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Markus Fuckner muss wegen Corona auf sein gewohntes Training verzichten

Rastatter Kampfsportler sammelt Spenden für Tiere und Obdachlose

Der Rastatter Kampfsportler Markus Fuckner weiß wegen Corona noch nicht, wann er wieder in den Boxring steigen kann. Unterdessen sammelt er statt dessen intensiv Spenden für Tierhilfsorganisationen und für Obdachlose.

Trainingspause: Wann Markus Fuckner wieder im Boxring steht ist noch unklar. Derweil kümmert er sich um soziale Projekte. Foto: Hans-Jürgen Collet

Beinahe schon zwei Jahre lang hat er nicht mehr im Ring gestanden. Es war im Januar 2019, als Markus Fuckner seinen letzten Boxkampf in Rheinstetten bestritt. Insgesamt 111 Kämpfe im Thai Boxen, Kickboxen, Boxen und MMA stehen in seiner Bilanz. Wieviele noch dazu kommen, steht für den 49-Jährigen momentan in den Sternen, wobei das Alter allerdings für ihn kein Hindernis ist: „Mike Tyson und George Foreman haben ja auch noch mit über 50 Jahren geboxt.“

Fuckner zuckt mit den Schultern: „Für das nächste Jahr gibt es noch keine Pläne, weil wir ja nicht wissen, wie sich durch Corona die Situation weiter entwickeln wird.“ An Übungseinheiten mit seinem Trainer Gabriel Soranno ist momentan also nicht zu denken. „Schwimmen, Fitnessstudio oder in die Sauna gehen -alles fällt weg“, bedauert Fuckner, der sich deshalb vor allem mit langen Spaziergängen und Läufen mit etwas Schattenboxen im Wald gemeinsam mit seinen Hunden in Form hält.

Sammelergebnis: Mehrere Säcke mit winterlicher Kleidung und nützlichen Utensilien kamen bei Fuckners Aktion für Obdachlose zusammen. Foto: Markus Fuckner

Eigentlich hatte er bei einem Boxabend im Karlsruher Weihnachtscircus 2019 noch einen Kampf geplant, allerdings warf ihn einige Wochen zuvor eine schwere Sprunggelenkverletzung, deren Heilungsprozess nicht wunschgemäß verlaufen ist, entscheidend zurück. Mithin saß Fuckner damals nur als Zuschauer im Ring. Auch bei einer Indoor-Veranstaltung in Wiesbaden im September dieses begnügte sich Fuckner mit der Zuschauerrolle: „Es hätte dort keinen Spaß gemacht, vor 250 Leuten zu kämpfen“, sagt er, der gewohnt ist, dass ihm die Massen bei seinen zumeist spektakulären Auftritten zujubeln.

Schwer wiegt für Fuckner, dass wegen Corona auch seine Security-Firma momentan auf Eis liegt: „Am Fastnachtsdienstag hatten wir unseren letzten Auftrag“, sagt das Kraftpaket im Blick darauf, dass anschließend sämtliche Festivitäten, bei denen er mit seinem etwa 20-köpfigen Team im Einsatz gewesen wäre, abgesagt wurden. „Ich hoffe, dass wir zumindest im Sommer wieder arbeiten dürfen. Wenn es erst später möglich wäre, lohnt es sich nicht mehr, weil dann wohl unser Versicherungsbeitrag die noch zu erwartenden Einnahmen übersteigen würde“.

Initiator der Aktion „Futter statt Böller“

Zwar lief also für Fuckner sportlich und beruflich im vergangenen Jahr längst nicht alles nach Wunsch. Auf sozialer Ebene war er indessen überaus erfolgreich. Seit jeher engagiert sich Fuckner in hohem Maße für die Welt der Tiere. Tradition hat dabei die Versteigerung seiner Boxmäntel, die er auf dem Weg in den Ring trägt: „Da sind bislang immer zwischen 300 und 1.200 Euro zusammengekommen“.

Das Geld erhielt dabei meist der Tierschutzverein Animalta genauso wie jene 300 Euro, die er im Vorjahr mit seinem Freund Jürgen Huber und seiner Aktion „Futter statt Böller“ gesammelt hatte. Beteiligt war Fuckner überdies bei den Kamingesprächen des Iffezheimer DJs Jürgen Tremmel, wo insgesamt 20.000 Euro an Spenden zusammen kamen und neben Animalta auch die Igel- und Wildtierauffangstation in Bischweier unterstützt wurde. 2,5 Tonnen an Tierfutter wurden dank Fuckners Engagement über die sozialen Medien zudem vor Weihnachten für eine Tierhilfsorganisation in Rumänien zusammen gestellt und mit einem Bus in das dafür vorgesehene Zentrallager nach Rosenheim gebracht.

Ich war überwältigt von der großen Welle an Hilfsbereitschaft.
Markus Fuckner Kampfsportler

Aber: Nicht nur Tiere sind ein Herzensanliegen von Fuckner, genauso auch Menschen, die eher auf der Schattenseite leben: Durch Kontakte zu einem befreundeten Obdachlosen, der inzwischen ein festes Zuhause gefunden hat, kam Fuckner auf die Idee, einen Aufruf per Facebook zu starten und um das Spenden warmer Winterkleidung zu bitten - für all jene, die auf der Straße wohnen müssen.

Decken, Rucksäcke, Schlafsäcke, Mützen, Schals und viele andere nützliche Utensilien wurden bei seinem Freund abgeliefert und dort an die Bedürftigen weitergegeben. „Ich war überwältigt von der großen Welle an Hilfsbereitschaft“, zeigt sich Fuckner erstaunt, auf welch großen Widerhall der Aufruf gestoßen ist. Und: „Was nicht abgeholt wird erhält die Caritas“, sagt er. Freilich weiß er auch, dass derlei Hilfsaktionen nicht zu oft wiederholt werden können - um den Erfolg weiter zu gewährleisten.

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