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Erdgas Südwest investiert

In Ötigheim soll ein großes Solarkraftwerk entstehen

In Kooperation mit Ötigheim will Erdgas Südwest bis Mitte 2023 in der Gemeinde eine der größten Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Kreis Rastatt bauen.

So ähnlich könnte es bald auch in Ötigheim aussehen: Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Erdgas Südwest-Freiflächenanlage für Fotovoltaik in Malsch. Foto: Christian Ernst

Solarparks oder Solarkraftwerke gibt es inzwischen viele. Eine der größten Freiflächenanlagen für Photovoltaik im Landkreis Rastatt soll im südlichen Gemarkungsgebiet der Gemeinde Ötigheim entstehen.

Erdgas Südwest plant, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine solche Anlage in einem Seitenrandstreifen der A5 zu bauen. Wenn alles klappt wie geplant, könnte sie schon Mitte 2023 in Betrieb gehen.

Über das ambitionierte Vorhaben informierten am Dienstagabend Bürgermeister Frank Kiefer (CDU) und zwei Erdgas-Südwest-Vertreter im Gemeinderat. Bürger, die das Projekt jetzt erstmals hätten kennenlernen können, waren nicht anwesend. Der Gemeinderat war mit der Angelegenheit vertraut.

Da es keine Zeit zu verlieren gilt, fasste das Gremium direkt im Anschluss an die Präsentation den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Sondergebiet (SO) Photovoltaik-Freiflächenanlage. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von rund 3,47 Hektar und liegt südlich der A5 im Gewann Auf dem Gaisweg.

Aufstellungsbeschluss für Bebauungsplan des Solarkraftwerks gefasst

Nach Aussage von Bürgermeister Kiefer möchte die Gemeinde ihren Beitrag zur Energiewende leisten und mit gutem Beispiel vorangehen: „Daher haben wir bereits auf mehreren unserer Liegenschaften Photovoltaik-Anlagen installiert.“

Wie Lisa Notheisen und Boris Heller, Projektleiter bei Erdgas Südwest, verdeutlichten, wird die Leistung der Anlage etwa drei Megawatt Peak (MWp) betragen. Ausgehend von einer solchen Anlage rechnen sie mit einem Jahresertrag von 3,3 Millionen Kilowattstunden.

Jahresertrag: 3,3 bis 4,2 Millionen Kilowattstunden

Einen Netzverknüpfungspunkt für drei MWp habe der Netzbetreiber schon zugesagt. Die jährliche CO2-Einsparung bezifferte Notheisen mit 1.800 Tonnen. Der Mindestabstand zur A5 solle 40 Meter und der Maximalabstand 200 Meter betragen. Zwischen Autobahn und Anlage sei ein 15-Meter-Korridor geplant.

Sollte gar eine Vier-MWp-Anlage entstehen, erwartet die Gemeinde eine jährliche Stromproduktion von bis zu 4,2 Millionen Kilowattstunden. Der Strom soll laut Kiefer ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Zur Vermarktung sei eine Teilnahme am Ausschreibungsverfahren nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geplant.

Strom aus Ötigheim soll ins öffentliche Netz eingespeist werden

„Der Zuschlag würde uns helfen, da wir so eine Grundsicherung hätten“, sagte Boris Heller. „Denkbar wäre aber ebenso eine Vermarktung am Markt. Auch da wären wir gut aufgehoben.“

Die Gemeinde wird jetzt besagtes Grundstück kaufen und es an Erdgas Südwest verpachten. „Wir sind voller Freude, dass wir nach sorgfältiger Prüfung eine geeignete Fläche finden konnten. Mit Erdgas Südwest haben wir seit vielen Jahren einen verlässlichen Partner an unserer Seite“, betonte Bürgermeister Kiefer. „Die Verträge sind bereits verhandelt und liegen zur Unterschrift bereit.“

Die Verträge liegen schon zur Unterschrift bereit.
Frank Kiefer, Bürgermeister von Ötigheim

Laut Lisa Notheisen dient der Pachtvertrag der Grundstückssicherung und hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Der Pachtzins liegt ihren Angaben zufolge bei 5.785 Euro jährlich. „Weil wir an das Projekt glauben und es umsetzen wollen, sind wir in Vorleistung gegangen und haben im Bereich des Anschlusses an das neue interkommunale Wasserwerk Leerrohre verlegen lassen“, berichtete die Projektleiterin.

In der Sitzung stellte sie auch eine eventuelle ertragsbezogene Beteiligung der Gemeinde von 0,2 Cent pro Kilowattstunde in Aussicht. „Das Geld können wir uns dann vom Netzbetreiber zurückholen.“ Hindernisse bei dem geplanten Projekt sehe sie nicht.

Investor stellt Beteiligung der Gemeinde in Aussicht

Um die Anlage errichten zu können, sei Planungsrecht zu schaffen. Neben dem jetzt gefassten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan im Regelverfahren werde es notwendig, den Flächennutzungsplan (FNP) der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt im Parallelverfahren zu ändern.

Nach Abschluss der Bauleitplanung und Erhalt der Genehmigung bis Ende 2022 wird die Anlage voraussichtlich ab Frühjahr 2023 gebaut und Mitte 2023 in Betrieb genommen werden können.

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