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In Aufbruchstimmung

Rastatter Pharma-Firma Biokanol bezieht Pharmalager in Ötigheim

Das Rastatter Pharma-Unternehmen Biokanol steht kurz vor dem Start in neue Ära. Im Oktober bezieht die Firma, die Medikamente für Mensch und Tier produziert, ihr Pharmalager in Ötigheim.

Noch völlig leer und nur ein Muster aus gelben und blauen Linien: Die Hochregale im Pharmalager von Biokanol warten darauf, gefüllt zu werden. Firmenchefin Sylvia Weimer-Hartmann freut sich, dass es bald losgeht. Foto: Ralf Joachim Kraft

Die Halle, die sie sich Ende 2019 kurz vor Corona „für sehr viel Geld“ angeschafft hat, ist riesig. Die Hochregale darin sind noch völlig leer. Doch Sylvia Weimer-Hartmann strahlt übers ganze Gesicht. Denn bald schon werden diese Regale, die bislang nur ein abstraktes Muster aus gelben und blauen Linien in den Raum zeichnen, bis unters Dach gefüllt sein mit Produkten von Arzneimittel- und Kosmetikherstellern aus ganz Deutschland.

„Andere Frauen meines Alters wünschen sich eine Perlenkette. Ich habe mir diese Halle gewünscht. Dieses Puzzleteil hat in unserer Servicepalette noch gefehlt“, verrät die Apothekerin, die seit 22 Jahren das mittelständische Unternehmen „Biokanol Pharma“ in der alten Zigarrenfabrik an der Kehler Straße in Rastatt leitet.

Noch völlig leer und nur ein Muster aus gelben und blauen Linien: Die Hochregale im Pharmalager von Biokanol warten darauf, gefüllt zu werden. Firmenchefin Sylvia Weimer-Hartmann freut sich, dass es bald losgeht. Foto: Ralf Joachim Kraft

Jetzt steht die geschäftsführende Gesellschafterin im Ötigheimer Industriegebiet an der B3 quasi mitten in der „größten Investition der Firmengeschichte“ und wartet im Hallenkomplex an der Heinrich-Hertz-Straße nur noch auf die Erlaubnis des Regierungspräsidiums Tübingen (RP).

Dieses Puzzleteil hat in unserer Servicepalette noch gefehlt.
Sylvia Weimer-Hartmann, Pharmazeutin

„Denn das Lager ist Teil der Herstellungserlaubnis des RP und das Lagern ein pharmazeutischer Vorgang. Sobald wir die Genehmigung haben, kann’s losgehen. Bei uns herrscht im Moment Aufbruchstimmung“, freut sich die 65-Jährige schon auf den sehnsüchtig erwarteten Startschuss im Oktober.

Im Einsatz für die Gesundheit: Biokanol-Mitarbeiterin Simone Wahl bei der Arbeit am Rastatter Stammsitz in der Kehler Straße. Foto: Sylvia Weimer-Hartmann

In Rastatt ist ihr expandierendes Pharmaunternehmen, das seit der Gründung 1998 sukzessive gewachsen ist, vom Platzangebot her an seine Grenzen gestoßen. Ursprünglich wollte Weimer-Hartmann dort eine eigene Halle bauen. „Aber die Stadt Rastatt hatte daran offensichtlich kein Interesse“, sagt sie ohne Bitternis.

Denn die Entscheidung, sich mit einer Zweitniederlassung in Ötigheim anzusiedeln und dadurch wieder mehr Luft im Lager an der Kehler Straße zu schaffen, war in ihren Augen goldrichtig. Vor allem auch aufgrund des guten Verhältnisses zur Spedition Hartmann, der sie Ende 2019 einen Gebäudeteil abgekauft hat.

In Rastatt stößt die Firma vom Platzangebot her an ihre Grenzen

„Ab März haben wir die Corona-Zeit für den Umbau der 5.000 Quadratmeter großen Halle genutzt“, berichtet die Firmenchefin, deren Pharmalager sich direkt neben jenem des Pharmaunternehmens Heel befindet.

Expansion nach Ötigheim: Für „sehr viel Geld“ hat sich die Rastatter Firma Biokanol im Ötigheimer Industriegebiet an der B3 einen Gebäudeteil der Spedition Hartmann gekauft und diesen als Pharmalager eingerichtet. Foto: Ralf Joachim Kraft

Angesichts des „Mangels an solchen Lagern, in denen Temperatur, Hygiene und Zugangsbeschränkungen genau den pharmazeutischen Vorschriften entsprechen müssen“, ist die Pharmazeutin fest davon überzeugt, „dass wir als spezialisierter Dienstleister mit unseren Logistikleistungen, die auf den Pharma- und Gesundheitsmarkt zugeschnitten sind, in eine Marktlücke stoßen und uns ein weiteres Geschäftsfeld erschließen können“.

Bedarf bestehe vor allem in Corona-Zeiten, „weil man jetzt festgestellt hat, dass die herkömmlichen Lieferketten nicht mehr funktionieren und das Lagern doch gut sein kann“. In den beiden Regalhallen, in denen jeweils 4.000 rund 300 Kilogramm schwere Paletten gestapelt werden können, haben bald andere Pharmafirmen die Möglichkeit, ihre Waren zu lagern und sie von Biokanol an Großhändler, Apotheken, Kliniken, Humanmediziner, Veterinäre oder Endverbraucher im In- und Ausland versenden zu lassen.

„Das spart Zeit, Geld und schont zudem die Umwelt, da Zwischentransporte entfallen“, betont Weimer-Hartmann, die am Standort Ötigheim zehn bis 20 Mitarbeiter beschäftigen wird. Standortleiter ist der 40-jährige Julius Diekmann.



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