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Rastatter Tunnel-Baustelle

PFC kostet die Bahn mehrere Millionen Euro

PFC sind überall, das sieht man in der Region Mittelbaden immer wieder in ganz verschiedenen Bereichen. Diese Erfahrung musste auch die Deutsche Bahn beim Bau des Rastatter Tunnels machen, der östlich von Ötigheim beginnt und südlich von Rastatt im Bereich Niederbühl endet.

Die Großbaustelle des Rastatter Tunnels. Foto: Sebastian Roedig

„Dort realisiert die DB Netz AG seit 2015 eine rund 900 Meter lange Grundwasserwanne. Bei diesen Bauarbeiten sieht man sich mit dem Sachverhalt konfrontiert, dass nicht nur Grundwasser, sondern auch Böden mit PFC-Belastung anstanden beziehungsweise anstehen“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage der BNN. In der ursprünglichen rechtskräftigen Planfeststellung aus dem Jahr 1998 sei diese Boden- und Wasserbelastung nicht bekannt gewesen.

Und so stand auch die Bahn vor dem Problem: Wohin mit dem belasteten Boden? Speziell im Bereich der Grundwasserwanne Süd sind bislang mehrere tausend Tonnen solcher Böden angefallen, im Landkreis gibt es aber keine entsprechend ausgerüstete Deponie mit den notwendigen Kapazitäten. Deshalb wurde dieser Bodenaushub in dafür zugelassene Deponien beziehungsweise Verwertungsstellen im Bundesgebiet befördert.

60.000 Tonnen belastete Erde

Im Vorfeld der Transporte hat man die betroffenen Böden analysiert, dann in Container verladen, mittels Lastkraftwagen von der Baustelle abtransportiert, in Karlsruhe auf Güterzüge verladen und dann zur Verwertungsstelle befördert. Nach aktuellem Stand sind bislang rund 60.000 Tonnen Bodenaushub mit PFC angefallen.

Und da auch das anfallende Grundwasser mit den Chemikalien belastet ist, mussten auch hier aufwändige Wasseraufbereitungsanlagen mit verschiedenen Einheiten errichtet werden, inklusive Reinigungsstufen aus Aktivkohle-Filtern, mit denen man die PFC aus dem Wasser herausfiltern kann.

70 Liter gereinigtes Wasser pro Sekunde

Gereinigt werde das gesamte anfallende Wasser während der Bauphase und durch regelmäßige Wasseranalysen auch überwacht, so der Bahnsprecher. Besonders beim Leerpumpen der so genannten Baugruben-Docks für die Grundwasserwanne Süd waren diese Aktivkohle-Filter erforderlich, um die geforderten Grenzwerte einzuhalten. Über die Kubikmeter Grundwasser, die durch die Aktivkohlefilter laufen mussten, liegen der Bahn keine Daten vor. Nach der Reinigung des Wassers wurde es in den Ooser Landgraben geleitet. Zu den Hauptzeiten der Arbeiten durfte die ARGE Tunnel Rastatt rund 70 Liter gereinigtes Wasser pro Sekunde dort einleiten.

Das ist nicht billig, so belaufen sich die Gesamtkosten in Zusammenhang mit PFC am Tunnel Rastatt nach Angaben der Bahn auf mehrere Millionen Euro. Genaue Angaben könne man leider noch nicht machen. „Selbstverständlich hat es im Zusammenhang mit dem Thema PFC einen engen Austausch mit dem Landratsamt Rastatt und der Stabsstelle PFC gegeben. Zudem besteht ein ,Arbeitskreis Boden und Wasser’ mit Vertretern des Landratsamtes Rastatt und Gutachtern der Deutschen Bahn. Ohne diesen Austausch wäre die Realisierung dieser Infrastrukturmaßnahme mit europäischer Dimension nicht möglich“, so die Deutsche Bahn.

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