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Chemikalien in Lebensmitteln

Pflanzen auf badischen Äckern werden vor der Ernte wieder auf PFC untersucht

Die Verunreinigungen von Boden und Grundwasser mit PFC in Baden machen auch dieses Jahr wieder verschiedene Maßnahmen nötig. Bis Ende 2021 will man das gesamte Ausmaß der Verschmutzungen kennen.

Mais gehört zu den Lebensmitteln, die im Rahmen des Vor-Ernte-Monitorings in Baden auf giftige Chemikalien untersucht werden. Foto: Patricia Klatt

In Mittel- und Nordbaden sind zahlreiche Ackerflächen mit gesundheitsschädlichen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) belastet. Die zuständigen Behörden treffen daher Maßnahmen, um die Menschen vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen.

Wie das Regierungspräsidium Karlsruhe mitteilt, haben die Kommunal- und Landesbehörden bereits mehr als 11 Millionen Euro Sachkosten beispielsweise für Forschungsprojekte und Untersuchungen aufgewendet.

Planungen für Vor-Ernte-Monitoring angelaufen

Für die von PFC-Verunreinigungen betroffenen Flächen in Baden haben, wie in den vergangenen Jahren auch, die Planungen für das diesjährige Vor-Ernte-Monitoring begonnen. Beim Vor-Ernte-Monitoring werden die Pflanzen etwa 14 Tage vor der Ernte auf PFC untersucht. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Lebensmittel mit PFC-Gehalten über den vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) festgelegten Beurteilungswerten nicht verkauft werden.

Wie das Regierungspräsidium mitteilt, werden zunächst Spargel und Erdbeeren untersucht, danach folgen Raps und Getreide und ab Spätsommer der Körnermais. Weitestgehend ganzjährig werden die verschiedenen Gemüse- und Salatsorten beprobt.

Behörden suchen weiter nach PFC-belasteten Flächen in Baden

Parallel treiben die Stadt- und Landkreise die bodenschutzrechtliche Aufarbeitung des PFC-Skandals voran. So sollen sowohl in Mittel- als auch in Nordbaden die Bodenuntersuchungen von Verdachtsflächen bis Jahresende abgeschlossen werden.

Nach Auswertung dieser Untersuchungen soll dann ein Gesamtbild der PFC-verunreinigten Flächen der Region vorliegen.

Aktuell wurde vom Landratsamt Rastatt eine Detailuntersuchung für das kreisübergreifende Bearbeitungsgebiet Steinbach-Bühl-Vimbuch angeordnet. Diese soll eine abschließende Gefährdungsabschätzung für den Wirkungspfad der Chemikalien vom Boden ins Grundwasser ermöglichen.

Das Grundwassermodell der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) wird stetig fortgeschrieben und die Kartendarstellungen im öffentlich zugänglichen Internettool „PFC-Karten Online“ wurden bereits aktualisiert. Die Überwachung der PFC-Gehalte in Oberflächengewässern und im Grundwasser wird durch die zuständigen Stellen fortgeführt.

Weitere PFC-Blutuntersuchungen wegen Corona zunächst verschoben

Die Blutkontrolluntersuchungen im Raum Rastatt/Baden-Baden werden fortgeführt. Der Rekrutierungszeitraum musste wegen der Corona-Pandemie zunächst verschoben worden.

An der zweiten Blutkontrolluntersuchung 2020 haben insgesamt 249 Personen teilgenommen. Eine detaillierte Auswertung der Labor- und Fragebogendaten wird im ersten Halbjahr 2021 erfolgen.

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