft

Der Zeitpunkt für die gute Nachricht ist zwar nicht gerade günstig, „weil uns Corona und der erneute Lockdown erstmal einen Strich durch die Rechnung machen“, sagt Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer. „Aber sobald die Situation es wieder zulässt, können wir den früheren Penny-Markt unseren kulturellen Vereinen als Probenquartier zur Verfügung stellen und ihnen somit ein Arbeiten in coronakonformen Räumen ermöglichen.“

Das 700 Quadratmeter große, seit Februar dieses Jahres leerstehende Gebäude im Gewerbegebiet, Industriestraße 22a, gehört seit Ende 2018 der Gemeinde. „Es bietet ausreichend Platz und Parkplätze. Außerdem haben wir es in den vergangenen Wochen sehr gründlich auf seine Tauglichkeit als Probenort in Corona-Zeiten getestet“, sagt Kiefer, der von einem positiven Feedback der Vereinsvertreter berichtet.

Im Supermarkt können Musiker die Abstände einhalten

„Wir haben uns die Größe beziehungsweise die Quadratmeterzahlen angeschaut und festgestellt, dass wir in großen Abständen gut 90 Stühle aufstellen können.“ Überprüft worden seien auch die Lüftung, die Beleuchtung, die Elektrotechnik und die Akustik. Mittlerweile sei der Penny fast komplett auf Vordermann gebracht worden, berichtet das Ortsoberhaupt.

Die Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) hätten sich ehrenamtlich der Sache angenommen. „Zur Verbesserung der Raumakustik haben sie die Wände mit schwarzen Molton-Akustikstoffen ausgekleidet und ein Hygienekonzept mit separatem Ein- und Ausgang erarbeitet“, berichtet Kiefer, dass man über die Karlsruher Verbrauchermesse „Offerta“ an einen gespendeten Messeboden gelangt sei, der gerade verlegt werde.

Dorfgemeinschaft hat Idee

Die Idee, den früheren Penny-Markt als Probenlokal zu nutzen, kam laut Kiefer aus der Dorfgemeinschaft. „Denn uns allen war klar, dass ein Proben an der frischen Luft, unter freiem Himmel und mit genügend Abstand bald nicht mehr möglich sein würde und die bis dato zur Verfügung gestellten Räume im Gemeindehaus Alte Schule, im Tellplatz-Casino, in der Grillhütte oder in der Begegnungsstätte Milchhiesel zu klein für Proben unter coronakonformen Bedingungen sein werden.“

Mit dem neuen Probenort im Gewerbegebiet könne zugleich vermieden werden, dass die kulturellen Vereine wegen ihrer Gruppengröße auch noch in der Brüchelwald- oder Mehrzweckhalle proben müssten. Denn dort üben ja bereits die Sportvereine, die ab kommenden Montag freilich gar nicht mehr üben, weil der Freizeit- und Amateursportbetrieb einen Monat lang ruht und Veranstaltungen hier ebenso untersagt sind wie etwa im Kulturbereich.

Freigeworden ist der Supermarkt, weil Penny zu Anfang dieses Jahres vom Gewerbegebiet in die Händelstraße 5 im direkt benachbarten Baugebiet Hagenäcker umgezogen war. Auf das bisherige Penny-Areal in der Industriestraße sollen der Gemeindebauhof, das Feuerwehrgerätehaus und das Rote Kreuz verlagert werden, derweil im Gegenzug auf dem derzeitigen Bauhof-, Feuerwehr- und DRK-Gelände an der Mühlstraße das kleine innerörtliche Neubaugebiet „Mühlstraße“ entstehen soll.

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